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    <title>weltraum &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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    <description>Notizen eines Fiktionauten.</description>
    <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 08:09:56 +0000</pubDate>
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      <title>weltraum &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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      <title>064 Ereignishorizont - NaNoWriMo22, Tag 13 und 14</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Plötzlich habe ich im Denken und Empfinden eine Grenze überschritten: beim Thema Informationsparadoxon. Wie wäre es tatsächlich, nicht mehr auf die Erinnerung vertrauen zu können?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Ja natürlich, ich weiss schon, dass man:frau immer ein bisschen skeptisch sein sollte in bezug darauf, was man erinnert, was man vergisst und was man plötzlich wieder erinnert. Man darf dies nicht eins zu eins in die sgn. Wahrheit einer Maschine übersetzen. Wovor ich aber tatsächlich Angst habe, ist es, wenn die in mir gespeicherten Erinnerungen/Informationen tatsächlich zufällig wären und nichts mehr mit dem zu tun haben, was mir in meinem Leben wichtig war und wichtig ist. Wie wäre es, keine Erinnerung zu haben und damit auch keine Vergangenheit? In einer völligen Anamnese sich zu befinden oder in zufällig generierten Erinnerungen, die nichts mehr mit dem eigenen Leben zu tun haben.&#xA;&#xA;Ein Film auf Netflix über Schwarze Löcher wirft dieses Thema auf. Wenn wir uns also nicht sicher sein können, ob Informationen in dieser Welt verloren gehen (wie die Quantenphysik behauptet), dann können wir uns auch nicht sicher sein, ob unsere Erinnerungen vollständig sind und unsere Vergangenheit valide ist. Unsere ganze Existenz ist damit in Frage gestellt. Die Schwarzen Löcher, die alles verschlucken, was sich über ihren Ereignishorizont gewagt hat, weigern sich möglicherweise hartnäckig, den bis dahin gültigen physikalischen Gesetzen zu entsprechen. Das macht manche Wissenschafter verrückt, und verunsichert Menschen mit wenig Phantasie zutiefst. Uns SciFi-Autor:innen sollte dieser Sachverhalt aber nicht nur zu denken, sondern auch zu schreiben geben. Der Gedanke könnte durchaus bereichernd sein, ihn in eine Geschichte zu kleiden durchaus spannend.&#xA;&#xA;Ein wenig versuche ich das im Romanprojekt Allaine. Bei der Stasis (=dem Tiefschlaf), die ich der Mannschaft eines Raumschiffs &#34;verordnet&#34; habe, weil es den 4.367 Lichtjahre langen Weg von der Erde nach Alpha Centauri zurücklegen muss, werden 140 Lebensjahre im Tiefschlaf verschluckt So lange dauert nämlich der Flug des Raumschiffs zum Zielort. Zwei Fragen tun sich auf: Wie &#34;füllt&#34; man einen Erinnerungshorizont  von Menschen, die sich auf eine derartige Reise begeben haben? Man kann diese doch nicht ohne Erinnerung lassen, nach so vielen Jahren der Leere! Und was passiert in der Stase mit dem Erinnerungsvermögen, welche Störungen erfährt es durch eine lange Ruhezeit: ja welche Störungen erfährt der gesamte Körper, die Psyche, das soziale Verhalten? Kann denn Erinnerung sich am Leben erhalten, ohne ständig genährt und bereichert zu werden? Welchen Traum darf man dem Schlafenden zutrauen?&#xA;&#xA;Diese Fragen interessieren mich sehr. In meinem Roman stelle ich auch die Fragen: Was bringt man diesen Menschen bei, die als Pioniere eine eigene &#34;Heldengeschichte&#34; aufweisen müssen, schon im Interesse des Mythos der Errichtung einer neuen Zivilisation ? Was lernen sie an ideologischen Versatzstücken angesichts jener Vergangenheit, die sie nicht bewusst erinnern können und die, künstlich implementiert, nun zu ihrer Erinnerung wird? Wer schreibt den Heldenmythos eines im Weltraum dahintreibenden Schiffes? Denn es braucht ihn unbedingt, angesichts der Leere eines stummen Nichts, in dem man dahintreibt und auch angesichts der Leere eines noch nie von Menschen besiedelten Planeten.&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #nanowrimo #Erinnerung #Ereignishorizont #Netflix #SchwarzeLöcher #Film #Allaine #Weltraum]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Plötzlich habe ich im Denken und Empfinden eine Grenze überschritten: beim Thema Informationsparadoxon. Wie wäre es tatsächlich, nicht mehr auf die Erinnerung vertrauen zu können?</p>



<p>Ja natürlich, ich weiss schon, dass man:frau immer ein bisschen skeptisch sein sollte in bezug darauf, was man erinnert, was man vergisst und was man plötzlich wieder erinnert. Man darf dies nicht eins zu eins in die sgn. Wahrheit einer Maschine übersetzen. Wovor ich aber tatsächlich Angst habe, ist es, wenn die in mir gespeicherten Erinnerungen/Informationen tatsächlich zufällig wären und nichts mehr mit dem zu tun haben, was mir in meinem Leben wichtig war und wichtig ist. Wie wäre es, keine Erinnerung zu haben und damit auch keine Vergangenheit? In einer völligen Anamnese sich zu befinden oder in zufällig generierten Erinnerungen, die nichts mehr mit dem eigenen Leben zu tun haben.</p>

<p>Ein Film auf Netflix über Schwarze Löcher wirft dieses Thema auf. Wenn wir uns also nicht sicher sein können, ob Informationen in dieser Welt verloren gehen (wie die Quantenphysik behauptet), dann können wir uns auch nicht sicher sein, ob unsere Erinnerungen vollständig sind und unsere Vergangenheit valide ist. Unsere ganze Existenz ist damit in Frage gestellt. Die Schwarzen Löcher, die alles verschlucken, was sich über ihren Ereignishorizont gewagt hat, weigern sich möglicherweise hartnäckig, den bis dahin gültigen physikalischen Gesetzen zu entsprechen. Das macht manche Wissenschafter verrückt, und verunsichert Menschen mit wenig Phantasie zutiefst. Uns SciFi-Autor:innen sollte dieser Sachverhalt aber nicht nur zu denken, sondern auch zu schreiben geben. Der Gedanke könnte durchaus bereichernd sein, ihn in eine Geschichte zu kleiden durchaus spannend.</p>

