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    <title>Mastodon &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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    <description>Notizen eines Fiktionauten.</description>
    <pubDate>Mon, 25 May 2026 12:56:59 +0000</pubDate>
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      <title>Mastodon &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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      <title>055 MoBuSch statt NaNoWriMo, Tag 1</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/054-mobusch-statt-nanowrimo-tag-1?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ich nehme am nonawrimo22 teil und schreibe neben meinem Romanprojekt an einem begleitenden Tagebuch. Hier mein tägliches Resumee:&#xA;&#xA;Schon eigenartig, wie sehr wir unsere Leben an die Digitalen Maschinen überantwortet haben. Das ist ein Gedanke, der mich heute in einer Schreibpause sehr beschäftigt hat.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Nicht, dass wir nicht wüssten, dass unsere Daten für unseriöse Zwecke bereitliegen und nur auf die digitalen Macher warten; nur bewusst ist es uns oft nicht und verdrängen tun es wir das ausserdem. Da lockt ein buntes Forum, ein hehrer Wettbewerb des Intellekts, das gratis Buchexemplar eines Verlags. Und wieder in so einem Hamsterrad gelandet, wo viel zu viele Daten, Verhaltensmuster und Vorlieben preisgegeben werden, ohne zu wissen, wo all diese Daten dereinst landen. Ich bin im Falle nanowrio zwar nicht alarmiert, wohl aber skeptisch ob meiner Leichtsinnigkeit, mich zu registrieren, zu beteiligen, ein wenig preiszugeben. Insbesondere für eine Website, die ökonomisiert betrieben wird.&#xA;&#xA;Eigentlicher Anlass für diese trüben Gedanken ist, dass in den Mastodon Postings von vielen Personen sehr oft die (Nicht-) Benutzung der nanowrino - Website besonders betont wird. Man würde das eigene Schreibtempo bevorzugen, nehme aber den November sehr gerne zum Anlass, sich wieder verstärkt dem Schreiben hinzugeben. Eine gute Idee sei es , der man sich nicht ganz entziehen kann, aber muss man deswegen in den USA anlanden? Kann jemand wenigstens das &#34;National&#34; aus dem Namen nennen, wenn es sich schon um einen internationalen Wettbewerb handelt! Registrieren bzw. beteiligen will man sich auf alle Fälle nicht. Worte zählen in der Öffentlichkeit sei doof, exhibitionistisches Verhalten liege einem eben nicht. Ausserdem, man wisse um seine Schwächen. Gut gebrüllt und konsequent gehandelt!&#xA;&#xA;Hinter diesen Worten schimmert nicht nur eine gewisse Skepsis angesichts der. (zugegebenen) Zwanghaftigkeit der Gemeinschaftsaktivität durch. Der Ruf nach Durchhalten und eine gewisse Askese entspricht nicht dem Zeitgeist, der die Individualität in Freiheit feiert. Aber auch um Widerstand scheint es sich zu handeln, will man sich doch nicht wieder online registrieren (und dem Algorithmus unterwerfen). Vielleicht liegt das ja auch an der Mastodon-Kultur, die zentralen und ökonomisierten Plattformen mit erhöhter und berechtigter Skepsis begegnet. Vielleicht geht es ja unter Twitteranten viel unbesorgter zu. Vielleicht spinnt man auch nur.&#xA;&#xA;Derart vorsichtigem Verhalten ist natürlich Einiges abzugewinnen. Es wird von den Betreiber:innen der Website zudem auch mit Kanonen auf schriftstellernden Spatzen geschossen. Ein gross aufgezogenes Unternehmen finden wir vor, das aus den Ideen einer NPO entstanden ist und nun, ins Erwachsenenalter gekommen, dem Merchandise huldigt. Und auch ist das Sponsoring - Getöse, das auf der Site betrieben wird, für meine europäisch sozialisierten Ohren viel zu laut: 810.000 USD sind gesammelt worden und 1,4 Millionen USD sind das Ziel. Wofür bitte, braucht man so viel Geld, frage ich mich naiv.&#xA;&#xA;Kann man denn nicht auch, anstatt seine Daten abzuliefern und von Kursangeboten überhäuft zu werden, sich in ein kleines dezentrales Forum zurückziehen, dasselbe tun (nämlich seinem Schreibfortschritt gemeinsam huldigen) und dafür Badges sammeln?&#xA;&#xA;Auf jeden Fall lass ich mir trotz meiner Zweifel den Spass noch lange nicht verderben. Es ist das erste Mal, dass ich mich an so einer Chose beteiligen darf, vier nette Leidensgefährt:innen an meiner Seite. Was will man also mehr! Problematisieren ist auch keine Lösung.&#xA;&#xA;Aber anregen würde ich schon wollen, es in kleinerem Kreise zu probieren. Mit originellem Namen, klugem Konzept, vergnüglich und sehr dezentral: &#34;Monat der bunten Schreiberlinge (MOBUSCH) oder &#34;Masochisten für einen Monat&#34; (MAFUMO). Dass man die Idee gestohlen hat und neu verpackt, find ich gar nicht unzulässig. Das ist doch heutzutage der Stil. Ich würde mich auch dem Sponsoring nicht verwehren: und natürlich niemals motzen ob der vielen Unzulänglichkeiten.&#xA;&#xA;#mastodon #nanowrimo #Schreibarbeit #MiniEssay]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich nehme am nonawrimo22 teil und schreibe neben meinem Romanprojekt an einem begleitenden Tagebuch. Hier mein tägliches Resumee:</em></p>

<p>Schon eigenartig, wie sehr wir unsere Leben an die Digitalen Maschinen überantwortet haben. Das ist ein Gedanke, der mich heute in einer Schreibpause sehr beschäftigt hat.</p>



