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    <title>film &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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    <description>Notizen eines Fiktionauten.</description>
    <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 08:03:25 +0000</pubDate>
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      <title>film &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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      <title>064 Ereignishorizont - NaNoWriMo22, Tag 13 und 14</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Plötzlich habe ich im Denken und Empfinden eine Grenze überschritten: beim Thema Informationsparadoxon. Wie wäre es tatsächlich, nicht mehr auf die Erinnerung vertrauen zu können?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Ja natürlich, ich weiss schon, dass man:frau immer ein bisschen skeptisch sein sollte in bezug darauf, was man erinnert, was man vergisst und was man plötzlich wieder erinnert. Man darf dies nicht eins zu eins in die sgn. Wahrheit einer Maschine übersetzen. Wovor ich aber tatsächlich Angst habe, ist es, wenn die in mir gespeicherten Erinnerungen/Informationen tatsächlich zufällig wären und nichts mehr mit dem zu tun haben, was mir in meinem Leben wichtig war und wichtig ist. Wie wäre es, keine Erinnerung zu haben und damit auch keine Vergangenheit? In einer völligen Anamnese sich zu befinden oder in zufällig generierten Erinnerungen, die nichts mehr mit dem eigenen Leben zu tun haben.&#xA;&#xA;Ein Film auf Netflix über Schwarze Löcher wirft dieses Thema auf. Wenn wir uns also nicht sicher sein können, ob Informationen in dieser Welt verloren gehen (wie die Quantenphysik behauptet), dann können wir uns auch nicht sicher sein, ob unsere Erinnerungen vollständig sind und unsere Vergangenheit valide ist. Unsere ganze Existenz ist damit in Frage gestellt. Die Schwarzen Löcher, die alles verschlucken, was sich über ihren Ereignishorizont gewagt hat, weigern sich möglicherweise hartnäckig, den bis dahin gültigen physikalischen Gesetzen zu entsprechen. Das macht manche Wissenschafter verrückt, und verunsichert Menschen mit wenig Phantasie zutiefst. Uns SciFi-Autor:innen sollte dieser Sachverhalt aber nicht nur zu denken, sondern auch zu schreiben geben. Der Gedanke könnte durchaus bereichernd sein, ihn in eine Geschichte zu kleiden durchaus spannend.&#xA;&#xA;Ein wenig versuche ich das im Romanprojekt Allaine. Bei der Stasis (=dem Tiefschlaf), die ich der Mannschaft eines Raumschiffs &#34;verordnet&#34; habe, weil es den 4.367 Lichtjahre langen Weg von der Erde nach Alpha Centauri zurücklegen muss, werden 140 Lebensjahre im Tiefschlaf verschluckt So lange dauert nämlich der Flug des Raumschiffs zum Zielort. Zwei Fragen tun sich auf: Wie &#34;füllt&#34; man einen Erinnerungshorizont  von Menschen, die sich auf eine derartige Reise begeben haben? Man kann diese doch nicht ohne Erinnerung lassen, nach so vielen Jahren der Leere! Und was passiert in der Stase mit dem Erinnerungsvermögen, welche Störungen erfährt es durch eine lange Ruhezeit: ja welche Störungen erfährt der gesamte Körper, die Psyche, das soziale Verhalten? Kann denn Erinnerung sich am Leben erhalten, ohne ständig genährt und bereichert zu werden? Welchen Traum darf man dem Schlafenden zutrauen?&#xA;&#xA;Diese Fragen interessieren mich sehr. In meinem Roman stelle ich auch die Fragen: Was bringt man diesen Menschen bei, die als Pioniere eine eigene &#34;Heldengeschichte&#34; aufweisen müssen, schon im Interesse des Mythos der Errichtung einer neuen Zivilisation ? Was lernen sie an ideologischen Versatzstücken angesichts jener Vergangenheit, die sie nicht bewusst erinnern können und die, künstlich implementiert, nun zu ihrer Erinnerung wird? Wer schreibt den Heldenmythos eines im Weltraum dahintreibenden Schiffes? Denn es braucht ihn unbedingt, angesichts der Leere eines stummen Nichts, in dem man dahintreibt und auch angesichts der Leere eines noch nie von Menschen besiedelten Planeten.&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #nanowrimo #Erinnerung #Ereignishorizont #Netflix #SchwarzeLöcher #Film #Allaine #Weltraum]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Plötzlich habe ich im Denken und Empfinden eine Grenze überschritten: beim Thema Informationsparadoxon. Wie wäre es tatsächlich, nicht mehr auf die Erinnerung vertrauen zu können?</p>