<p>Ein wenig versuche ich das im Romanprojekt Allaine. Bei der Stasis (=dem Tiefschlaf), die ich der Mannschaft eines Raumschiffs “verordnet” habe, weil es den 4.367 Lichtjahre langen Weg von der Erde nach Alpha Centauri zurücklegen muss, werden 140 Lebensjahre im Tiefschlaf verschluckt So lange dauert nämlich der Flug des Raumschiffs zum Zielort. Zwei Fragen tun sich auf: Wie “füllt” man einen Erinnerungshorizont  von Menschen, die sich auf eine derartige Reise begeben haben? Man kann diese doch nicht ohne Erinnerung lassen, nach so vielen Jahren der Leere! Und was passiert in der Stase mit dem Erinnerungsvermögen, welche Störungen erfährt es durch eine lange Ruhezeit: ja welche Störungen erfährt der gesamte Körper, die Psyche, das soziale Verhalten? Kann denn Erinnerung sich am Leben erhalten, ohne ständig genährt und bereichert zu werden? Welchen Traum darf man dem Schlafenden zutrauen?</p>

<p>Diese Fragen interessieren mich sehr. In meinem Roman stelle ich auch die Fragen: Was bringt man diesen Menschen bei, die als Pioniere eine eigene “Heldengeschichte” aufweisen müssen, schon im Interesse des Mythos der Errichtung einer neuen Zivilisation ? Was lernen sie an ideologischen Versatzstücken angesichts jener Vergangenheit, die sie nicht bewusst erinnern können und die, künstlich implementiert, nun zu ihrer Erinnerung wird? Wer schreibt den Heldenmythos eines im Weltraum dahintreibenden Schiffes? Denn es braucht ihn unbedingt, angesichts der Leere eines stummen Nichts, in dem man dahintreibt und auch angesichts der Leere eines noch nie von Menschen besiedelten Planeten.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Erinnerung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Erinnerung</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Ereignishorizont" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ereignishorizont</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Netflix" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Netflix</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:SchwarzeL%C3%B6cher" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">SchwarzeLöcher</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Film" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Film</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Weltraum" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Weltraum</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/064-ereignishorizont-nanowrimo-tag-13-und-14</guid>
      <pubDate>Mon, 14 Nov 2022 19:53:19 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>035 Reise ins Nichts. Kosmologisches. LDV003</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Logbuch des Vyomanauten Tyen Nomasky, Die Anomalie als Prinzip. Im Sternenjahr 2140. LdV 003&#xA;&#xA;\[Den Epeditionen in NMS bleibe ich schon über Jahre treu. Es ist eine Entdeckungsfahrt sondergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Abenteuer reiht sich an Routine, Irrtum an Erfolg, Einsamkeit an intergalaktische Vertrautheit. Nichts ist eindeutig, aber einiges vorhersehbar. Man möchte gerne planen, seine Umgebung systematisch erforschen, doch wozu? Diese sonderbare Welt, ist zu gross ist, um “entdeckt” werden zu können.\]&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Heute eines dieser merkwürdig absurden Erlebnis gehabt, das für das Leben in der Paradoxie dieser Galaxis so charakteristisch ist. Mit dem Bau meiner landwirtschaftlichen Anlage bin ich mittlerweile so weit fortgeschritten, dass ich mir erlauben kann, ein wenig den Missionen nachzugehen, die ich mir für die unmittelbare Zukunft vorgenommen habe. Und in diesen Missionen geschieht oft das Unglaubliche!&#xA;&#xA;Die Korvax, neben den Gek und den Vykeen eine der Lebensformen in der NMS-Galaxie, haben mir ganz offiziell ihr Misstrauen ausgesprochen. Bei der Abwehr einer Piratenattacke auf einen Fregattenzug habe ich im Eifer des Gefechts einen Verteidiger bombardiert. Die Wächter der Galaxie haben sich natürlich sofort eingeschaltet und mich als verkappten Piratenjäger identifiziert. Also musste ich vom Ort meiner Hilfeleistung fliehen und wohl die Schuld auf mich nehmen. Den Wächtern konnte ich gut entkommen, aber wie könnte ich das Vertrauen der Korvax wieder herstellen?&#xA;&#xA;Also flog ich auf eine von ihnen dominierte Raumstation und versuchte Abbitte zu leisten. Ich konnte mir am Anfang meiner Handelskarriere einfach nicht leisten, Negativpunkte zu sammeln und das Vertrauen einer ganzen Lebensform aufs Spiel setzen. Der Korvax-Kartograph, der bei meinem Bittgang die erste Anlaufstelle war, hörte mir aufmerksam zu, neigte behutsam den Kopf und machte mir folgenden Vorschlag: Er würde mich auf eine Mission entsenden, zum Beweis meiner Glaubwürdigkeit hätte ich bestimmte Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen. Ein von ihm auf meinen Bordcomputer übertragenes Signal würde mich seiner Aussage nach zu zu einem &#34;anomalen Gebäude führen, wo ich ein weiteres, diesmal aber &#34;anomales&#34; Signal auffangen würde. Dieses wäre zu ihm zurückzubringen. Das ist alles, was ich von ihm erfahre. Zuerst war ich noch froh, als ich ihn endlich in den Weiten des Euklid-Systems auf einem kleinen, unscheinbaren Planeten gefunden hatte. Dass er aber in Rätseln sprechen würde und sich meinen Nachfragen so verschliessen würde, hätte ich nicht erwartet.&#xA;&#xA;Bevor ich mich auf den beschwerlichen Weg machte, versuchte ich die kryptischen Hinweise zu entschlüsseln, bemühe meine Bordbibliothek, die über Anomale Gebäude Aufschluss geben konnte, oder zumindest einen Hinweis liefern würde. Weit gefehlt, ich konnte keine wie immer gearteten Informationen finden! Die Eingabe aller möglichen und unmöglichen Suchbegriffe führen zu nichts, aus dem ich Schlüsse ziehen hätte können. Ich war so kklug als wie zuvor.&#xA;&#xA;Also flog ich los, den  vorläufigen Koordinaten des Signals folgend. Nach dem Eintritt in den Orbit und dem Durchbrechen der Wolkendecke schimmerte unter mir einer dieser Wasserplaneten, die sich zwar als schöne Abwechslung im Weltraum präsentieren, einmal gelandet sich aber als Wasserwüste entpuppen und wenig Abwechslung bieten. Der Planet war ein sehr heisser, kein Wind blies, das Meer war entsprechend brackig und in ein eigentümliches Rot getaucht. Kein Land war in Sicht, nur sporadisch tauchten kleine Inseln auf, die seltsam abgeplattet waren und vegetationslos waren.&#xA;&#xA;Das Funksignal schwebte über dem weiten Ozean. Die Module meines Eo-Anzugs würden stark beansprucht werden: ich mass erhöhte Radioaktivität und Temperaturen über 45 Grad. Das würde wohl ein schwieriger Planetengang werden. Aber wo landen? Dreimal umflog ich das Signal, das direkt ins Wasser zeigte, aber auch unter der Wasseroberfläche konnte ich nichts entdecken. Ich würde mein Raumschiff nicht ins Wasser setzen wollen, also landete ich ungefährt 2000 Einheiten entfernt vom angezeigten Ort auf einem kleinen Eiland, nicht viel grässer als das Landepad eines Raumschiffes. Dann stellte ich meinen Scanner auf das Ziel ein, um genauere Daten zum Fundort ablesen zu können. Das Ziel war tatsächlich draussen im Meer. Ich würde einen Tauchgang wagen müssen. Die Anomalie war wahrscheinlich unter Wasser.&#xA;&#xA;Ich sprang ins Wasser, der Abbruch des Felsens, auf dem ich mit meinem Raumschiff gelandet war, war offenbar gewaltig. Unter mir befanden sich die Tiefen dieses gewaltigen Meeres. Ich schwamm los, aber schon bald bemerkte ich, dass es mir schwer fiel, die Richtung zu halten. Weder mein Scanner noch mein natürlicher Orientierungssinn schienen zu funktionieren. Ich hatte zunehmend das Gefühl, im Kreis zu schwimmen, die Richtung nicht mehr halten zu können, ich begann verwirrt zu werden. Der Sauerstoffvorrat wurde ebenso immer knapper und ich musste mich von Kelppflanze zu Kelppflanze vorankämpfen, um dort jeweils frische Luft aufnehmen zu können. Als ich merkte, dass ich immer wieder zurück zum Standort meines Schiffes zuzusteuern drohte, es dann aber im nächsten Moment wieder verschwunden war, drohte ich in Panik zu geraten. Es war, als ob ich mich in einer Spirale bewegte, die mich immer tiefer uns Unbekannte und Gefährliche hinabzog. Ich befand mich orientierungslos und zunehmend verwirrt mitten in besagter Anomalie.&#xA;&#xA;Die Orientierung spielte verrückt, genauso wie der Kompass in der Nähe des magnetischen Nordpols unserer Erde. Davon hatte ich schon gelesen, wie er dort immerwieder hin und herzuspringen drohte, sich kontinuierlich um die eigene Achse drehte. Genauso erging es mir. Ich plantschte im Wasser, drohte mich zu verlieren, wusste nicht mehr in welche Richtung ich schwamm, wo sich oben und unten befanden. Der Tod stand als Möglichkeit im Raum, ein virtueller Tod zwar, aber schlimm genug, sich so verrannt zu haben.&#xA;&#xA;Dann, am Höhepunkt meiner Verzweiflung, stabilisierte das Sigal mit einem Mal seine Position. Unter mir befand sich eine Wasserkapsel, zu der ich hinabtauchte und durch die Schleuse ins Innere schwamm. Ich war gerettet! Zitternd stand ich am Meeresgrund und versuchte mich zu beruhigen. Mein Puls raste, aber schliesslich gelang es mir, mich wieder einigermassen zu stabilisieren. Die Systeme arbeiteten wieder allmählich im Normalbetrieb. Ich sah mich um, entdeckte den Stationsterminal und holte mir von dort ohne Schwierigkeiten jene Software, wegen der ich dieses Abenteuer gewagt hatte.&#xA;&#xA;Die  Rückkehr zum Raumschiff dauerte erwartungsgemäss lange, war aber gottseidank relativ ereignislos. Trotzdem war ich froh, dass ich wieder ins Cockpit steigen konnte, um mich von diesem unsäglichen Ort zu entfernen. Die Mission war erfüllt, ich hoffte, durch diese Exkursion meine Schuld bei den Korvax abgeleistet zu  haben. Als Beweis würde ich ja dieses mühsam ergatterte Stück Software vorweisen können. Es enthielt wohl meine verzweifelte Suche. Ich  wusste mit einem Mal, dass es weniger um die Beute aus den Tiefen des Meeres ging, als vielmehr um den Schrecken, mit dem ich mich zu konfrontieren hatte.&#xA;&#xA;#nms #PostAnthropozän #Weltraum]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Logbuch des Vyomanauten Tyen Nomasky, Die Anomalie als Prinzip. Im Sternenjahr 2140. LdV 003</strong></p>