<p>Nicht, dass wir nicht wüssten, dass unsere Daten für unseriöse Zwecke bereitliegen und nur auf die digitalen Macher warten; nur bewusst ist es uns oft nicht und verdrängen tun es wir das ausserdem. Da lockt ein buntes Forum, ein hehrer Wettbewerb des Intellekts, das gratis Buchexemplar eines Verlags. Und wieder in so einem Hamsterrad gelandet, wo viel zu viele Daten, Verhaltensmuster und Vorlieben preisgegeben werden, ohne zu wissen, wo all diese Daten dereinst landen. Ich bin im Falle <a href="https://nanowrimo.org" title="nanowrimo">nanowrio</a> zwar nicht alarmiert, wohl aber skeptisch ob meiner Leichtsinnigkeit, mich zu registrieren, zu beteiligen, ein wenig preiszugeben. Insbesondere für eine Website, die ökonomisiert betrieben wird.</p>

<p>Eigentlicher Anlass für diese trüben Gedanken ist, dass in den Mastodon Postings von vielen Personen sehr oft die (Nicht-) Benutzung der nanowrino – Website besonders betont wird. Man würde das eigene Schreibtempo bevorzugen, nehme aber den November sehr gerne zum Anlass, sich wieder verstärkt dem Schreiben hinzugeben. Eine gute Idee sei es , der man sich nicht ganz entziehen kann, aber muss man deswegen in den USA anlanden? Kann jemand wenigstens das “National” aus dem Namen nennen, wenn es sich schon um einen internationalen Wettbewerb handelt! Registrieren bzw. beteiligen will man sich auf alle Fälle nicht. Worte zählen in der Öffentlichkeit sei doof, exhibitionistisches Verhalten liege einem eben nicht. Ausserdem, man wisse um seine Schwächen. Gut gebrüllt und konsequent gehandelt!</p>

<p>Hinter diesen Worten schimmert nicht nur eine gewisse Skepsis angesichts der. (zugegebenen) Zwanghaftigkeit der Gemeinschaftsaktivität durch. Der Ruf nach Durchhalten und eine gewisse Askese entspricht nicht dem Zeitgeist, der die Individualität in Freiheit feiert. Aber auch um Widerstand scheint es sich zu handeln, will man sich doch nicht wieder online registrieren (und dem Algorithmus unterwerfen). Vielleicht liegt das ja auch an der Mastodon-Kultur, die zentralen und ökonomisierten Plattformen mit erhöhter und berechtigter Skepsis begegnet. Vielleicht geht es ja unter Twitteranten viel unbesorgter zu. Vielleicht spinnt man auch nur.</p>

<p>Derart vorsichtigem Verhalten ist natürlich Einiges abzugewinnen. Es wird von den Betreiber:innen der Website zudem auch mit Kanonen auf schriftstellernden Spatzen geschossen. Ein gross aufgezogenes Unternehmen finden wir vor, das aus den Ideen einer NPO entstanden ist und nun, ins Erwachsenenalter gekommen, dem Merchandise huldigt. Und auch ist das Sponsoring – Getöse, das auf der Site betrieben wird, für meine europäisch sozialisierten Ohren viel zu laut: 810.000 USD sind gesammelt worden und 1,4 Millionen USD sind das Ziel. Wofür bitte, braucht man so viel Geld, frage ich mich naiv.</p>

<p>Kann man denn nicht auch, anstatt seine Daten abzuliefern und von Kursangeboten überhäuft zu werden, sich in ein kleines dezentrales Forum zurückziehen, dasselbe tun (nämlich seinem Schreibfortschritt gemeinsam huldigen) und dafür Badges sammeln?</p>

<p>Auf jeden Fall lass ich mir trotz meiner Zweifel den Spass noch lange nicht verderben. Es ist das erste Mal, dass ich mich an so einer Chose beteiligen darf, vier nette Leidensgefährt:innen an meiner Seite. Was will man also mehr! Problematisieren ist auch keine Lösung.</p>