<p>Ja natürlich, ich weiss schon, dass man:frau immer ein bisschen skeptisch sein sollte in bezug darauf, was man erinnert, was man vergisst und was man plötzlich wieder erinnert. Man darf dies nicht eins zu eins in die sgn. Wahrheit einer Maschine übersetzen. Wovor ich aber tatsächlich Angst habe, ist es, wenn die in mir gespeicherten Erinnerungen/Informationen tatsächlich zufällig wären und nichts mehr mit dem zu tun haben, was mir in meinem Leben wichtig war und wichtig ist. Wie wäre es, keine Erinnerung zu haben und damit auch keine Vergangenheit? In einer völligen Anamnese sich zu befinden oder in zufällig generierten Erinnerungen, die nichts mehr mit dem eigenen Leben zu tun haben.</p>

<p>Ein Film auf Netflix über Schwarze Löcher wirft dieses Thema auf. Wenn wir uns also nicht sicher sein können, ob Informationen in dieser Welt verloren gehen (wie die Quantenphysik behauptet), dann können wir uns auch nicht sicher sein, ob unsere Erinnerungen vollständig sind und unsere Vergangenheit valide ist. Unsere ganze Existenz ist damit in Frage gestellt. Die Schwarzen Löcher, die alles verschlucken, was sich über ihren Ereignishorizont gewagt hat, weigern sich möglicherweise hartnäckig, den bis dahin gültigen physikalischen Gesetzen zu entsprechen. Das macht manche Wissenschafter verrückt, und verunsichert Menschen mit wenig Phantasie zutiefst. Uns SciFi-Autor:innen sollte dieser Sachverhalt aber nicht nur zu denken, sondern auch zu schreiben geben. Der Gedanke könnte durchaus bereichernd sein, ihn in eine Geschichte zu kleiden durchaus spannend.</p>

<p>Ein wenig versuche ich das im Romanprojekt Allaine. Bei der Stasis (=dem Tiefschlaf), die ich der Mannschaft eines Raumschiffs “verordnet” habe, weil es den 4.367 Lichtjahre langen Weg von der Erde nach Alpha Centauri zurücklegen muss, werden 140 Lebensjahre im Tiefschlaf verschluckt So lange dauert nämlich der Flug des Raumschiffs zum Zielort. Zwei Fragen tun sich auf: Wie “füllt” man einen Erinnerungshorizont  von Menschen, die sich auf eine derartige Reise begeben haben? Man kann diese doch nicht ohne Erinnerung lassen, nach so vielen Jahren der Leere! Und was passiert in der Stase mit dem Erinnerungsvermögen, welche Störungen erfährt es durch eine lange Ruhezeit: ja welche Störungen erfährt der gesamte Körper, die Psyche, das soziale Verhalten? Kann denn Erinnerung sich am Leben erhalten, ohne ständig genährt und bereichert zu werden? Welchen Traum darf man dem Schlafenden zutrauen?</p>