<p><em><strong>[Den Epeditionen in NMS bleibe ich schon über Jahre treu. Es ist eine Entdeckungsfahrt sondergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Abenteuer reiht sich an Routine, Irrtum an Erfolg, Einsamkeit an intergalaktische Vertrautheit. Nichts ist eindeutig, aber einiges vorhersehbar. Man möchte gerne planen, seine Umgebung systematisch erforschen, doch wozu? Diese sonderbare Welt, ist zu gross ist, um “entdeckt” werden zu können.]</strong></em></p>



<p>Heute eines dieser merkwürdig absurden Erlebnis gehabt, das für das Leben in der Paradoxie dieser Galaxis so charakteristisch ist. Mit dem Bau meiner landwirtschaftlichen Anlage bin ich mittlerweile so weit fortgeschritten, dass ich mir erlauben kann, ein wenig den Missionen nachzugehen, die ich mir für die unmittelbare Zukunft vorgenommen habe. Und in diesen Missionen geschieht oft das Unglaubliche!</p>

<p>Die Korvax, neben den Gek und den Vykeen eine der Lebensformen in der NMS-Galaxie, haben mir ganz offiziell ihr Misstrauen ausgesprochen. Bei der Abwehr einer Piratenattacke auf einen Fregattenzug habe ich im Eifer des Gefechts einen Verteidiger bombardiert. Die Wächter der Galaxie haben sich natürlich sofort eingeschaltet und mich als verkappten Piratenjäger identifiziert. Also musste ich vom Ort meiner Hilfeleistung fliehen und wohl die Schuld auf mich nehmen. Den Wächtern konnte ich gut entkommen, aber wie könnte ich das Vertrauen der Korvax wieder herstellen?</p>

<p>Also flog ich auf eine von ihnen dominierte Raumstation und versuchte Abbitte zu leisten. Ich konnte mir am Anfang meiner Handelskarriere einfach nicht leisten, Negativpunkte zu sammeln und das Vertrauen einer ganzen Lebensform aufs Spiel setzen. Der Korvax-Kartograph, der bei meinem Bittgang die erste Anlaufstelle war, hörte mir aufmerksam zu, neigte behutsam den Kopf und machte mir folgenden Vorschlag: Er würde mich auf eine Mission entsenden, zum Beweis meiner Glaubwürdigkeit hätte ich bestimmte Aufgaben zufriedenstellend zu erledigen. Ein von ihm auf meinen Bordcomputer übertragenes Signal würde mich seiner Aussage nach zu zu einem “anomalen Gebäude führen, wo ich ein weiteres, diesmal aber “anomales” Signal auffangen würde. Dieses wäre zu ihm zurückzubringen. Das ist alles, was ich von ihm erfahre. Zuerst war ich noch froh, als ich ihn endlich in den Weiten des Euklid-Systems auf einem kleinen, unscheinbaren Planeten gefunden hatte. Dass er aber in Rätseln sprechen würde und sich meinen Nachfragen so verschliessen würde, hätte ich nicht erwartet.</p>

