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    <title>fediverse &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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    <description>Notizen eines Fiktionauten.</description>
    <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 07:49:34 +0000</pubDate>
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      <title>fediverse &amp;mdash; Zettelwerk</title>
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      <title>052 Zur Causa Twitter</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Zunächst einmal: Es stimmt, dass der Begriff &#34;Flüchtlinge&#34; in Bezug auf jene Personen, die sich nach dem Takeover von Twitter durch Elon Musk in dezentrale Netzwerke abgesetzt haben, ein sehr unpassender ist. Mehrere Posts im Fediverse haben darauf hingewiesen. Auch ich habe ihn verwendet, ohne kritisch darüber nachzudenken. Dafür entschuldige ich mich.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Flüchtlinge sitzen nicht bequem zuhause an ihren Schreibtischen und verlassen freiwillig einen Internetdienst: sie für die Neuankömmlinge auf Mastodon zu verwenden, die sich aus wie immer gearteter Motivation entschieden haben, einmal was Neues zu probieren, ist schlicht und einfach deplatziert. Auch der Begriff der #twittermigration hat sich als Hashtag durchgesetzt, erscheint mir aber auch nicht geeignet. Migration ist zwar der allgemeinere Begriff für den freiwilligen bzw. unfreiwilligen Wohnortwechsel und zudem ein Begriff aus dem IT Bereich, jedoch auch in ihm schwelt das Elend der Flüchtlinge.&#xA;&#xA;Da gefiel mir schon aus Sicht des Fediverse der Begriff des #Neuhier besser. Massenhafte Neuzugänge werden ja einigermassen gefeiert, auch in der zweiten Wellen ihrer Bewegung. Viel Grund zur Freude also, endlich mehr an medialer Beachtung zu bekommen und nicht mehr so oft Anwürfen ausgesetzt zu sein, wie sie kürzlich von t-online geäussert wurden:&#xA;&#xA;.... Bei Mastodon und Konsorten sind schlicht zu wenig Menschen und zu wenig spannende Inhalte, um die Plattform wie Twitter nutzen zu können ...&#xA;&#xA;Jetzt mag es zwar stimmen, dass zu wenig Content auf Mastodon produziert wird und dass eine gewisse kritische Masse an Personen fehlt, aber dem kann doch durch die Produktion von ernsthaften Inhalten geholfen werden. Es ist weniger eine Frage der Quantität denn Qualität. Steigt verständlicher Inhalt, werden Menschen auch ohne unmittelbaren Anlass verstärkt dezentrale Instanzen bevölkern. Einfach, weil hier Mehreres stimmt: intellektuelle Anregung, gegenseitige Wertschätzung, Algorhytmen-Enthaltsamkeit und Werbefreiheit.&#xA;&#xA;Überhaupt, angesichts der beobachteten Abwanderung von Twitter in hämische Kommentare oder Freudenbezeugungen auszubrechen, ist zumindest in politischer Perspektive kurzsichtig. Die von Musk geäusserte Angekündigung, er würde für mehr &#34;Redefreiheit&#34; stehen, hat natürlich zu einem Ansturm von Followern auf rechtskonservative Twitteranten gesorgt. Wir wissen wohl, wie sich der Begriff des &#34;Freedom of Speech&#34; zu einem Instrument des wütenden Populismus, dem &#34;Freedom of Hate-Speech&#34; gewandelt hat. Twitter droht also tendenziell weiter nach Rechts zu rücken, vor allem auch weil viele kritische User den Dienst verlassen. Da appellieren schon Einige, den Account nicht zu löschen, wie die New York Times berichtet. Sie zitiert dabei einen Tweet des Pastors Joe Pavlovitz:&#xA;&#xA;  “If decent moderates and people on the Left keep abandoning platforms, we allow the extremist Right to own the narrative and we give the truth no voice .. The New York Times&#xA;&#xA;Wenig Grund also zur Schadenfreude. Diese denkt nicht über den eigenen Tellerand des Fediverse hinaus.&#xA;&#xA;Es gibt hier auf Mastodon sehr viel zu tun in nächster Zeit: Content Creation, ein geeignetes Narrativ zwischen Freiheit und Verantwortung zu finden, das demokratische Regelwerk und die finanzielle Unabhängigkeit der Instanzen zu stützen, die Integration der Neuankömmlinge zu unterstützen und und und ... Schadenfreude und Eigenlob sind dabei kontraproduktiv. Und Selbstbewusstsein braucht die zufällige Zuwanderung nicht: sie lädt einfach ein.&#xA;&#xA;#Fediverse #Mastodon #Twitter #MiniEssay]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst einmal: Es stimmt, dass der Begriff “Flüchtlinge” in Bezug auf jene Personen, die sich nach dem Takeover von Twitter durch Elon Musk in dezentrale Netzwerke abgesetzt haben, ein sehr unpassender ist. Mehrere Posts im Fediverse haben darauf hingewiesen. Auch ich habe ihn verwendet, ohne kritisch darüber nachzudenken. Dafür entschuldige ich mich.</p>