<p>Diese Fragen interessieren mich sehr. In meinem Roman stelle ich auch die Fragen: Was bringt man diesen Menschen bei, die als Pioniere eine eigene “Heldengeschichte” aufweisen müssen, schon im Interesse des Mythos der Errichtung einer neuen Zivilisation ? Was lernen sie an ideologischen Versatzstücken angesichts jener Vergangenheit, die sie nicht bewusst erinnern können und die, künstlich implementiert, nun zu ihrer Erinnerung wird? Wer schreibt den Heldenmythos eines im Weltraum dahintreibenden Schiffes? Denn es braucht ihn unbedingt, angesichts der Leere eines stummen Nichts, in dem man dahintreibt und auch angesichts der Leere eines noch nie von Menschen besiedelten Planeten.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Erinnerung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Erinnerung</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Ereignishorizont" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ereignishorizont</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Netflix" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Netflix</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:SchwarzeL%C3%B6cher" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">SchwarzeLöcher</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Film" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Film</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Weltraum" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Weltraum</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/064-ereignishorizont-nanowrimo-tag-13-und-14</guid>
      <pubDate>Mon, 14 Nov 2022 19:53:19 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>046 Taschendieb sein, oder wenigstens Voyeur!</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Haben Sie schon jemals in ihrem Leben die Lust verspürt, einen Ladendiebstahl zu begehen? Haben sie gar einen ohne zwingende Notwendigkeit begangen? Oder haben Sie die Taschendiebe gehasst, die Sie mit Chuzpe bestohlen haben aber sie doch insgeheim bewundert, weil es ihnen so mühelos gelungen ist?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Fall 1: Erregt sitzt der Erzähler von Stefan Zweigs Erzählung &#34;Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk&#34; (1931) in einem Café an einem Pariser Boulevard. Er verweilt inmitten des Trubels vorüberziehender Menschen, angespannt, alle minutiös beobachtend. Dann plötzlich, mit der Unbekümmertheit eines Müssiggängers, geniesst er, selbst unbemerkt, das Treiben eines Taschendiebs, bewundert seine Kunstfertigkeit, fiebert mit ihm, fürchtet, so wie sein Opfer, das Erscheinen der Polizei, die dem Treiben ein Ende bereiten könnte.  Die Erzählung ist in all ihrer Präzision und Ausführlichkeit eine fast quälend vergnügliche Beobachtung und Übung in literarischem Voyeurismus: Sitzen, beobachten, mitfiebern und dabei viel erregte Augenlust. Doch letzten Endes wird aus dem Beobachter ein Akteur, aus dem Voyeur ein Involvierter. Das Spiel bricht in sich zusammen, die Nähe zum Objekt wird untragbar.&#xA;&#xA;Fall 2: Ähnlich ausgeprägt  ist die Darstellung des Voyeurismus in Robert Bressons filmischen Meisterwerk &#34;Pickpocket&#34; aus dem Jahr 1959, aber mit deutlicher Akzentverschiebung. Roger Ebert verweist in seiner Interpretation auf den Zusammenhang von Narzismus, Voyeurismus und Sexualität im Verhalten des beobachteten Taschendiebs:&#xA;&#xA;  He gathers his narcissism around himself like a blanket. He sits in his garret and reads his books, and treasures an image of himself as a man so special that he is privileged to steal from others. Also, of course, he gets an erotic charge out of stealing.&#xA;&#xA;Dies sind Beobachtungen, die mir während des Ansehens von Bressots Film zunächst gar nicht aufgefallen waren; weil eben ich als Zuseher dieser Voyeur war, der dem Ballett der gezeigten Taschendiebe folgen durfte; weil ich mich offenbar im Narzissmus des Hauptdarstellers wiedererkannte und weil es so erregend war, ihn in seiner linkischen Überheblichkeit zu begleiten. Das zu erkennen, beschämte mich sehr. Ich erinnere mich an die Ladendiebstähle meiner Kindheit und an die Angst vor dem Entdeckt - Werden. Wie doch die Lust am Diebstahl meine Sinne überreizten!&#xA;&#xA;Fall 3: Dann der chinesische Film Pickpocket von  Jia Zhangke aus dem Jahr 1997. Auch er begleitet einen Taschendieb auf seiner Irrfahrt durch die Stadt, belässt den Anti-Helden aber fast in der Normalität eines interesselosen Jugendlichen. Kein geniesserische Beobachtung seiner Künste, nur spärliche Andeutungen. Im Gegenteil, der Dieb zeichnet sich durch verantwortungsvolles Handeln aus. Die Ausweise seiner Opfer wirft er in den Postkasten der nächsten Polizeistation.  Ein guter Krimineller, auf der Suche nach Läuterung von seinen Taten an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Doch dann wird er auf frischer Tat ertappt und der Polizei übergeben. Vorbei ist es mit seiner Anonymität, seiner klandestinen Tätigkeit. Vom Polizeichef des Distrikts mit Handschellen an einen Mast gekettet, ist er den beschämenden Blicken und der Zudringlichkeit der Passanten preisgegeben. Der Albtraum eines jeden Taschendiebs: mittelalterlich anmutende Zurschaustellung! Öffentliche Demütigung. Das ist das Ende einer Existenz.&#xA;&#xA;#Voyeurismus #Film #Literatur #MiniEssay]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Haben Sie schon jemals in ihrem Leben die Lust verspürt, einen Ladendiebstahl zu begehen? Haben sie gar einen ohne zwingende Notwendigkeit begangen? Oder haben Sie die Taschendiebe gehasst, die Sie mit Chuzpe bestohlen haben aber sie doch insgeheim bewundert, weil es ihnen so mühelos gelungen ist?</p>