<p>Aber anregen würde ich schon wollen, es in kleinerem Kreise zu probieren. Mit originellem Namen, klugem Konzept, vergnüglich und sehr dezentral: “Monat der bunten Schreiberlinge (MOBUSCH) oder “Masochisten für einen Monat” (MAFUMO). Dass man die Idee gestohlen hat und neu verpackt, find ich gar nicht unzulässig. Das ist doch heutzutage der Stil. Ich würde mich auch dem Sponsoring nicht verwehren: und natürlich niemals motzen ob der vielen Unzulänglichkeiten.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:MiniEssay" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MiniEssay</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/054-mobusch-statt-nanowrimo-tag-1</guid>
      <pubDate>Tue, 01 Nov 2022 19:46:57 +0000</pubDate>
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      <title>052 Zur Causa Twitter</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Zunächst einmal: Es stimmt, dass der Begriff &#34;Flüchtlinge&#34; in Bezug auf jene Personen, die sich nach dem Takeover von Twitter durch Elon Musk in dezentrale Netzwerke abgesetzt haben, ein sehr unpassender ist. Mehrere Posts im Fediverse haben darauf hingewiesen. Auch ich habe ihn verwendet, ohne kritisch darüber nachzudenken. Dafür entschuldige ich mich.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Flüchtlinge sitzen nicht bequem zuhause an ihren Schreibtischen und verlassen freiwillig einen Internetdienst: sie für die Neuankömmlinge auf Mastodon zu verwenden, die sich aus wie immer gearteter Motivation entschieden haben, einmal was Neues zu probieren, ist schlicht und einfach deplatziert. Auch der Begriff der #twittermigration hat sich als Hashtag durchgesetzt, erscheint mir aber auch nicht geeignet. Migration ist zwar der allgemeinere Begriff für den freiwilligen bzw. unfreiwilligen Wohnortwechsel und zudem ein Begriff aus dem IT Bereich, jedoch auch in ihm schwelt das Elend der Flüchtlinge.&#xA;&#xA;Da gefiel mir schon aus Sicht des Fediverse der Begriff des #Neuhier besser. Massenhafte Neuzugänge werden ja einigermassen gefeiert, auch in der zweiten Wellen ihrer Bewegung. Viel Grund zur Freude also, endlich mehr an medialer Beachtung zu bekommen und nicht mehr so oft Anwürfen ausgesetzt zu sein, wie sie kürzlich von t-online geäussert wurden:&#xA;&#xA;.... Bei Mastodon und Konsorten sind schlicht zu wenig Menschen und zu wenig spannende Inhalte, um die Plattform wie Twitter nutzen zu können ...&#xA;&#xA;Jetzt mag es zwar stimmen, dass zu wenig Content auf Mastodon produziert wird und dass eine gewisse kritische Masse an Personen fehlt, aber dem kann doch durch die Produktion von ernsthaften Inhalten geholfen werden. Es ist weniger eine Frage der Quantität denn Qualität. Steigt verständlicher Inhalt, werden Menschen auch ohne unmittelbaren Anlass verstärkt dezentrale Instanzen bevölkern. Einfach, weil hier Mehreres stimmt: intellektuelle Anregung, gegenseitige Wertschätzung, Algorhytmen-Enthaltsamkeit und Werbefreiheit.&#xA;&#xA;Überhaupt, angesichts der beobachteten Abwanderung von Twitter in hämische Kommentare oder Freudenbezeugungen auszubrechen, ist zumindest in politischer Perspektive kurzsichtig. Die von Musk geäusserte Angekündigung, er würde für mehr &#34;Redefreiheit&#34; stehen, hat natürlich zu einem Ansturm von Followern auf rechtskonservative Twitteranten gesorgt. Wir wissen wohl, wie sich der Begriff des &#34;Freedom of Speech&#34; zu einem Instrument des wütenden Populismus, dem &#34;Freedom of Hate-Speech&#34; gewandelt hat. Twitter droht also tendenziell weiter nach Rechts zu rücken, vor allem auch weil viele kritische User den Dienst verlassen. Da appellieren schon Einige, den Account nicht zu löschen, wie die New York Times berichtet. Sie zitiert dabei einen Tweet des Pastors Joe Pavlovitz:&#xA;&#xA;  “If decent moderates and people on the Left keep abandoning platforms, we allow the extremist Right to own the narrative and we give the truth no voice .. The New York Times&#xA;&#xA;Wenig Grund also zur Schadenfreude. Diese denkt nicht über den eigenen Tellerand des Fediverse hinaus.&#xA;&#xA;Es gibt hier auf Mastodon sehr viel zu tun in nächster Zeit: Content Creation, ein geeignetes Narrativ zwischen Freiheit und Verantwortung zu finden, das demokratische Regelwerk und die finanzielle Unabhängigkeit der Instanzen zu stützen, die Integration der Neuankömmlinge zu unterstützen und und und ... Schadenfreude und Eigenlob sind dabei kontraproduktiv. Und Selbstbewusstsein braucht die zufällige Zuwanderung nicht: sie lädt einfach ein.&#xA;&#xA;#Fediverse #Mastodon #Twitter #MiniEssay]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Es stimmt, dass der Begriff “Flüchtlinge” in Bezug auf jene Personen, die sich nach dem Takeover von Twitter durch Elon Musk in dezentrale Netzwerke abgesetzt haben, ein sehr unpassender ist. Mehrere Posts im Fediverse haben darauf hingewiesen. Auch ich habe ihn verwendet, ohne kritisch darüber nachzudenken. Dafür entschuldige ich mich.</p>



<p>Flüchtlinge sitzen nicht bequem zuhause an ihren Schreibtischen und verlassen freiwillig einen Internetdienst: sie für die Neuankömmlinge auf Mastodon zu verwenden, die sich aus wie immer gearteter Motivation entschieden haben, einmal was Neues zu probieren, ist schlicht und einfach deplatziert. Auch der Begriff der <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:twittermigration" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">twittermigration</span></a> hat sich als Hashtag durchgesetzt, erscheint mir aber auch nicht geeignet. Migration ist zwar der allgemeinere Begriff für den freiwilligen bzw. unfreiwilligen Wohnortwechsel und zudem ein Begriff aus dem IT Bereich, jedoch auch in ihm schwelt das Elend der Flüchtlinge.</p>

<p>Da gefiel mir schon aus Sicht des Fediverse der Begriff des <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Neuhier" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Neuhier</span></a> besser. Massenhafte Neuzugänge werden ja einigermassen gefeiert, auch in der zweiten Wellen ihrer Bewegung. Viel Grund zur Freude also, endlich mehr an medialer Beachtung zu bekommen und nicht mehr so oft Anwürfen ausgesetzt zu sein, wie sie kürzlich von t-online geäussert wurden:</p>

<p>.... Bei Mastodon und Konsorten sind schlicht zu wenig Menschen und zu wenig spannende Inhalte, um die Plattform wie Twitter nutzen zu können ...</p>

<p>Jetzt mag es zwar stimmen, dass zu wenig Content auf Mastodon produziert wird und dass eine gewisse kritische Masse an Personen fehlt, aber dem kann doch durch die Produktion von ernsthaften Inhalten geholfen werden. Es ist weniger eine Frage der Quantität denn Qualität. Steigt verständlicher Inhalt, werden Menschen auch ohne unmittelbaren Anlass verstärkt dezentrale Instanzen bevölkern. Einfach, weil hier Mehreres stimmt: intellektuelle Anregung, gegenseitige Wertschätzung, Algorhytmen-Enthaltsamkeit und Werbefreiheit.</p>