<p>Flüchtlinge sitzen nicht bequem zuhause an ihren Schreibtischen und verlassen freiwillig einen Internetdienst: sie für die Neuankömmlinge auf Mastodon zu verwenden, die sich aus wie immer gearteter Motivation entschieden haben, einmal was Neues zu probieren, ist schlicht und einfach deplatziert. Auch der Begriff der <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:twittermigration" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">twittermigration</span></a> hat sich als Hashtag durchgesetzt, erscheint mir aber auch nicht geeignet. Migration ist zwar der allgemeinere Begriff für den freiwilligen bzw. unfreiwilligen Wohnortwechsel und zudem ein Begriff aus dem IT Bereich, jedoch auch in ihm schwelt das Elend der Flüchtlinge.</p>

<p>Da gefiel mir schon aus Sicht des Fediverse der Begriff des <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Neuhier" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Neuhier</span></a> besser. Massenhafte Neuzugänge werden ja einigermassen gefeiert, auch in der zweiten Wellen ihrer Bewegung. Viel Grund zur Freude also, endlich mehr an medialer Beachtung zu bekommen und nicht mehr so oft Anwürfen ausgesetzt zu sein, wie sie kürzlich von t-online geäussert wurden:</p>

<p>.... Bei Mastodon und Konsorten sind schlicht zu wenig Menschen und zu wenig spannende Inhalte, um die Plattform wie Twitter nutzen zu können ...</p>

<p>Jetzt mag es zwar stimmen, dass zu wenig Content auf Mastodon produziert wird und dass eine gewisse kritische Masse an Personen fehlt, aber dem kann doch durch die Produktion von ernsthaften Inhalten geholfen werden. Es ist weniger eine Frage der Quantität denn Qualität. Steigt verständlicher Inhalt, werden Menschen auch ohne unmittelbaren Anlass verstärkt dezentrale Instanzen bevölkern. Einfach, weil hier Mehreres stimmt: intellektuelle Anregung, gegenseitige Wertschätzung, Algorhytmen-Enthaltsamkeit und Werbefreiheit.</p>

<p>Überhaupt, angesichts der beobachteten Abwanderung von Twitter in hämische Kommentare oder Freudenbezeugungen auszubrechen, ist zumindest in politischer Perspektive kurzsichtig. Die von Musk geäusserte Angekündigung, er würde für mehr “Redefreiheit” stehen, hat natürlich zu einem Ansturm von Followern auf rechtskonservative Twitteranten gesorgt. Wir wissen wohl, wie sich der Begriff des “Freedom of Speech” zu einem Instrument des wütenden Populismus, dem “Freedom of Hate-Speech” gewandelt hat. Twitter droht also tendenziell weiter nach Rechts zu rücken, vor allem auch weil viele kritische User den Dienst verlassen. Da appellieren schon Einige, den Account nicht zu löschen, wie die New York Times berichtet. Sie zitiert dabei einen Tweet des Pastors Joe Pavlovitz:</p>

<blockquote><p>“If decent moderates and people on the Left keep abandoning platforms, we allow the extremist Right to own the narrative and we give the truth no voice .. <a href="https://www.nytimes.com/2022/10/28/technology/twitter-far-right-followers.html">The New York Times</a></p></blockquote>

<p>Wenig Grund also zur Schadenfreude. Diese denkt nicht über den eigenen Tellerand des Fediverse hinaus.</p>