<p>Fall 1: Erregt sitzt der Erzähler von Stefan Zweigs Erzählung “Unvermutete Bekanntschaft mit einem Handwerk” (1931) in einem Café an einem Pariser Boulevard. Er verweilt inmitten des Trubels vorüberziehender Menschen, angespannt, alle minutiös beobachtend. Dann plötzlich, mit der Unbekümmertheit eines Müssiggängers, geniesst er, selbst unbemerkt, das Treiben eines Taschendiebs, bewundert seine Kunstfertigkeit, fiebert mit ihm, fürchtet, so wie sein Opfer, das Erscheinen der Polizei, die dem Treiben ein Ende bereiten könnte.  Die Erzählung ist in all ihrer Präzision und Ausführlichkeit eine fast quälend vergnügliche Beobachtung und Übung in literarischem Voyeurismus: Sitzen, beobachten, mitfiebern und dabei viel erregte Augenlust. Doch letzten Endes wird aus dem Beobachter ein Akteur, aus dem Voyeur ein Involvierter. Das Spiel bricht in sich zusammen, die Nähe zum Objekt wird untragbar.</p>

<p>Fall 2: Ähnlich ausgeprägt  ist die Darstellung des Voyeurismus in Robert Bressons filmischen Meisterwerk “Pickpocket” aus dem Jahr 1959, aber mit deutlicher Akzentverschiebung. Roger Ebert verweist in seiner <a href="https://www.rogerebert.com/reviews/great-movie-pickpocket-1959" title="Interpretation">Interpretation</a> auf den Zusammenhang von Narzismus, Voyeurismus und Sexualität im Verhalten des beobachteten Taschendiebs:</p>

<blockquote><p><em>He gathers his narcissism around himself like a blanket. He sits in his garret and reads his books, and treasures an image of himself as a man so special that he is privileged to steal from others. Also, of course, he gets an erotic charge out of stealing.</em></p></blockquote>

<p>Dies sind Beobachtungen, die mir während des Ansehens von Bressots Film zunächst gar nicht aufgefallen waren; weil eben ich als Zuseher dieser Voyeur war, der dem Ballett der gezeigten Taschendiebe folgen durfte; weil ich mich offenbar im Narzissmus des Hauptdarstellers wiedererkannte und weil es so erregend war, ihn in seiner linkischen Überheblichkeit zu begleiten. Das zu erkennen, beschämte mich sehr. Ich erinnere mich an die Ladendiebstähle meiner Kindheit und an die Angst vor dem Entdeckt – Werden. Wie doch die Lust am Diebstahl meine Sinne überreizten!</p>