<p>Überhaupt, angesichts der beobachteten Abwanderung von Twitter in hämische Kommentare oder Freudenbezeugungen auszubrechen, ist zumindest in politischer Perspektive kurzsichtig. Die von Musk geäusserte Angekündigung, er würde für mehr “Redefreiheit” stehen, hat natürlich zu einem Ansturm von Followern auf rechtskonservative Twitteranten gesorgt. Wir wissen wohl, wie sich der Begriff des “Freedom of Speech” zu einem Instrument des wütenden Populismus, dem “Freedom of Hate-Speech” gewandelt hat. Twitter droht also tendenziell weiter nach Rechts zu rücken, vor allem auch weil viele kritische User den Dienst verlassen. Da appellieren schon Einige, den Account nicht zu löschen, wie die New York Times berichtet. Sie zitiert dabei einen Tweet des Pastors Joe Pavlovitz:</p>

<blockquote><p>“If decent moderates and people on the Left keep abandoning platforms, we allow the extremist Right to own the narrative and we give the truth no voice .. <a href="https://www.nytimes.com/2022/10/28/technology/twitter-far-right-followers.html">The New York Times</a></p></blockquote>

<p>Wenig Grund also zur Schadenfreude. Diese denkt nicht über den eigenen Tellerand des Fediverse hinaus.</p>

<p>Es gibt hier auf Mastodon sehr viel zu tun in nächster Zeit: Content Creation, ein geeignetes Narrativ zwischen Freiheit und Verantwortung zu finden, das demokratische Regelwerk und die finanzielle Unabhängigkeit der Instanzen zu stützen, die Integration der Neuankömmlinge zu unterstützen und und und ... Schadenfreude und Eigenlob sind dabei kontraproduktiv. Und Selbstbewusstsein braucht die zufällige Zuwanderung nicht: sie lädt einfach ein.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Twitter" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Twitter</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:MiniEssay" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MiniEssay</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/052-zur-causa-twitter</guid>
      <pubDate>Sat, 29 Oct 2022 14:04:11 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>051 Neuhier - Pöbelei</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Ach, wie schlimm! E.M. hat einen Scheck gezückt und zum zweiten Mal den Exodus bewirkt. Wieder bevölkern Neuhiers das Fediverse. Das ist keine gute Nachricht. Unruhe im Karton, fast eine Vertreibung aus dem Paradies, für die Altvorderen. Aber auch diese werden rege. Es summt wie in einem Bienenstock und verlegt die Stimme der Vernunft. Man möchte angesichts des Massenauftriebs sich gerne ins Web 1.0 verziehen. Doch schreien muss man stattdessen, bei all dem Remmidemmi.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;(1) Vampirismus macht sich breit. Unter dem Deckmantel der Hilfeleistung empfiehlt man den Neuen ein adrett ausgefülltes Profil, Hashtags, Geduld und ein demütig-gehashtaggtes Neuhier. Gleichzeitig schwärmen hinter dem Vorwand zu leistender Hilfe die Vampire aus und graben ihr Gebiss ins Gewebe der Neulinge. Frischfleisch, endlich! Denn die Neuen sollen zunächst die ausgestreckte Hand ergreifen und danach den Rettern folgen: auf Gedeih und Verderb und so ganz naiv. Hilfeseiten spriessen wie die Schwammerln aus den dezentralen Ritzen, in der Hoffnung auf Bindung. So ein Massen Exodus vom Vogelkäfig bringt unterm Strich zig neue FollowerInnen ein. Zum Halali geblasen und ran an den Speck!&#xA;&#xA;(2) Im Übrigen leben wir im Paradies. Alle sind so nett hier, hilfsbereit, offen, wenn auch mässig interessant. Hauptsache kommunikativ. Das Fediverse ist die Beste aller Welten, weil alternativ und dezentral. Privat und dezentral und Open Source, wie toll! Die Technik mit dem Inhalt verwechseln, das Medium mit der Message. All jene, die von alternativen Medien brabbeln, sei die schlechte Nachricht vorgetragen: Auch die Rassisten und rechten Verschwörungsfritzen basteln an ihren Alternativen und machen genau wie wir auf dezentral. Gegen den Staat und wider die Nachverfolgbarkeit! Ein wenig Anarcho, manchmal von Links, dann von Rechts und dann von den Durchgedrehten. Wir lernen daraus: Es kommt wohl mehr auf den Inhalt an und auf die Strategie! Nix ist gut, solange es nicht im demokratischen Dauertest besteht. Paradise Lost, forever!&#xA;&#xA;(3) Alles ist so neuhier. In schön! Und auch die Fedikätzchen sind sehr süss! Neben den Vampiren treiben also auch die Kuschelmonster ungehemmt ihr Unwesen. Infantilismus macht sich breit in der Glückseligkeit. Allerliebste Leute verwechseln öffentliches Sprechen mit kindlichem Lalala. Da fallen Infantilismen wie etwa Flauschis, Tröten, Fedifanten! Am Liebsten möchte man sich im Schritt anfassen vor Sehnsucht nach dem gemeinsamen Glück. Im Paradiese angekommen, sind wir jetzt ganz unter uns, ihr Lieben! Das aber ist ne Höllenfahrt. Merke: Auch so kann man ein Medium zu Tode quälen: indem man das Öffentliche mit dem Privaten verwechselt und umgekehrt. Journalling statt Journalismus, das macht so richtig Laune.&#xA;&#xA;(4) Und dann das Anspruchsdenken! Da raunzen sie herum die woken Menschen jedweder Orientierung. So sagt man gerne und mit raunzigem Gestöhne: Jetzt bin ich hier schon angekommen im Gelobten Land und ich hab Langeweilie! Macht was dagegen, sonst bin ich enttäuscht und drohe mit dem Abgang. Ausserdem: Ich kenn mich gar nicht aus in dieser ach so wirren Welt. Alles ist so kompliziert hier ohne Algorythmus, der mir einst die Happen löffelweise ins Maul geschoben hat. Content produzieren? Das sollen die Anderen machen. Ich lehn mich gern zurück und lass der Welt die Arbeit tun. Bin ein Geniesser, gar eine Philosophin. Mir trägt man alles zu. Im Übrigen (nun mit hasserfüllter Stimme): Scheiss auf alle, die mich gängeln. Regeln sind der Tod meines gepflegten Selbst!&#xA;&#xA;(5) Am Besten Alles haben und auf Nichts verzichten! Sich ja zu nichts entschliessen müssen. Mal kurz da genippt, dann dort ein Leckerli genommen. Wankelmütig, unentschlossen, die Miene angesäuert. Natürlich: Crossposting vom Feinsten, man kann sie ja auch hier ganz fest verankern: die Youtubers und Twitteranten und sonstige Mainstream Konsumenten. Jeder Click eine Überraschung! Wo man denn überall landen kann!&#xA;&#xA;(6) Si tacuisses, philosophus mansisses!&#xA;&#xA;#Fediverse #Mastodon #Neuhier]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ach, wie schlimm! E.M. hat einen Scheck gezückt und zum zweiten Mal den Exodus bewirkt. Wieder bevölkern Neuhiers das Fediverse. Das ist keine gute Nachricht. Unruhe im Karton, fast eine Vertreibung aus dem Paradies, für die Altvorderen. Aber auch diese werden rege. Es summt wie in einem Bienenstock und verlegt die Stimme der Vernunft. Man möchte angesichts des Massenauftriebs sich gerne ins Web 1.0 verziehen. Doch schreien muss man stattdessen, bei all dem Remmidemmi.</p>