<p>Es gibt hier auf Mastodon sehr viel zu tun in nächster Zeit: Content Creation, ein geeignetes Narrativ zwischen Freiheit und Verantwortung zu finden, das demokratische Regelwerk und die finanzielle Unabhängigkeit der Instanzen zu stützen, die Integration der Neuankömmlinge zu unterstützen und und und ... Schadenfreude und Eigenlob sind dabei kontraproduktiv. Und Selbstbewusstsein braucht die zufällige Zuwanderung nicht: sie lädt einfach ein.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Twitter" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Twitter</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:MiniEssay" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MiniEssay</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/052-zur-causa-twitter</guid>
      <pubDate>Sat, 29 Oct 2022 14:04:11 +0000</pubDate>
    </item>
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      <title>051 Neuhier - Pöbelei</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/neuhier-unfreundliche-pobelei?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ach, wie schlimm! E.M. hat einen Scheck gezückt und zum zweiten Mal den Exodus bewirkt. Wieder bevölkern Neuhiers das Fediverse. Das ist keine gute Nachricht. Unruhe im Karton, fast eine Vertreibung aus dem Paradies, für die Altvorderen. Aber auch diese werden rege. Es summt wie in einem Bienenstock und verlegt die Stimme der Vernunft. Man möchte angesichts des Massenauftriebs sich gerne ins Web 1.0 verziehen. Doch schreien muss man stattdessen, bei all dem Remmidemmi.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;(1) Vampirismus macht sich breit. Unter dem Deckmantel der Hilfeleistung empfiehlt man den Neuen ein adrett ausgefülltes Profil, Hashtags, Geduld und ein demütig-gehashtaggtes Neuhier. Gleichzeitig schwärmen hinter dem Vorwand zu leistender Hilfe die Vampire aus und graben ihr Gebiss ins Gewebe der Neulinge. Frischfleisch, endlich! Denn die Neuen sollen zunächst die ausgestreckte Hand ergreifen und danach den Rettern folgen: auf Gedeih und Verderb und so ganz naiv. Hilfeseiten spriessen wie die Schwammerln aus den dezentralen Ritzen, in der Hoffnung auf Bindung. So ein Massen Exodus vom Vogelkäfig bringt unterm Strich zig neue FollowerInnen ein. Zum Halali geblasen und ran an den Speck!&#xA;&#xA;(2) Im Übrigen leben wir im Paradies. Alle sind so nett hier, hilfsbereit, offen, wenn auch mässig interessant. Hauptsache kommunikativ. Das Fediverse ist die Beste aller Welten, weil alternativ und dezentral. Privat und dezentral und Open Source, wie toll! Die Technik mit dem Inhalt verwechseln, das Medium mit der Message. All jene, die von alternativen Medien brabbeln, sei die schlechte Nachricht vorgetragen: Auch die Rassisten und rechten Verschwörungsfritzen basteln an ihren Alternativen und machen genau wie wir auf dezentral. Gegen den Staat und wider die Nachverfolgbarkeit! Ein wenig Anarcho, manchmal von Links, dann von Rechts und dann von den Durchgedrehten. Wir lernen daraus: Es kommt wohl mehr auf den Inhalt an und auf die Strategie! Nix ist gut, solange es nicht im demokratischen Dauertest besteht. Paradise Lost, forever!&#xA;&#xA;(3) Alles ist so neuhier. In schön! Und auch die Fedikätzchen sind sehr süss! Neben den Vampiren treiben also auch die Kuschelmonster ungehemmt ihr Unwesen. Infantilismus macht sich breit in der Glückseligkeit. Allerliebste Leute verwechseln öffentliches Sprechen mit kindlichem Lalala. Da fallen Infantilismen wie etwa Flauschis, Tröten, Fedifanten! Am Liebsten möchte man sich im Schritt anfassen vor Sehnsucht nach dem gemeinsamen Glück. Im Paradiese angekommen, sind wir jetzt ganz unter uns, ihr Lieben! Das aber ist ne Höllenfahrt. Merke: Auch so kann man ein Medium zu Tode quälen: indem man das Öffentliche mit dem Privaten verwechselt und umgekehrt. Journalling statt Journalismus, das macht so richtig Laune.&#xA;&#xA;(4) Und dann das Anspruchsdenken! Da raunzen sie herum die woken Menschen jedweder Orientierung. So sagt man gerne und mit raunzigem Gestöhne: Jetzt bin ich hier schon angekommen im Gelobten Land und ich hab Langeweilie! Macht was dagegen, sonst bin ich enttäuscht und drohe mit dem Abgang. Ausserdem: Ich kenn mich gar nicht aus in dieser ach so wirren Welt. Alles ist so kompliziert hier ohne Algorythmus, der mir einst die Happen löffelweise ins Maul geschoben hat. Content produzieren? Das sollen die Anderen machen. Ich lehn mich gern zurück und lass der Welt die Arbeit tun. Bin ein Geniesser, gar eine Philosophin. Mir trägt man alles zu. Im Übrigen (nun mit hasserfüllter Stimme): Scheiss auf alle, die mich gängeln. Regeln sind der Tod meines gepflegten Selbst!&#xA;&#xA;(5) Am Besten Alles haben und auf Nichts verzichten! Sich ja zu nichts entschliessen müssen. Mal kurz da genippt, dann dort ein Leckerli genommen. Wankelmütig, unentschlossen, die Miene angesäuert. Natürlich: Crossposting vom Feinsten, man kann sie ja auch hier ganz fest verankern: die Youtubers und Twitteranten und sonstige Mainstream Konsumenten. Jeder Click eine Überraschung! Wo man denn überall landen kann!&#xA;&#xA;(6) Si tacuisses, philosophus mansisses!&#xA;&#xA;#Fediverse #Mastodon #Neuhier]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ach, wie schlimm! E.M. hat einen Scheck gezückt und zum zweiten Mal den Exodus bewirkt. Wieder bevölkern Neuhiers das Fediverse. Das ist keine gute Nachricht. Unruhe im Karton, fast eine Vertreibung aus dem Paradies, für die Altvorderen. Aber auch diese werden rege. Es summt wie in einem Bienenstock und verlegt die Stimme der Vernunft. Man möchte angesichts des Massenauftriebs sich gerne ins Web 1.0 verziehen. Doch schreien muss man stattdessen, bei all dem Remmidemmi.</p>