<p>Fall 3: Dann der chinesische Film Pickpocket von  Jia Zhangke aus dem Jahr 1997. Auch er begleitet einen Taschendieb auf seiner Irrfahrt durch die Stadt, belässt den Anti-Helden aber fast in der Normalität eines interesselosen Jugendlichen. Kein geniesserische Beobachtung seiner Künste, nur spärliche Andeutungen. Im Gegenteil, der Dieb zeichnet sich durch verantwortungsvolles Handeln aus. Die Ausweise seiner Opfer wirft er in den Postkasten der nächsten Polizeistation.  Ein guter Krimineller, auf der Suche nach Läuterung von seinen Taten an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Doch dann wird er auf frischer Tat ertappt und der Polizei übergeben. Vorbei ist es mit seiner Anonymität, seiner klandestinen Tätigkeit. Vom Polizeichef des Distrikts mit Handschellen an einen Mast gekettet, ist er den beschämenden Blicken und der Zudringlichkeit der Passanten preisgegeben. Der Albtraum eines jeden Taschendiebs: mittelalterlich anmutende Zurschaustellung! Öffentliche Demütigung. Das ist das Ende einer Existenz.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Voyeurismus" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Voyeurismus</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Film" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Film</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Literatur" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Literatur</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:MiniEssay" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MiniEssay</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/taschendieb-sein-oder-wenigstens-voyeur</guid>
      <pubDate>Tue, 18 Oct 2022 08:29:50 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>042 Variationen zum Fensterkucker</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/040-variationen-zum-fensterkucker?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ein Feuerwerk des Gehirns, der Emotionen und der Erinnerungen.&#xA;&#xA;Es begann damit, dass ich auf das Fenster einer lehmverschmierten Holzhütte blickte. Sie stand im Pfahlbaudorf in Unteruhldingen am Bodensee. Mich hatte daran begeistert, wie man dünne Tierhaut (geschabt, gespannt und getrocknet) über dem Fensterrahmen aus Holz befestigt hatte. Steinzeitliches Glas! Die Haut war lichtdurchlässig und winddicht und das Fenster eine Sensation! Ein Foto davon wollte ich auf Mastodon posten und dachte deshalb über einen griffigen Titel nach: &#34;Der Fensterkucker?&#34; Da begannen Erinnerungen wach zu werden.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;In den Sechziger Jahren hatte man im österreichischen Fernsehen die Serie &#34;Der Fensterkucker&#34; ins Leben gerufen, eine Sendung, die nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges die Selbstfindung Österreichs in der Zweiten Republik unterstützen sollte. In launigem Tonfall sollten das &#34;Inventar&#34; einer Nation seinen Bürgern nahegebracht werden. Eine Sendung mit  Bildungsauftrag also, welche von Porträts über österreichische Bauwerke, Städte, Landschaften und das ÖsterreicherIn-Sein räsonierte. Das wuchs sich manchmal sogar zu essayistischen Filmen aus, die so schlecht nicht waren. Kritik an den Zuständen war natürlich verpönt und die Autorität des mit sonorer Stimme sich präsentierenden Erzählers blieb stets unangefochten. So ging man damals mit den Bürgern gerne um: launig aber mit unanfechtbaren Wahrheiten, die zu akzeptieren waren. Um den staatspolitischen Auftrag der Sendung besonders zu unterstreichen, wurde im Vorspann die Steinbüste von Meister Pilgram, einem der Baumeister der Wiener Stephanskirche gezeigt, begleitet von einem sehr erbaulichen Adagio eines Komponisten aus dem Barock namens Pietro Nardini. Die Wirkung war imposant und legte sich in mein Gedächtnis wie eine Arabeske.&#xA;&#xA;Ich sass vor dem Schwarz-Weiss-Fernseher meiner Grossmutter, der durch eine Erbschaft finanziert worden war und war hin und weg. Das war meine erste Begegnung mit klassischer Kunst, Musik, mit Kultur überhaupt, die so unerhört wichtig erschien, wurde sie doch so gewichtig und feierlich vorgetragen, im Tonfall einer Veranstaltung am Nationalfeiertag. Noch heute fühle ich beim Anhören des Stückes von Nardini eine Gänsehaut über meine Arme laufen: sie ist noch immer Erbauung genug!&#xA;&#xA;So viel staatsbürgerlicher Würde! Konnte sie langfristig bei mir Wirkung zeigen? Mitnichten!&#xA;&#xA;Denn die Sechzigerjahre meiner Kindheit waren nicht nur ein Hort konservativer Restauration, sondern auch eine Zeit des heftigen Protests dagegen. Und es gab andere Fensterkucker, die das Leben der Heranwachsenden viel mehr beeinflussten. Ein Kurzfilm des Wiener Enfant Terrible, Kurt Kren, aus dem Jahr 1962 mit dem Titel 5/62 Fensterkucker, Abfall etc. zerhackt die Bilder von Wiener Voyeuren  beiderlei Geschlechts in unbarmherzigen Schnitten, richtet das Objektiv dann auf die Hände von Passanten, um dann im herumliegenden Müll zu sondieren. Der Fensterkucker stürzt also von der Höhe der Kultur eines Landes in die Niederungen von Voyeurismus und Niedertracht.&#xA;&#xA;In unserer Entwicklung in Frage gestellt haben sie uns beide: die Kultur, weil sie für die Befindlichkeit eines Arbeiterkindes kaum Verständnis hatte und die Unkultur, weil diese uns stets dort haben wollte, wo wir infantil und ignorant bleiben sollten.&#xA;&#xA;#MiniEssay #Film #Erinnerung]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Feuerwerk des Gehirns, der Emotionen und der Erinnerungen.</strong></p>

<p>Es begann damit, dass ich auf das Fenster einer lehmverschmierten Holzhütte blickte. Sie stand im Pfahlbaudorf in Unteruhldingen am Bodensee. Mich hatte daran begeistert, wie man dünne Tierhaut (geschabt, gespannt und getrocknet) über dem Fensterrahmen aus Holz befestigt hatte. Steinzeitliches Glas! Die Haut war lichtdurchlässig und winddicht und das Fenster eine Sensation! Ein Foto davon wollte ich auf Mastodon posten und dachte deshalb über einen griffigen Titel nach: “Der Fensterkucker?” Da begannen Erinnerungen wach zu werden.</p>