<p>(1) Vampirismus macht sich breit. Unter dem Deckmantel der Hilfeleistung empfiehlt man den Neuen ein adrett ausgefülltes Profil, Hashtags, Geduld und ein demütig-gehashtaggtes Neuhier. Gleichzeitig schwärmen hinter dem Vorwand zu leistender Hilfe die Vampire aus und graben ihr Gebiss ins Gewebe der Neulinge. Frischfleisch, endlich! Denn die Neuen sollen zunächst die ausgestreckte Hand ergreifen und danach den Rettern folgen: auf Gedeih und Verderb und so ganz naiv. Hilfeseiten spriessen wie die Schwammerln aus den dezentralen Ritzen, in der Hoffnung auf Bindung. So ein Massen Exodus vom Vogelkäfig bringt unterm Strich zig neue FollowerInnen ein. Zum Halali geblasen und ran an den Speck!</p>

<p>(2) Im Übrigen leben wir im Paradies. Alle sind so nett hier, hilfsbereit, offen, wenn auch mässig interessant. Hauptsache kommunikativ. Das Fediverse ist die Beste aller Welten, weil alternativ und dezentral. Privat und dezentral und Open Source, wie toll! Die Technik mit dem Inhalt verwechseln, das Medium mit der Message. All jene, die von alternativen Medien brabbeln, sei die schlechte Nachricht vorgetragen: Auch die Rassisten und rechten Verschwörungsfritzen basteln an ihren Alternativen und machen genau wie wir auf dezentral. Gegen den Staat und wider die Nachverfolgbarkeit! Ein wenig Anarcho, manchmal von Links, dann von Rechts und dann von den Durchgedrehten. Wir lernen daraus: Es kommt wohl mehr auf den Inhalt an und auf die Strategie! Nix ist gut, solange es nicht im demokratischen Dauertest besteht. Paradise Lost, forever!</p>

<p>(3) <em>Alles ist so neuhier. In schön!</em> Und auch die Fedikätzchen sind sehr süss! Neben den Vampiren treiben also auch die Kuschelmonster ungehemmt ihr Unwesen. Infantilismus macht sich breit in der Glückseligkeit. Allerliebste Leute verwechseln öffentliches Sprechen mit kindlichem Lalala. Da fallen Infantilismen wie etwa Flauschis, Tröten, Fedifanten! Am Liebsten möchte man sich im Schritt anfassen vor Sehnsucht nach dem gemeinsamen Glück. Im Paradiese angekommen, sind wir jetzt ganz unter uns, ihr Lieben! Das aber ist ne Höllenfahrt. Merke: Auch so kann man ein Medium zu Tode quälen: indem man das Öffentliche mit dem Privaten verwechselt und umgekehrt. Journalling statt Journalismus, das macht so richtig Laune.</p>

<p>(4) Und dann das Anspruchsdenken! Da raunzen sie herum die woken Menschen jedweder Orientierung. So sagt man gerne und mit raunzigem Gestöhne: Jetzt bin ich hier schon angekommen im Gelobten Land und ich hab Langeweilie! Macht was dagegen, sonst bin ich enttäuscht und drohe mit dem Abgang. Ausserdem: Ich kenn mich gar nicht aus in dieser ach so wirren Welt. Alles ist so kompliziert hier ohne Algorythmus, der mir einst die Happen löffelweise ins Maul geschoben hat. Content produzieren? Das sollen die Anderen machen. Ich lehn mich gern zurück und lass der Welt die Arbeit tun. Bin ein Geniesser, gar eine Philosophin. Mir trägt man alles zu. Im Übrigen (nun mit hasserfüllter Stimme): Scheiss auf alle, die mich gängeln. Regeln sind der Tod meines gepflegten Selbst!</p>

<p>(5) Am Besten Alles haben und auf Nichts verzichten! Sich ja zu nichts entschliessen müssen. Mal kurz da genippt, dann dort ein Leckerli genommen. Wankelmütig, unentschlossen, die Miene angesäuert. Natürlich: Crossposting vom Feinsten, man kann sie ja auch hier ganz fest verankern: die Youtubers und Twitteranten und sonstige Mainstream Konsumenten. Jeder Click eine Überraschung! Wo man denn überall landen kann!</p>