<p>Bevor ich mich auf den beschwerlichen Weg machte, versuchte ich die kryptischen Hinweise zu entschlüsseln, bemühe meine Bordbibliothek, die über <em>Anomale Gebäude</em> Aufschluss geben konnte, oder zumindest einen Hinweis liefern würde. Weit gefehlt, ich konnte keine wie immer gearteten Informationen finden! Die Eingabe aller möglichen und unmöglichen Suchbegriffe führen zu nichts, aus dem ich Schlüsse ziehen hätte können. Ich war so kklug als wie zuvor.</p>

<p>Also flog ich los, den  vorläufigen Koordinaten des Signals folgend. Nach dem Eintritt in den Orbit und dem Durchbrechen der Wolkendecke schimmerte unter mir einer dieser Wasserplaneten, die sich zwar als schöne Abwechslung im Weltraum präsentieren, einmal gelandet sich aber als Wasserwüste entpuppen und wenig Abwechslung bieten. Der Planet war ein sehr heisser, kein Wind blies, das Meer war entsprechend brackig und in ein eigentümliches Rot getaucht. Kein Land war in Sicht, nur sporadisch tauchten kleine Inseln auf, die seltsam abgeplattet waren und vegetationslos waren.</p>

<p>Das Funksignal schwebte über dem weiten Ozean. Die Module meines Eo-Anzugs würden stark beansprucht werden: ich mass erhöhte Radioaktivität und Temperaturen über 45 Grad. Das würde wohl ein schwieriger Planetengang werden. Aber wo landen? Dreimal umflog ich das Signal, das direkt ins Wasser zeigte, aber auch unter der Wasseroberfläche konnte ich nichts entdecken. Ich würde mein Raumschiff nicht ins Wasser setzen wollen, also landete ich ungefährt 2000 Einheiten entfernt vom angezeigten Ort auf einem kleinen Eiland, nicht viel grässer als das Landepad eines Raumschiffes. Dann stellte ich meinen Scanner auf das Ziel ein, um genauere Daten zum Fundort ablesen zu können. Das Ziel war tatsächlich draussen im Meer. Ich würde einen Tauchgang wagen müssen. Die Anomalie war wahrscheinlich unter Wasser.</p>

<p>Ich sprang ins Wasser, der Abbruch des Felsens, auf dem ich mit meinem Raumschiff gelandet war, war offenbar gewaltig. Unter mir befanden sich die Tiefen dieses gewaltigen Meeres. Ich schwamm los, aber schon bald bemerkte ich, dass es mir schwer fiel, die Richtung zu halten. Weder mein Scanner noch mein natürlicher Orientierungssinn schienen zu funktionieren. Ich hatte zunehmend das Gefühl, im Kreis zu schwimmen, die Richtung nicht mehr halten zu können, ich begann verwirrt zu werden. Der Sauerstoffvorrat wurde ebenso immer knapper und ich musste mich von Kelppflanze zu Kelppflanze vorankämpfen, um dort jeweils frische Luft aufnehmen zu können. Als ich merkte, dass ich immer wieder zurück zum Standort meines Schiffes zuzusteuern drohte, es dann aber im nächsten Moment wieder verschwunden war, drohte ich in Panik zu geraten. Es war, als ob ich mich in einer Spirale bewegte, die mich immer tiefer uns Unbekannte und Gefährliche hinabzog. Ich befand mich orientierungslos und zunehmend verwirrt mitten in besagter Anomalie.</p>

<p>Die Orientierung spielte verrückt, genauso wie der Kompass in der Nähe des magnetischen Nordpols unserer Erde. Davon hatte ich schon gelesen, wie er dort immerwieder hin und herzuspringen drohte, sich kontinuierlich um die eigene Achse drehte. Genauso erging es mir. Ich plantschte im Wasser, drohte mich zu verlieren, wusste nicht mehr in welche Richtung ich schwamm, wo sich oben und unten befanden. Der Tod stand als Möglichkeit im Raum, ein virtueller Tod zwar, aber schlimm genug, sich so verrannt zu haben.</p>

<p>Dann, am Höhepunkt meiner Verzweiflung, stabilisierte das Sigal mit einem Mal seine Position. Unter mir befand sich eine Wasserkapsel, zu der ich hinabtauchte und durch die Schleuse ins Innere schwamm. Ich war gerettet! Zitternd stand ich am Meeresgrund und versuchte mich zu beruhigen. Mein Puls raste, aber schliesslich gelang es mir, mich wieder einigermassen zu stabilisieren. Die Systeme arbeiteten wieder allmählich im Normalbetrieb. Ich sah mich um, entdeckte den Stationsterminal und holte mir von dort ohne Schwierigkeiten jene Software, wegen der ich dieses Abenteuer gewagt hatte.</p>