<p>In den Sechziger Jahren hatte man im österreichischen Fernsehen die Serie “Der Fensterkucker” ins Leben gerufen, eine Sendung, die nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges die Selbstfindung Österreichs in der Zweiten Republik unterstützen sollte. In launigem Tonfall sollten das “Inventar” einer Nation seinen Bürgern nahegebracht werden. Eine Sendung mit  Bildungsauftrag also, welche von Porträts über österreichische Bauwerke, Städte, Landschaften und das ÖsterreicherIn-Sein räsonierte. Das wuchs sich manchmal sogar zu essayistischen Filmen aus, die so schlecht nicht waren. Kritik an den Zuständen war natürlich verpönt und die Autorität des mit sonorer Stimme sich präsentierenden Erzählers blieb stets unangefochten. So ging man damals mit den Bürgern gerne um: launig aber mit unanfechtbaren Wahrheiten, die zu akzeptieren waren. Um den staatspolitischen Auftrag der Sendung besonders zu unterstreichen, wurde im Vorspann die Steinbüste von Meister Pilgram, einem der Baumeister der Wiener Stephanskirche gezeigt, begleitet von einem sehr erbaulichen Adagio eines Komponisten aus dem Barock namens Pietro Nardini. Die Wirkung war imposant und legte sich in mein Gedächtnis wie eine Arabeske.</p>

<p>Ich sass vor dem Schwarz-Weiss-Fernseher meiner Grossmutter, der durch eine Erbschaft finanziert worden war und war hin und weg. Das war meine erste Begegnung mit klassischer Kunst, Musik, mit Kultur überhaupt, die so unerhört wichtig erschien, wurde sie doch so gewichtig und feierlich vorgetragen, im Tonfall einer Veranstaltung am Nationalfeiertag. Noch heute fühle ich beim Anhören des Stückes von Nardini eine Gänsehaut über meine Arme laufen: sie ist noch immer Erbauung genug!</p>

<p>So viel staatsbürgerlicher Würde! Konnte sie langfristig bei mir Wirkung zeigen? Mitnichten!</p>

<p>Denn die Sechzigerjahre meiner Kindheit waren nicht nur ein Hort konservativer Restauration, sondern auch eine Zeit des heftigen Protests dagegen. Und es gab andere Fensterkucker, die das Leben der Heranwachsenden viel mehr beeinflussten. Ein Kurzfilm des Wiener Enfant Terrible, Kurt Kren, aus dem Jahr 1962 mit dem Titel <em>5/62 Fensterkucker, Abfall etc.</em> zerhackt die Bilder von Wiener Voyeuren  beiderlei Geschlechts in unbarmherzigen Schnitten, richtet das Objektiv dann auf die Hände von Passanten, um dann im herumliegenden Müll zu sondieren. Der Fensterkucker stürzt also von der Höhe der Kultur eines Landes in die Niederungen von Voyeurismus und Niedertracht.</p>