<p>(6) Si tacuisses, philosophus mansisses!</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Neuhier" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Neuhier</span></a></p>
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      <pubDate>Fri, 28 Oct 2022 14:21:50 +0000</pubDate>
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      <title>TAGS</title>
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      <description>&lt;![CDATA[.A | #Ailantd #Allaine #AlteLeut #AnnetteDrosteHülshoff #ArtemisMission #Asyl &#xA;.B | #Bibel #Bodensee #GerdaBlees #RuthBlum #HazelBrugger #BuchWien #OctaviaEButler&#xA;.C | #CaptionYourMedia #Chtuluzän&#xA;.D | #Demiurg&#xA;.E | #Erinnerung #Ereignishorizont #AnnieErnaux #EU&#xA;.F | #Fediverse #Figurenkabinett #Fiktiokratie #Fiktionaut #Film #FondationBeyeler #MichelFoucault #Fundstücke #Fungi&#xA;.G | #Gaming #GeniusLoci #Grenzen #Grid&#xA;.I | #Inclusion #Ittingen&#xA;.J | #JavierTellez #Jura&#xA;.K | #Klettgau #Klimakatastrophe #Kunst #Landscaping&#xA;.L |  #Legenden #Literatur #Logseq&#xA;.M | #Mastodon #MikroLiteratur #MikroEssay#MiniEssay #PietMondrian #Mykorhizom&#xA;.N |  #Narrenschiff #Neuhier #nanowrimo #NMS #Netflix&#xA;.O |  #OpenSimulator #Orion&#xA;.P | #PoetrySlam #PostAnthropzän #Psychonaut&#xA;.R | #RomanprojektEarthseed&#xA;.S | #Schreibarbeit #SchwarzeLöcher #Scrivener #SigridUndstet #Software #Solarpunk #Sonne #Sonnenfinsternis #Eklipse&#xA;.T | #Tomasino #Trias #Twitter&#xA;.V | #VirtuelleWelt #Voyeurismus&#xA;.W | #WalktheDog #Weltraum #WriteTrack #WritingMonth24&#xA;.Z | #ZeppelinMuseum&#xA;&#xA; ]]&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 06 May 2022 07:41:29 +0000</pubDate>
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      <title>005 Eine Textsorte üben: Bildbeschreibungen</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Das Fediverse hat mich wieder einmal darauf aufmerksam gemacht: Bilder, die man für seine Texte ins Internet stellt, sollten auf der Ebene ihrer Metadaten beschrieben werden. Die zentrale Frage lautet: Was ist eigentlich auf dem betreffenden Bild zu sehen?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Beginnen wir also mit einer Definition aus dem Blog Techsmith:&#xA;&#xA;  Alternativtexte (Alt-Texte) beschreiben ein digitales Bild, sodass ein Bildschirmleseprogramm oder andere Hilfstechnologien das Bild interpretieren können und behinderte Menschen es verstehen können.&#xA;&#xA;Eine nicht ganz so neue Textsorte also, die geübt werden sollte. Wir erinnern uns an die Schulzeit, wo die ungeliebten Bildbeschreibungen (engl.: image caption) unsere Konzentration und unsere Ausdrucksfähigkeit schulen sollte. Jetzt verwenden wir Bildbeschreibungen, um Bildschirmleseprogramme (engl.: screenreader) zu füttern.&#xA;&#xA;Eine gute Bildbeschreibung (engl. alternative text) anzufertigen, erfordert einerseits die Etikette im Fediverse und ist andrerseits auch ein Akt der Solidarität mit den sehschwachen Personen unseres Publikums. Zudem: Barrierefreiheit ist in Europa meist gesetzlich geregelt (siehe auch die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit von Websites und mobilen Anwendungen. Nicht zuletzt: Personen, die für gewöhnlich ein Bildschirmleseprogramm benutzen, werden unsere Postings besser lesen können.&#xA;&#xA;Die dezentrale Plattform Mastodon macht es uns da besonders leicht, denn hier ist der Prozess der Bildbeschreibung in den Upload eines Bildes integriert. Nach dem Upload stellt es uns ein Bearbeitungsmenü zur Verfügung. Und wir können darüber hinaus in unserer Timeline auch noch einen Bot abonnieren, der uns daran erinnert, ob wir ein Bild beschrieben haben oder nicht (Beispiele: @OCRbot, @PleaseCaption@botsin.space).&#xA;&#xA;Dennoch stellt sich die Frage, wie denn die Bildbeschreibung überhaupt auszusehen haben. Hier einige Tips:&#xA;&#xA;Allgemeine Hinweise:&#xA;&#xA;1. Die einfachste Regel: Empathie und &#34;Zweiten Blick&#34; einnehmen Versuchen wir, uns einfach in die Situation einer sehschwachen Person hineinzuversetzen: nehmen wir die Haltung des Zweiten Blicks ein. Es klingt banal: das Zielpublikum der Sehschwachen sieht das Bild nicht, das wir als Sehende vor uns haben. Abstrahieren wir deshalb von unseren subjektiven Bildeindrücken und beschreiben es so neutral wie möglich. Die Frage stellt sich: Was muss unbedingt vermittelt werden? Die Betonung liegt dabei auf dem Wort Vermittlung und nicht auf Pflichtprogramm für Gutmenschen.&#xA;&#xA;2. Anwendungsbezogenheit. Nicht nur sehschwache Personen profitieren von einer präzisen Bildbeschreibung. Darüber hinaus sind zwei weitere Anwendungen zu nennen: (1) Kann ein Bild aus technischen Gründen nicht geladen werden, erscheint der Text anstelle des Bildes. (2) Suchmaschinen nutzen den Text, um dias Bild zu erfassen. Bilder zu beschreiben ist also nicht nur diversitätsgerecht, sondern hilft auch der maschinellen Lesbarkeit unserer digitalen Bilderproduktion.&#xA;&#xA;3. Präzision. Ziel ist es, das Bild so präzise wie möglich zu beschreiben. Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen: Was ist im Wesentlichen zu sehen? Wer (Person, Lebewesen, Gegenstand) ist zu sehen? Welches Ereignis ist zu sehen? Ist der Bildtyp oder die Perspektive von Relevanz? Der Text sollte nicht ausufern, sondern knapp genug sein, dass HörerInnen sofort verstehen, warum das Bild eingebunden wurde.&#xA;&#xA;4. Bilduntertitel. Dieser kann genutzt werden, um über den Metatext hinausgehende Informationen anzubieten. Sie sind gewissermassen eine Zwischenstufe zwischen der Bildbeschreibung im Metatext und dem eigentlichen Text des Gesamtartikels.&#xA;&#xA;5. Rein dekorative Bilder. Um zu entscheiden, ob wir eine Bildbeschreibung verfassen sollen oder nicht, müssen wir zwischen dem Informationsgehalt von Bildern unterscheiden. Menschen mit Bildschirmlesegarät sind oft froh, wenn redundante Informationen nicht ausgelesen werden. Deshalb werden reine Behübschungsbilder meist nicht beschrieben. Als Faustregel nennt Zweiter Blick die Beantwortung folgender Frage: &#34;Welchen Text würde ich einsetzen, wenn ich das Bild nicht verwenden könnte?&#34; Fällt Ihnen nach gründlicher Überlegung kein Text ein, dürfte es sich um ein rein dekoratives Bild handeln.&#xA;&#xA;6. Sonderformen. Aber da gibt es ja noch Symbolfotos, Grafiken, Icons und interaktives Zeugs und da wirds komplizierter. Um die Textlänge nicht über Gebühr zu strapazieren, verweise ich auf den Zweiten Blick. Dort wird alles genau erklärt.&#xA;&#xA;Die wichtigsten No Gos:&#xA;&#xA;1. Echos vermeiden. Bildschirmleseprogramme lesen ein Bild mit dem automatischen Hinweis aus, das nun ein Bild beschrieben wird. Wenn Sie also eine Bildbeschreibung beispielsweise mit der Phrase beginnen: \Das Bild zeigt ... \, so werden die HörerInnen mindestens zweimal das Wort Bild wie ein Echo hören.&#xA;&#xA;4. Rauschen vermeiden. Vermeiden sie in ihren Postings Emojis oder Abkürzungen soweit wie möglich. Diese können technisch nicht hörgerecht ausgelesen werden: die Ausgabe des Geräts beginnt zu &#34;stottern&#34;.&#xA;&#xA;5. Abgebildete Texte. Da diese Texte vom Bildschirmleseprogramm nicht ausgelesen werden, müssen sie, insbesondere wenn sie für die Symbolik des Bildes wichtig sind, in der Bildbeschreibung genannt werden.&#xA;&#xA;6. Verlinkte Bilder. Haben Sie ein Bild verlinkt, so muss der Text der Bildbeschreibung auch diesen Link enthalten.&#xA;&#xA;Recherche:&#xA;&#xA;Zweiter Blick: Deutsch, sehr informativ, sehr ausführlich, beantwortet auch diffizilere Fragen etwa nach Icons, Grafiken etc.&#xA;&#xA;Tech Smith: Alternativtexte  Deutsch, mittelmässig informativ, zielt auf Werbung für die App Snagit.&#xA;&#xA;Netzpolitik: Mit Bildbeschreibungen Barrieren überwinden: Deutsch, spannender Podcast!&#xA;&#xA;#CaptionYourMedia #Mastodon #Fediverse #Inclusion]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das <em>Fediverse</em> hat mich wieder einmal darauf aufmerksam gemacht: Bilder, die man für seine Texte ins Internet stellt, sollten auf der Ebene ihrer Metadaten beschrieben werden. Die zentrale Frage lautet: Was ist eigentlich auf dem betreffenden Bild zu sehen?</strong></p>