<p>Die  Rückkehr zum Raumschiff dauerte erwartungsgemäss lange, war aber gottseidank relativ ereignislos. Trotzdem war ich froh, dass ich wieder ins Cockpit steigen konnte, um mich von diesem unsäglichen Ort zu entfernen. Die Mission war erfüllt, ich hoffte, durch diese Exkursion meine Schuld bei den Korvax abgeleistet zu  haben. Als Beweis würde ich ja dieses mühsam ergatterte Stück Software vorweisen können. Es enthielt wohl meine verzweifelte Suche. Ich  wusste mit einem Mal, dass es weniger um die Beute aus den Tiefen des Meeres ging, als vielmehr um den Schrecken, mit dem ich mich zu konfrontieren hatte.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nms" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nms</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:PostAnthropoz%C3%A4n" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">PostAnthropozän</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Weltraum" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Weltraum</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/033-reise-ins-nichts</guid>
      <pubDate>Thu, 14 Jul 2022 21:04:17 +0000</pubDate>
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      <title>034 Reise ins Nichts. Kosmologisches. LdV 002</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Logbuch des Vyomanauten Tyen Nomasky, Nichts ist voraussetzungslos. Im Sternenjahr 2140. LdV 002&#xA;&#xA;\[Den Epeditionen in NMS bleibe ich schon über Jahre treu. Es ist eine Entdeckungsfahrt sondergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Abenteuer reiht sich an Routine, Irrtum an Erfolg, Einsamkeit an intergalaktische Vertrautheit. Nichts ist eindeutig, aber einiges vorhersehbar. Man möchte gerne planen, seine Umgebung systematisch erforschen, doch wozu? Diese sonderbare Welt, ist zu gross ist, um “entdeckt” werden zu können.\]&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Die ersten Schritte in dieser Welt sind gut gelungen. Ich habe aus den Erfahrungen meiner früheren Reisen gelernt, bin vertrauter mit den Logiken der Mechanik geworden, handle routinierter. Ich arbeite ständig am Upgrade meiner Ausrüstung, meiner Instrumente und Raumschiffe und bin dabei, meinen Reiseverlauf systematisch zu planen. Manche Missionen erledige ich in den vorgeschriebenen Schritten der Galaxienmechanik. Vielleicht hilft das, mich weniger meiner Entdeckerlust aussetzen zu müssen, die mich manchmal in grenzwärtige Situationen bringt. Es ist belastend, sich ständig in den Weiten und Gefahren des Weltalls zu verlieren. Ein Handlungsgerüst hilft da sehr.&#xA;&#xA;Gerade bin ich dabei, auf einem paradiesischen Planeten eine grosse Farm zu errichten. Paradiesische Planeten sind Ökosysteme, in denen man sich relativ frei und ungezwungen bewegen kann: ohne zusätzliche Schutzmassnahmen, Energieabsicherungen und anderen Vorkehrungen gegen Gefahren. Sie lassen uns die Stimmung erspüren, wie sie vor Jahrzehnten im Frühling erfahrbar waren. Sogar die Präsenz der allgegenwärtigen Wächter, einer Art intergalaktischen Polizei, hält sich in solchen Systemen in erträglichen Grenzen. Ich bin froh, gleich zu Beginn meiner Reise einen solchen Paradies-Planeten gefunden zu haben: das ist eine wichtige Daseinsvoraussetzung. Denn ich muss bei meiner Versorgung mit Rohstoffen autonom werden. Dazu will ich mich möglichst ungehindert bewegen können.&#xA;&#xA;Es ist ein umfangreiches Bauvorhaben, das ich in die Realität umsetzen möchte: 12 bis 15 Geodome sollen entstehen, mit zuverlässiger Elektrizitäts- und Nährstoffversorgung, damit die unterschiedlichsn Pflanzen bestmöglichst gedeihen können. Auch ein Lagerhaus, ein Teleporter, ein galaktisches Handelsterminal und ein Sauerstoffextraktor sollen errichtet werden, vielleicht auch ein Aufenthaltsbereich für die raren sauren Regen, die es dem Vernehmen nach auch hier geben soll. Der landwirtschaftliche Betrieb wird mein Leben auf eine zuverlässige finanzielle Basis stellen können. Es soll ein Musterbetrieb werden. Zusammen mit einem guten Vertriebssystem  wird sich guter Gewinn erwirtschaften lassen, auf den ich für Notfälle zurückgreifen kann.&#xA;&#xA;Denn auch in der Welt von NMS funktioniert ohne Handel und ohne entsprechende Zahlungsmittel nichts. Offenbar ist eine Welt ohne entsprechende Kapitalisierung nicht denkbar. Selbst die Utopien benötigen Macht, Geld und Kapitalakkumulation. Dieser Pragmatik ist offenbar nicht zu entkommen. Doch die wirtschaftlichen Verhältnisse in meiner neuen Welt sind sogar noch ein wenig komplizierter und anspruchsvoller als im normalen Leben. So hat jedes Planetensystem seine eigenen Wirtschaftskreislauf. Das erfordert einen genauen Blick auf die Preisgestaltung, die auf den Handelsplätzen herrscht. Oft ist es ratsam mit seinem Transporter/Hauler längere Strecken zu warpen, um im Handel bis zu 20 Prozent bessere Preise zu erwirtschaften. Denn es gibt arme, reiche, moderate aber auch sehr gefährliche Planetensysteme, an die die Ware verbracht werden kann. Zudem ist Galaxis voller Piraten, die einem die hart erarbeitete Ware abjagen will. Nur das Gesetz der Macht hat seine Gültigkeit.&#xA;&#xA;Noch dazu existieren drei unterschiedliche Zahlungsmittel, die für jeweils unterschiedliche Waren verwendet werden müssen. Jede vernünftige Buchhaltung wird deshalb schwierig: &#34;Units&#34;, &#34;Naniten&#34; und &#34;Quecksilber&#34; können weder gegeneinander verrechnet werden, noch ist ihr Erwerb absehbar. Man muss die Gewinne und Ausgaben balancieren, muss wissen, wofür in einem spezifischen Moment besser Kapital angelegt oder ausgegeben werden sollte.&#xA;&#xA;Die Farm auf Earthseed, ja, das ist eines meiner Lieblingsprojekte. Es liegt nicht nur an der Lust am Handeln in den Raum- oder Handelsstationen, nicht nur an der Lust an der Produktion oder am Gewinn.  Die landwirtschaftliche Tätigkeit kommt vor allem meiner Liebe zu Pflanzen entgegen. Wenn sie schon nicht mehr so recht gedeihen wollen im extremen Klima des PostAnthropozäns, sollen sie sich wenigstens in der Mechanik von NMS prächtig und ordnungsgemäss entwickeln.&#xA;&#xA;Unter Anleitung Landwirtschaftsexperten aus dem Volk der Gek darf ich die Pflanzen kultivieren. Ich habe ihn auf einer Raumstation in einer der Grünen Systeme getroffen. Merkwürdigerweise hat er sich mir fast an den Hals mit seiner Dienstfertigkeit. Umsonst wolle er bei mir arbeiten, wenn ich ihn nur von der Plackerei in der Beengtheit der Raumstation befreien würde. Und er wolle mich anleiten zu einem erfolgreichen Unternehmer, der die feinsten Tricks des Anbaus, der Pflege, der Ernte und des Vetriebs der Produkte beherrschen würde. Meinen Willen vorausgesetzt natürlich, denn nichts sei voraussetzungslos, auch in dieser Branche nicht, pflegte er zu sagen. Diese vordergründlich freundliche, aber letzten Endes sehr bestimmende, wenn nicht gar manipulative Duktus seiner Rede: wie sehr habe ich mich inzwischen an ihn gewöhnt. Mir blieb wegen seiner Aufdringlichkeit eigentlich fast kein anderer Ausweg, als ihn anzustellen. Ich liess mich einfach übertölpeln.  Vorsichtshalber unter die Kuratel meines Aufsehers, einem Artgenossen, zu stellen. Ihm musste in meiner Raumstation ein spezieller Terminal eingerichtet werden, von dem aus er mich bei meinen landwirtschaftlichen Unternehmungen anleitet.&#xA;&#xA;Es ist ein kleines, gedrungenes Wesen, das mit seinem Vogelschnabel und seiner Phantasieuniform lächerlich und exotisch zugleich aussieht und sich in meiner Unterweisung sehr merkwürdig verhält. Immer wieder diese langen Exkurse zur grossen (und zugleich traurigen) Geschichte der Gek, in denen diese oder jene Pflanze eine grosse Rolle gespielt haben soll. Immer diese Aussscweifungen und autoritären Anfälle, die es offenbar für grandiose Pädagogik hielt. Aber .letzten Endes ist mein Experte namens Baba Ganuss ein grossartiger, wenn auch strenger Lehrer, der mich schrittweise dazu anleitet, die Gewächse zunächst probeweise in Lagertrögen zu pflanzen. Gelingen diese dort, dann darf ich sie in einem weiteren Schritt in meinen neu zu errichtenden Geodomen züchten. Aber es erfordert spezielle Mineralien und Samen, die ich von meinen botanischen Exkursionen stolz in meine Basis bringe und vorzeigen muss. Dort werden sie kritisch geprüft, ob sie für meine Gärtnerarbeit taugen und wenn nötig auch als minderwertige Proben verworfen. Ja, Lehrjahre sind beileibe keine Herrenjahre!&#xA;&#xA;Doch seine Methode (und meine gute Motivation) schienen nach einiger Zeit ihre Wirksamkeit gezeigt zu haben. Binnen weniger Sternentage habe ich mein Handwerk gelernt. Denn nichts ist voraussetzungslos und vieles muss erst gelernt werden, um hier überleben zu können.&#xA;Baba Ganuss lobt mich ausführlich, als ich mein letztes Lehrstück abgeliefert habe und verspricht mir, mich auch in Zukunft zu unterstützen. Dann verstummt er, wer weiss, wie lange?&#xA;&#xA;Das war der zweite Eintrag in mein Logbuch, LdV 002.&#xA;&#xA;#NMS #PostAnthropozän #Weltraum]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Logbuch des Vyomanauten Tyen Nomasky, Nichts ist voraussetzungslos. Im Sternenjahr 2140. LdV 002</strong></p>