<h2 id="in-unserer-entwicklung-in-frage-gestellt-haben-sie-uns-beide-die-kultur-weil-sie-für-die-befindlichkeit-eines-arbeiterkindes-kaum-verständnis-hatte-und-die-unkultur-weil-diese-uns-stets-dort-haben-wollte-wo-wir-infantil-und-ignorant-bleiben-sollten" id="in-unserer-entwicklung-in-frage-gestellt-haben-sie-uns-beide-die-kultur-weil-sie-für-die-befindlichkeit-eines-arbeiterkindes-kaum-verständnis-hatte-und-die-unkultur-weil-diese-uns-stets-dort-haben-wollte-wo-wir-infantil-und-ignorant-bleiben-sollten">In unserer Entwicklung in Frage gestellt haben sie uns beide: die Kultur, weil sie für die Befindlichkeit eines Arbeiterkindes kaum Verständnis hatte und die Unkultur, weil diese uns stets dort haben wollte, wo wir infantil und ignorant bleiben sollten.</h2>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:MiniEssay" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MiniEssay</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Film" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Film</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Erinnerung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Erinnerung</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/040-variationen-zum-fensterkucker</guid>
      <pubDate>Tue, 11 Oct 2022 03:08:26 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>041 Entblössung im Autofiktionalen</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Annie Ernaux&#39; Super 8 Tagebücher der Jahre 1972 - 1981&#xA;&#xA;Wer je einen Film des us-amerikanischen Regisseurs Chris Marker gesehen hat, weiss, was einen Filmessay auf höchstem Niveau ausmacht: das ständige Kreisen von Kamera, Bild und der Kommentare aus dem Off um ein gesellschaftlich bedeutsames Thema, eine fast somnambule Gedankenbewegung, die uns mitnimmt in das Träumen von Bedeutsamem. Davon können wir aber diesmal leider nicht sprechen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Die Rede ist vielmehr davon, wie selbst  eine kluge Kommentierung von Super 8 Aufnahmen der eigenen Familie nur mittelmässige Filme zu produzieren vermag, selbst wenn diese von einer frisch gebackenen Literatur - Nobelpreisträgerin stammen. Die Rede ist von Annie Ernaux&#39; Super 8 - Tagebüchern, eine sechzig Minuten dauernde Filmcollage aus dem Jahr 2022, die Familienaufnahmen von 1972 bis 1981 zum Inhalt hat. Diese kommentiert die Autorin und Mutter der Familie mit vornehm zurückhaltender Distanz. Ein Kunstwerk ist dieser Film deshalb noch lange nicht.&#xA;&#xA;Wahrscheinlich ist dieser Film auch nur erwähnenswert, weil er uns das Leben einer Nobelpreisträgerin auf intime Art näher bringen will: das Privatleben wohlgemerkt, nicht die literarischen Nöte und Freuden einer Autorin, die unentwegt Autofiktionales geschrieben hat und für diese literarische Selbstbespiegelung nun geehrt wird. Wenn es also schon Autofiktionales sein muss, quasi als Honneurs an diese in Narzissmus befangene Gegenwart, warum nicht über den literarischen Schaffensprozess sprechen, der vom eigenen Familienleben so unliebsam gestört wird? Nein, es ist diese gnadenlose Selbstausbeutung seiner eigenen Privatsphäre, die das Publikum so liebt, weil es gerne den Anderen vorgeführt bekommt als Subjekt von Emotion und Krise.&#xA;&#xA;Im gegenständlichen Film wird die Zeigefreudigkeit und Selbstentblödung einer Autorin sogar noch verführerischer, liefert diese das Augenmaterial doch gleich mit, das in der Privatheit ihrer Familie entstanden ist. So kommen Bild, Ton und Schrift doch kongenial zusammen zur lüsternen Erbauung.  Wie weit will Annie Ernaux denn noch gehen, denkt man und macht sich fast Sorgen um die Privatsphäre dieser über achtzig jährigen alten Frau. Wird sie uns auch noch einen Roman über ihre eigene Vergänglichkeit liefern, nachdem sie uns jetzt ihre Jugend, den Ehemann, die Mutter und ihre beiden Söhne auf dem Präsentierteller serviert hat?&#xA;&#xA;Wo aber kann denn Autofiktionales seine Wirkung abseits von Voyeuristischem entfalten? Vielleicht dort, wo sich Privates und Politisches treffen, wo die eigene Lebensgeschichte die Widersprüche zu erkennen glaubt, die das Individuum in seinem Leben erfährt? Aber auch diese Chance vergibt dieser Film, erwähnt er doch nur das an Politischem, dem wir damals auch selbst begegnet sind, ohne es zu durchdenken: Den Verlust der Natur, den Urlauben in Ländern mit Unrechtsregimen, die von den USA unterstützen Putschversuche von Diktatoren, die Grösse Russlands etc. Aber, das alles wissen wir doch schon! War das wirklich alles, was es darüber zu sagen gibt, was sie uns da aus dem Off geheimnisvoll mitteilt? Junge ZuseherInnen werden vielleicht in Wikipedia nachschlagen wollen oder die demokratischen Gemeinplätze ganz einfach übersehen. Das Politische verpufft bei Ernaux&#39; Film im linksliberalen Gemeinplatz: so bleibt alles dem Privaten  untergeordnet.&#xA;&#xA;Am Ende des Filmes vermerkt die Autorin, dass ihr Mann nach der Trennung die gemeinsam angeschaffte Kamera mit sich genommen hat: nur Projektor und Filme verblieben bei ihr. Er hätte sie auf diese Weise zur Wächterin der Familienaufnahmen, der Familiengeschichte gemacht. Nun denn, wir wissen nun, in welcher Weise sie diese Aufgabe wahrgenommen hat.&#xA;&#xA;#MiniEssay #Literatur #Film #AnnieErnaux #Nobelpreis]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Annie Ernaux&#39; Super 8 Tagebücher der Jahre 1972 – 1981</strong></p>