<p>Beginnen wir also mit einer Definition aus dem Blog <a href="https://www.techsmith.de/blog/alternativtext/">Techsmith:</a></p>

<blockquote><p>Alternativtexte (Alt-Texte) beschreiben ein digitales Bild, sodass ein Bildschirmleseprogramm oder andere Hilfstechnologien das Bild interpretieren können und behinderte Menschen es verstehen können.</p></blockquote>

<p>Eine nicht ganz so neue Textsorte also, die geübt werden sollte. Wir erinnern uns an die Schulzeit, wo die ungeliebten Bildbeschreibungen (engl.: <em>image caption</em>) unsere Konzentration und unsere Ausdrucksfähigkeit schulen sollte. Jetzt verwenden wir Bildbeschreibungen, um Bildschirmleseprogramme (engl.: <em>screenreader</em>) zu füttern.</p>

<p>Eine gute Bildbeschreibung (engl. <em>alternative text</em>) anzufertigen, erfordert einerseits die Etikette im <em>Fediverse</em> und ist andrerseits auch ein Akt der Solidarität mit den sehschwachen Personen unseres Publikums. Zudem: Barrierefreiheit ist in Europa meist gesetzlich geregelt (siehe auch die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/LSU/?uri=CELEX%3A32016L2102">EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit von Websites und mobilen Anwendungen</a>. Nicht zuletzt: Personen, die für gewöhnlich ein Bildschirmleseprogramm benutzen, werden unsere Postings besser lesen können.</p>

<p>Die dezentrale Plattform <em>Mastodon</em> macht es uns da besonders leicht, denn hier ist der Prozess der Bildbeschreibung in den Upload eines Bildes integriert. Nach dem Upload stellt es uns ein Bearbeitungsmenü zur Verfügung. Und wir können darüber hinaus in unserer Timeline auch noch einen Bot abonnieren, der uns daran erinnert, ob wir ein Bild beschrieben haben oder nicht (Beispiele: @OCRbot, <a href="/@/PleaseCaption@botsin.space" class="u-url mention">@<span>PleaseCaption@botsin.space</span></a>).</p>

<p>Dennoch stellt sich die Frage, wie denn die Bildbeschreibung überhaupt auszusehen haben. Hier einige Tips:</p>