<p><em><strong>[Den Epeditionen in NMS bleibe ich schon über Jahre treu. Es ist eine Entdeckungsfahrt sondergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Abenteuer reiht sich an Routine, Irrtum an Erfolg, Einsamkeit an intergalaktische Vertrautheit. Nichts ist eindeutig, aber einiges vorhersehbar. Man möchte gerne planen, seine Umgebung systematisch erforschen, doch wozu? Diese sonderbare Welt, ist zu gross ist, um “entdeckt” werden zu können.]</strong></em></p>



<p>Die ersten Schritte in dieser Welt sind gut gelungen. Ich habe aus den Erfahrungen meiner früheren Reisen gelernt, bin vertrauter mit den Logiken der Mechanik geworden, handle routinierter. Ich arbeite ständig am Upgrade meiner Ausrüstung, meiner Instrumente und Raumschiffe und bin dabei, meinen Reiseverlauf systematisch zu planen. Manche Missionen erledige ich in den vorgeschriebenen Schritten der Galaxienmechanik. Vielleicht hilft das, mich weniger meiner Entdeckerlust aussetzen zu müssen, die mich manchmal in grenzwärtige Situationen bringt. Es ist belastend, sich ständig in den Weiten und Gefahren des Weltalls zu verlieren. Ein Handlungsgerüst hilft da sehr.</p>

<p>Gerade bin ich dabei, auf einem paradiesischen Planeten eine grosse Farm zu errichten. Paradiesische Planeten sind Ökosysteme, in denen man sich relativ frei und ungezwungen bewegen kann: ohne zusätzliche Schutzmassnahmen, Energieabsicherungen und anderen Vorkehrungen gegen Gefahren. Sie lassen uns die Stimmung erspüren, wie sie vor Jahrzehnten im Frühling erfahrbar waren. Sogar die Präsenz der allgegenwärtigen Wächter, einer Art intergalaktischen Polizei, hält sich in solchen Systemen in erträglichen Grenzen. Ich bin froh, gleich zu Beginn meiner Reise einen solchen Paradies-Planeten gefunden zu haben: das ist eine wichtige Daseinsvoraussetzung. Denn ich muss bei meiner Versorgung mit Rohstoffen autonom werden. Dazu will ich mich möglichst ungehindert bewegen können.</p>

<p>Es ist ein umfangreiches Bauvorhaben, das ich in die Realität umsetzen möchte: 12 bis 15 Geodome sollen entstehen, mit zuverlässiger Elektrizitäts- und Nährstoffversorgung, damit die unterschiedlichsn Pflanzen bestmöglichst gedeihen können. Auch ein Lagerhaus, ein Teleporter, ein galaktisches Handelsterminal und ein Sauerstoffextraktor sollen errichtet werden, vielleicht auch ein Aufenthaltsbereich für die raren sauren Regen, die es dem Vernehmen nach auch hier geben soll. Der landwirtschaftliche Betrieb wird mein Leben auf eine zuverlässige finanzielle Basis stellen können. Es soll ein Musterbetrieb werden. Zusammen mit einem guten Vertriebssystem  wird sich guter Gewinn erwirtschaften lassen, auf den ich für Notfälle zurückgreifen kann.</p>

<p>Denn auch in der Welt von NMS funktioniert ohne Handel und ohne entsprechende Zahlungsmittel nichts. Offenbar ist eine Welt ohne entsprechende Kapitalisierung nicht denkbar. Selbst die Utopien benötigen Macht, Geld und Kapitalakkumulation. Dieser Pragmatik ist offenbar nicht zu entkommen. Doch die wirtschaftlichen Verhältnisse in meiner neuen Welt sind sogar noch ein wenig komplizierter und anspruchsvoller als im normalen Leben. So hat jedes Planetensystem seine eigenen Wirtschaftskreislauf. Das erfordert einen genauen Blick auf die Preisgestaltung, die auf den Handelsplätzen herrscht. Oft ist es ratsam mit seinem Transporter/Hauler längere Strecken zu warpen, um im Handel bis zu 20 Prozent bessere Preise zu erwirtschaften. Denn es gibt arme, reiche, moderate aber auch sehr gefährliche Planetensysteme, an die die Ware verbracht werden kann. Zudem ist Galaxis voller Piraten, die einem die hart erarbeitete Ware abjagen will. Nur das Gesetz der Macht hat seine Gültigkeit.</p>

<p>Noch dazu existieren drei unterschiedliche Zahlungsmittel, die für jeweils unterschiedliche Waren verwendet werden müssen. Jede vernünftige Buchhaltung wird deshalb schwierig: “Units”, “Naniten” und “Quecksilber” können weder gegeneinander verrechnet werden, noch ist ihr Erwerb absehbar. Man muss die Gewinne und Ausgaben balancieren, muss wissen, wofür in einem spezifischen Moment besser Kapital angelegt oder ausgegeben werden sollte.</p>