<p>Wer je einen Film des us-amerikanischen Regisseurs Chris Marker gesehen hat, weiss, was einen Filmessay auf höchstem Niveau ausmacht: das ständige Kreisen von Kamera, Bild und der Kommentare aus dem Off um ein gesellschaftlich bedeutsames Thema, eine fast somnambule Gedankenbewegung, die uns mitnimmt in das Träumen von Bedeutsamem. Davon können wir aber diesmal leider nicht sprechen.</p>



<p>Die Rede ist vielmehr davon, wie selbst  eine kluge Kommentierung von Super 8 Aufnahmen der eigenen Familie nur mittelmässige Filme zu produzieren vermag, selbst wenn diese von einer frisch gebackenen Literatur – Nobelpreisträgerin stammen. Die Rede ist von Annie Ernaux&#39; Super 8 – Tagebüchern, eine sechzig Minuten dauernde Filmcollage aus dem Jahr 2022, die Familienaufnahmen von 1972 bis 1981 zum Inhalt hat. Diese kommentiert die Autorin und Mutter der Familie mit vornehm zurückhaltender Distanz. Ein Kunstwerk ist dieser Film deshalb noch lange nicht.</p>

<p>Wahrscheinlich ist dieser Film auch nur erwähnenswert, weil er uns das Leben einer Nobelpreisträgerin auf intime Art näher bringen will: das Privatleben wohlgemerkt, nicht die literarischen Nöte und Freuden einer Autorin, die unentwegt Autofiktionales geschrieben hat und für diese literarische Selbstbespiegelung nun geehrt wird. Wenn es also schon Autofiktionales sein muss, quasi als Honneurs an diese in Narzissmus befangene Gegenwart, warum nicht über den literarischen Schaffensprozess sprechen, der vom eigenen Familienleben so unliebsam gestört wird? Nein, es ist diese gnadenlose Selbstausbeutung seiner eigenen Privatsphäre, die das Publikum so liebt, weil es gerne den Anderen vorgeführt bekommt als Subjekt von Emotion und Krise.</p>

<p>Im gegenständlichen Film wird die Zeigefreudigkeit und Selbstentblödung einer Autorin sogar noch verführerischer, liefert diese das Augenmaterial doch gleich mit, das in der Privatheit ihrer Familie entstanden ist. So kommen Bild, Ton und Schrift doch kongenial zusammen zur lüsternen Erbauung.  Wie weit will Annie Ernaux denn noch gehen, denkt man und macht sich fast Sorgen um die Privatsphäre dieser über achtzig jährigen alten Frau. Wird sie uns auch noch einen Roman über ihre eigene Vergänglichkeit liefern, nachdem sie uns jetzt ihre Jugend, den Ehemann, die Mutter und ihre beiden Söhne auf dem Präsentierteller serviert hat?</p>

<p>Wo aber kann denn Autofiktionales seine Wirkung abseits von Voyeuristischem entfalten? Vielleicht dort, wo sich Privates und Politisches treffen, wo die eigene Lebensgeschichte die Widersprüche zu erkennen glaubt, die das Individuum in seinem Leben erfährt? Aber auch diese Chance vergibt dieser Film, erwähnt er doch nur das an Politischem, dem wir damals auch selbst begegnet sind, ohne es zu durchdenken: Den Verlust der Natur, den Urlauben in Ländern mit Unrechtsregimen, die von den USA unterstützen Putschversuche von Diktatoren, die Grösse Russlands etc. Aber, das alles wissen wir doch schon! War das wirklich alles, was es darüber zu sagen gibt, was sie uns da aus dem Off geheimnisvoll mitteilt? Junge ZuseherInnen werden vielleicht in Wikipedia nachschlagen wollen oder die demokratischen Gemeinplätze ganz einfach übersehen. Das Politische verpufft bei Ernaux&#39; Film im linksliberalen Gemeinplatz: so bleibt alles dem Privaten  untergeordnet.</p>

<p>Am Ende des Filmes vermerkt die Autorin, dass ihr Mann nach der Trennung die gemeinsam angeschaffte Kamera mit sich genommen hat: nur Projektor und Filme verblieben bei ihr. Er hätte sie auf diese Weise zur Wächterin der Familienaufnahmen, der Familiengeschichte gemacht. Nun denn, wir wissen nun, in welcher Weise sie diese Aufgabe wahrgenommen hat.</p>

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      <pubDate>Sun, 09 Oct 2022 21:40:25 +0000</pubDate>
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      <pubDate>Fri, 06 May 2022 07:41:29 +0000</pubDate>
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