<p>(1) Vampirismus macht sich breit. Unter dem Deckmantel der Hilfeleistung empfiehlt man den Neuen ein adrett ausgefülltes Profil, Hashtags, Geduld und ein demütig-gehashtaggtes Neuhier. Gleichzeitig schwärmen hinter dem Vorwand zu leistender Hilfe die Vampire aus und graben ihr Gebiss ins Gewebe der Neulinge. Frischfleisch, endlich! Denn die Neuen sollen zunächst die ausgestreckte Hand ergreifen und danach den Rettern folgen: auf Gedeih und Verderb und so ganz naiv. Hilfeseiten spriessen wie die Schwammerln aus den dezentralen Ritzen, in der Hoffnung auf Bindung. So ein Massen Exodus vom Vogelkäfig bringt unterm Strich zig neue FollowerInnen ein. Zum Halali geblasen und ran an den Speck!</p>

<p>(2) Im Übrigen leben wir im Paradies. Alle sind so nett hier, hilfsbereit, offen, wenn auch mässig interessant. Hauptsache kommunikativ. Das Fediverse ist die Beste aller Welten, weil alternativ und dezentral. Privat und dezentral und Open Source, wie toll! Die Technik mit dem Inhalt verwechseln, das Medium mit der Message. All jene, die von alternativen Medien brabbeln, sei die schlechte Nachricht vorgetragen: Auch die Rassisten und rechten Verschwörungsfritzen basteln an ihren Alternativen und machen genau wie wir auf dezentral. Gegen den Staat und wider die Nachverfolgbarkeit! Ein wenig Anarcho, manchmal von Links, dann von Rechts und dann von den Durchgedrehten. Wir lernen daraus: Es kommt wohl mehr auf den Inhalt an und auf die Strategie! Nix ist gut, solange es nicht im demokratischen Dauertest besteht. Paradise Lost, forever!</p>

<p>(3) <em>Alles ist so neuhier. In schön!</em> Und auch die Fedikätzchen sind sehr süss! Neben den Vampiren treiben also auch die Kuschelmonster ungehemmt ihr Unwesen. Infantilismus macht sich breit in der Glückseligkeit. Allerliebste Leute verwechseln öffentliches Sprechen mit kindlichem Lalala. Da fallen Infantilismen wie etwa Flauschis, Tröten, Fedifanten! Am Liebsten möchte man sich im Schritt anfassen vor Sehnsucht nach dem gemeinsamen Glück. Im Paradiese angekommen, sind wir jetzt ganz unter uns, ihr Lieben! Das aber ist ne Höllenfahrt. Merke: Auch so kann man ein Medium zu Tode quälen: indem man das Öffentliche mit dem Privaten verwechselt und umgekehrt. Journalling statt Journalismus, das macht so richtig Laune.</p>