<p>Die <em><strong>Farm</strong></em> auf <em><strong>Earthseed</strong></em>, ja, das ist eines meiner Lieblingsprojekte. Es liegt nicht nur an der Lust am Handeln in den Raum- oder Handelsstationen, nicht nur an der Lust an der Produktion oder am Gewinn.  Die landwirtschaftliche Tätigkeit kommt vor allem meiner Liebe zu Pflanzen entgegen. Wenn sie schon nicht mehr so recht gedeihen wollen im extremen Klima des PostAnthropozäns, sollen sie sich wenigstens in der Mechanik von NMS prächtig und ordnungsgemäss entwickeln.</p>

<p>Unter Anleitung Landwirtschaftsexperten aus dem Volk der Gek darf ich die Pflanzen kultivieren. Ich habe ihn auf einer Raumstation in einer der <em>Grünen Systeme</em> getroffen. Merkwürdigerweise hat er sich mir fast an den Hals mit seiner Dienstfertigkeit. Umsonst wolle er bei mir arbeiten, wenn ich ihn nur von der Plackerei in der Beengtheit der Raumstation befreien würde. Und er wolle mich anleiten zu einem erfolgreichen Unternehmer, der die feinsten Tricks des Anbaus, der Pflege, der Ernte und des Vetriebs der Produkte beherrschen würde. Meinen Willen vorausgesetzt natürlich, denn nichts sei voraussetzungslos, auch in dieser Branche nicht, pflegte er zu sagen. Diese vordergründlich freundliche, aber letzten Endes sehr bestimmende, wenn nicht gar manipulative Duktus seiner Rede: wie sehr habe ich mich inzwischen an ihn gewöhnt. Mir blieb wegen seiner Aufdringlichkeit eigentlich fast kein anderer Ausweg, als ihn anzustellen. Ich liess mich einfach übertölpeln.  Vorsichtshalber unter die Kuratel meines Aufsehers, einem Artgenossen, zu stellen. Ihm musste in meiner Raumstation ein spezieller Terminal eingerichtet werden, von dem aus er mich bei meinen landwirtschaftlichen Unternehmungen anleitet.</p>

<p>Es ist ein kleines, gedrungenes Wesen, das mit seinem Vogelschnabel und seiner Phantasieuniform lächerlich und exotisch zugleich aussieht und sich in meiner Unterweisung sehr merkwürdig verhält. Immer wieder diese langen Exkurse zur grossen (und zugleich traurigen) Geschichte der Gek, in denen diese oder jene Pflanze eine grosse Rolle gespielt haben soll. Immer diese Aussscweifungen und autoritären Anfälle, die es offenbar für grandiose Pädagogik hielt. Aber .letzten Endes ist mein Experte namens <strong>Baba Ganuss</strong> ein grossartiger, wenn auch strenger Lehrer, der mich schrittweise dazu anleitet, die Gewächse zunächst probeweise in Lagertrögen zu pflanzen. Gelingen diese dort, dann darf ich sie in einem weiteren Schritt in meinen neu zu errichtenden Geodomen züchten. Aber es erfordert spezielle Mineralien und Samen, die ich von meinen botanischen Exkursionen stolz in meine Basis bringe und vorzeigen muss. Dort werden sie kritisch geprüft, ob sie für meine Gärtnerarbeit taugen und wenn nötig auch als minderwertige Proben verworfen. Ja, Lehrjahre sind beileibe keine Herrenjahre!</p>

<p>Doch seine Methode (und meine gute Motivation) schienen nach einiger Zeit ihre Wirksamkeit gezeigt zu haben. Binnen weniger Sternentage habe ich mein Handwerk gelernt. Denn nichts ist voraussetzungslos und vieles muss erst gelernt werden, um hier überleben zu können.
Baba Ganuss lobt mich ausführlich, als ich mein letztes Lehrstück abgeliefert habe und verspricht mir, mich auch in Zukunft zu unterstützen. Dann verstummt er, wer weiss, wie lange?</p>

<p>Das war der zweite Eintrag in mein Logbuch, LdV 002.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:NMS" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NMS</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:PostAnthropoz%C3%A4n" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">PostAnthropozän</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Weltraum" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Weltraum</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/032-reise-ins-nichts</guid>
      <pubDate>Sat, 09 Jul 2022 09:14:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>033 Reise ins Nichts. Logbuch eines Vyomanauten. LdV 001</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Den Epeditionen in NMS bleibe ich schon über Jahre treu. Es ist eine Entdeckungsfahrt sondergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Abenteuer reiht sich an Routine, Irrtum an Erfolg, Einsamkeit an intergalaktische Vertrautheit. Nichts ist eindeutig, einiges vorhersehbar. Das Vergessen ist uns Reisenden indes sicher.&#xA;&#xA;Logbuch des Vyomanauten Tyen Nomasky, Erste Überlegungen, im Sternenjahr 2140. LdV 001&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Wie jeder brave Vyomanaut will ich ein Logbuch schreiben, um Rechenschaft über die verflossene Zeit abzulegen. Aber es gibt niemanden, der mich auf diese Reise geschickt hätte, niemanden, dem ich mich zu verantworten hätte, niemanden, den meine Erlebnisse interessieren könnten. Ich bin alleine mit diesen Aufzeichnungen, die sich letztendlich ad absurdum führen werden: denn für wen anders wären sie verfasst als für mich? Und gemeinsam mit wem anders werden sie in einer Synkope verglühen als mit mir? Unendlich ist der Weltraum und nur einen Wimpernschlag lang dauert unser Leben. Aufzeichnungen darüber zu führen, ist sinnlos. Trotzdem beginne ich mit der Niederschrift der Merkwürdigkeiten, die mir begegnen. Einfach um mir zu beweisen, dass ich noch existiere.&#xA;&#xA;Hineingeworfen wurde ich in die Galaxis namens Euklid, mit wenig mehr als dürftiger Ausrüstung. Mehrmals ist mir das schon passiert: Ich habe die Maschine eingeschaltet, mich verkabelt und meine neuronale Bereitschaft zur Reise bekundet. Laut summt das Gerät, schnell ziehen mich Ton und Bild in ihren Bann. Eingeschrieben finde ich meine Aufmerksamkeit im fiktiven Raum der Maschine. Sie holt mich ab, begleitet mich, bis wir durch die verschiedenen Stadien des Bildaufbaus geglitten und auf meinem derzeitigen Planeten gelandet sind. Dann spuckt sie mich aus am Teleporter meiner Basis. Ich bin angekommen, ein zufriedener Vyomanaut. Ich kann dort beginnen, wo mein Leben letztes Mal geendet hat.&#xA;&#xA;Oft schon habe ich diese Reisen absolviert. In den automatischen Aufzeichnungen meiner galaktischen Maschine lese ich:&#xA;Sternenjahr 2135: 130,8 Tage; Sternenjahr 2136: 285,2 Tage;  Sternenjahr 2137: 288,23 Tage. Und dieses Jahr, 2140, sind es bereits 94 Tage, die ich mit Reisen verbracht habe.&#xA;&#xA;Ich möchte diese Zeiten nicht missen in der alltäglichen Routine des &#34;normalen&#34; Lebens. Der Blick auf die reale Existenz ist ein deprimierter und ernüchternder. Alles um uns ist kaputt gegangen. Was haben vom Leben auf dieser Erde noch zu erwarten? Weitere, grössere, erbarmungslosere Kriege? Den kompletten Zerfall der Gesellschaft? Gewalt, Hypertrophie, Ökozid? Wie lange noch werden wir das überdauern können? Wir befinden uns am Beginn des Post-Anthropozän, jenem Zeitalter, indem sich die gar nicht gütige Natur sich alles zurücknimmt, was unser Menschengeschlecht ihr einst gestohlen hat. Niemand will, ja kann noch etwas ändern am Wirbel in den Tod. Kosmische Mächte ändern uns fortwährend, verwandeln uns in Objekte des Verfalls. Wir sind gelähmt vom Schrecken und verkriechen uns verängstigt in unser schwaches Ich. Wir überlassen unser Ende der Macht der Technokratie: ja, auch den eigenen Untergang vermag die technokratische Elite zu verwalten. So wird es bleiben, bis zu unserer Auslöschung. Die Natur ist weit davon entfernt, gütig sein zu können.&#xA;&#xA;Doch die Misere der realen Welt soll hier nicht interessieren. Nur das Schicksal  als Vyomanaut zählt, das Geworfen - Sein in das elektrische Rauschen künstlicher Galaxien. Tatsächlich komme ich immer wieder zurück an die artifiziellen Orte, die von mir selbst erschaffen wurden, und die ich der Mechanik einer Maschine abgetrotzt habe. Sie sind zu den Koordinaten meines neuen Lebens geworden, das ich aus meiner traurigen Existenz geschaffen habe.&#xA;&#xA;Das war der erste Eintrag in mein Logbuch, LdV 001.&#xA;&#xA;#NMS #PostAmthropozän #Weltraum]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den Epeditionen in <em>NMS</em> bleibe ich schon über Jahre treu. Es ist eine Entdeckungsfahrt sondergleichen, ein ständiges Auf und Ab. Abenteuer reiht sich an Routine, Irrtum an Erfolg, Einsamkeit an intergalaktische Vertrautheit. Nichts ist eindeutig, einiges vorhersehbar. Das Vergessen ist uns Reisenden indes sicher.</strong></p>