<h3 id="allgemeine-hinweise" id="allgemeine-hinweise">Allgemeine Hinweise:</h3>

<p><strong>1. Die einfachste Regel: Empathie und “Zweiten Blick” einnehmen</strong> Versuchen wir, uns einfach in die Situation einer sehschwachen Person hineinzuversetzen: nehmen wir die Haltung des <em>Zweiten Blicks</em> ein. Es klingt banal: das Zielpublikum der Sehschwachen sieht das Bild nicht, das wir als Sehende vor uns haben. Abstrahieren wir deshalb von unseren subjektiven Bildeindrücken und beschreiben es so neutral wie möglich. Die Frage stellt sich: Was muss <strong>unbedingt</strong> vermittelt werden? Die Betonung liegt dabei auf dem Wort <em>Vermittlung</em> und nicht auf <em>Pflichtprogramm für Gutmenschen</em>.</p>

<p><strong>2. Anwendungsbezogenheit.</strong> Nicht nur sehschwache Personen profitieren von einer präzisen Bildbeschreibung. Darüber hinaus sind zwei weitere Anwendungen zu nennen: (1) Kann ein Bild aus technischen Gründen nicht geladen werden, erscheint der Text anstelle des Bildes. (2) Suchmaschinen nutzen den Text, um dias Bild zu erfassen. Bilder zu beschreiben ist also nicht nur diversitätsgerecht, sondern hilft auch der maschinellen Lesbarkeit unserer digitalen Bilderproduktion.</p>

<p><strong>3. Präzision.</strong> Ziel ist es, das Bild so präzise wie möglich zu beschreiben. Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen: <em>Was ist im Wesentlichen zu sehen? Wer (Person, Lebewesen, Gegenstand) ist zu sehen? Welches Ereignis ist zu sehen? Ist der Bildtyp oder die Perspektive von Relevanz?</em> Der Text sollte nicht ausufern, sondern knapp genug sein, dass HörerInnen sofort verstehen, warum das Bild eingebunden wurde.</p>

<p><strong>4. Bilduntertitel.</strong> Dieser kann genutzt werden, um über den Metatext hinausgehende Informationen anzubieten. Sie sind gewissermassen eine Zwischenstufe zwischen der Bildbeschreibung im Metatext und dem eigentlichen Text des Gesamtartikels.</p>

<p><strong>5. Rein dekorative Bilder.</strong> Um zu entscheiden, ob wir eine Bildbeschreibung verfassen sollen oder nicht, müssen wir zwischen dem Informationsgehalt von Bildern unterscheiden. Menschen mit Bildschirmlesegarät sind oft froh, wenn redundante Informationen nicht ausgelesen werden. Deshalb werden reine Behübschungsbilder meist nicht beschrieben. Als Faustregel nennt <a href="https://www.zweiterblick.at/index.php?site=img#bedeutung">Zweiter Blick</a> die Beantwortung folgender Frage: <em>“Welchen Text würde ich einsetzen, wenn ich das Bild nicht verwenden könnte?” Fällt Ihnen nach gründlicher Überlegung kein Text ein, dürfte es sich um ein rein dekoratives Bild handeln.</em></p>

<p><strong>6. Sonderformen.</strong> Aber da gibt es ja noch Symbolfotos, Grafiken, Icons und interaktives Zeugs und da wirds komplizierter. Um die Textlänge nicht über Gebühr zu strapazieren, verweise ich auf den <a href="https://www.zweiterblick.at/index.php?site=img#bedeutung">Zweiten Blick.</a> Dort wird alles genau erklärt.</p>

<h3 id="die-wichtigsten-no-gos" id="die-wichtigsten-no-gos">Die wichtigsten No Gos:</h3>

<p><strong>1. Echos vermeiden.</strong> Bildschirmleseprogramme lesen ein Bild mit dem automatischen Hinweis aus, das nun ein Bild beschrieben wird. Wenn Sie also eine Bildbeschreibung beispielsweise mit der Phrase beginnen: *Das Bild zeigt ... *, so werden die HörerInnen mindestens zweimal das Wort <em>Bild</em> wie ein Echo hören.</p>

<p><strong>4. Rauschen vermeiden.</strong> Vermeiden sie in ihren Postings Emojis oder Abkürzungen soweit wie möglich. Diese können technisch nicht hörgerecht ausgelesen werden: die Ausgabe des Geräts beginnt zu “stottern”.</p>

<p><strong>5. Abgebildete Texte.</strong> Da diese Texte vom Bildschirmleseprogramm nicht ausgelesen werden, müssen sie, insbesondere wenn sie für die Symbolik des Bildes wichtig sind, in der Bildbeschreibung genannt werden.</p>

<p><strong>6. Verlinkte Bilder.</strong> Haben Sie ein Bild verlinkt, so muss der Text der Bildbeschreibung auch diesen Link enthalten.</p>

<h3 id="recherche" id="recherche">Recherche:</h3>
<ol><li><p><a href="https://www.zweiterblick.at/index.php?site=img#bedeutung">Zweiter Blick:</a> Deutsch, sehr informativ, sehr ausführlich, beantwortet auch diffizilere Fragen etwa nach Icons, Grafiken etc.</p></li>

<li><p><a href="https://www.techsmith.de/blog/alternativtext/">Tech Smith: Alternativtexte </a> Deutsch, mittelmässig informativ, zielt auf Werbung für die App Snagit.</p></li>

<li><p><a href="https://netzpolitik.org/2021/npp-241-blind-im-netz-mit-bildbeschreibungen-barrieren-ueberwinden/">Netzpolitik: Mit Bildbeschreibungen Barrieren überwinden:</a> Deutsch, spannender Podcast!</p></li></ol>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:CaptionYourMedia" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">CaptionYourMedia</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Inclusion" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Inclusion</span></a></p>
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      <pubDate>Thu, 05 May 2022 08:04:46 +0000</pubDate>
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