<p><em><strong>Logbuch des Vyomanauten Tyen Nomasky, Erste Überlegungen, im Sternenjahr 2140. LdV 001</strong></em></p>



<p>Wie jeder brave Vyomanaut will ich ein Logbuch schreiben, um Rechenschaft über die verflossene Zeit abzulegen. Aber es gibt niemanden, der mich auf diese Reise geschickt hätte, niemanden, dem ich mich zu verantworten hätte, niemanden, den meine Erlebnisse interessieren könnten. Ich bin alleine mit diesen Aufzeichnungen, die sich letztendlich ad absurdum führen werden: denn für wen anders wären sie verfasst als für mich? Und gemeinsam mit wem anders werden sie in einer Synkope verglühen als mit mir? Unendlich ist der Weltraum und nur einen Wimpernschlag lang dauert unser Leben. Aufzeichnungen darüber zu führen, ist sinnlos. Trotzdem beginne ich mit der Niederschrift der Merkwürdigkeiten, die mir begegnen. Einfach um mir zu beweisen, dass ich noch existiere.</p>

<p>Hineingeworfen wurde ich in die Galaxis namens Euklid, mit wenig mehr als dürftiger Ausrüstung. Mehrmals ist mir das schon passiert: Ich habe die Maschine eingeschaltet, mich verkabelt und meine neuronale Bereitschaft zur Reise bekundet. Laut summt das Gerät, schnell ziehen mich Ton und Bild in ihren Bann. Eingeschrieben finde ich meine Aufmerksamkeit im fiktiven Raum der Maschine. Sie holt mich ab, begleitet mich, bis wir durch die verschiedenen Stadien des Bildaufbaus geglitten und auf meinem derzeitigen Planeten gelandet sind. Dann spuckt sie mich aus am Teleporter meiner Basis. Ich bin angekommen, ein zufriedener Vyomanaut. Ich kann dort beginnen, wo mein Leben letztes Mal geendet hat.</p>

<p>Oft schon habe ich diese Reisen absolviert. In den automatischen Aufzeichnungen meiner galaktischen Maschine lese ich:
Sternenjahr 2135: 130,8 Tage; Sternenjahr 2136: 285,2 Tage;  Sternenjahr 2137: 288,23 Tage. Und dieses Jahr, 2140, sind es bereits 94 Tage, die ich mit Reisen verbracht habe.</p>

<p>Ich möchte diese Zeiten nicht missen in der alltäglichen Routine des “normalen” Lebens. Der Blick auf die reale Existenz ist ein deprimierter und ernüchternder. Alles um uns ist kaputt gegangen. Was haben vom Leben auf dieser Erde noch zu erwarten? Weitere, grössere, erbarmungslosere Kriege? Den kompletten Zerfall der Gesellschaft? Gewalt, Hypertrophie, Ökozid? Wie lange noch werden wir das überdauern können? Wir befinden uns am Beginn des Post-Anthropozän, jenem Zeitalter, indem sich die gar nicht gütige Natur sich alles zurücknimmt, was unser Menschengeschlecht ihr einst gestohlen hat. Niemand will, ja kann noch etwas ändern am Wirbel in den Tod. Kosmische Mächte ändern uns fortwährend, verwandeln uns in Objekte des Verfalls. Wir sind gelähmt vom Schrecken und verkriechen uns verängstigt in unser schwaches Ich. Wir überlassen unser Ende der Macht der Technokratie: ja, auch den eigenen Untergang vermag die technokratische Elite zu verwalten. So wird es bleiben, bis zu unserer Auslöschung. Die Natur ist weit davon entfernt, gütig sein zu können.</p>

<p>Doch die Misere der realen Welt soll hier nicht interessieren. Nur das Schicksal  als Vyomanaut zählt, das Geworfen – Sein in das elektrische Rauschen künstlicher Galaxien. Tatsächlich komme ich immer wieder zurück an die artifiziellen Orte, die von mir selbst erschaffen wurden, und die ich der Mechanik einer Maschine abgetrotzt habe. Sie sind zu den Koordinaten meines neuen Lebens geworden, das ich aus meiner traurigen Existenz geschaffen habe.</p>

<p>Das war der erste Eintrag in mein Logbuch, LdV 001.</p>

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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/031-reise-ins-nichts</guid>
      <pubDate>Fri, 08 Jul 2022 14:37:37 +0000</pubDate>
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      <title>TAGS</title>
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      <pubDate>Fri, 06 May 2022 07:41:29 +0000</pubDate>
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