<p>(4) Und dann das Anspruchsdenken! Da raunzen sie herum die woken Menschen jedweder Orientierung. So sagt man gerne und mit raunzigem Gestöhne: Jetzt bin ich hier schon angekommen im Gelobten Land und ich hab Langeweilie! Macht was dagegen, sonst bin ich enttäuscht und drohe mit dem Abgang. Ausserdem: Ich kenn mich gar nicht aus in dieser ach so wirren Welt. Alles ist so kompliziert hier ohne Algorythmus, der mir einst die Happen löffelweise ins Maul geschoben hat. Content produzieren? Das sollen die Anderen machen. Ich lehn mich gern zurück und lass der Welt die Arbeit tun. Bin ein Geniesser, gar eine Philosophin. Mir trägt man alles zu. Im Übrigen (nun mit hasserfüllter Stimme): Scheiss auf alle, die mich gängeln. Regeln sind der Tod meines gepflegten Selbst!</p>

<p>(5) Am Besten Alles haben und auf Nichts verzichten! Sich ja zu nichts entschliessen müssen. Mal kurz da genippt, dann dort ein Leckerli genommen. Wankelmütig, unentschlossen, die Miene angesäuert. Natürlich: Crossposting vom Feinsten, man kann sie ja auch hier ganz fest verankern: die Youtubers und Twitteranten und sonstige Mainstream Konsumenten. Jeder Click eine Überraschung! Wo man denn überall landen kann!</p>

<p>(6) Si tacuisses, philosophus mansisses!</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Neuhier" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Neuhier</span></a></p>
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      <pubDate>Fri, 28 Oct 2022 14:21:50 +0000</pubDate>
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    <item>
      <title>044 A better place in Fediverse?</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Nach fast einem halben Jahr auf Mastodon neun Einsichten aus meinem Blickwinkel:&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;(1) Her mit dem Content! Dass uns auf Mastodon 500 Zeichen gewährt werden, ist gut. So kann man einen Gedanken zu Ende führen und hat argumentativen Spielraum. Einwortsätze sind meist kontraproduktiv, bedeutungsoffen und unkommunikativ. Insgesamt betrachtet, glaube ich, dass es dem Medium gut täte, mehr konkrete Inhalte zu produzieren, also das Denken, Schreiben und die Argumentation seiner NutzerInnen abzubilden. Wir brauchen eine Content-Offensive um den Diskurs zu intensivieren, nicht epidemischen catcontent.&#xA;(2) Lobpreiset die Instanz! Machen wir uns bewusst, dass die meisten Instanzen im Fediverse von Privatpersonen geführt werden: das kostet sie Zeit, Energie und Geld. Dass wir uns täglich online äussern können, verdanken wir dem guten Willen anderer. Verhalten wir uns deshalb manierlich, wie wir dies im Real Life tun. Dem Gastgeber spuckt man nicht in die Suppe, man bedankt sich für seine Mahlzeit und Gastfreundschaft. Und man liest und befolgt die Hausregeln.&#xA;(3) Das Profil der Community schärfen. Mehr themenspezifische Communities täten dem Fediverse gut. Und sie sollten auch gepflegt werden, von Instanzenbetreibern wie von ihren NutzerInnen. Wenn wir uns einer &#34;lokalen&#34; Community zugehörig fühlen, weil wir hier (meinetwegen) fachsimpeln können oder den Dialog über ein Thema intensivieren, überraschende Einsichten gewinnen etc. ist das gut für das Medium und verstärkt die gegenseitige Verbundenheit. Wald- und Wieseninstanzen, etwa nach dem Motto chat.social sind dysfunktional, denn sie bündeln Interessen nur selten und verkommen leicht zur Tratschbude.&#xA;(4) Gesundes Selbstbewusstsein pflegen! Ständig aufs Crossposting zu schielen, nur um den einen oder anderen Follower auf Twitter mit ins Boot zunehmen, ist vergebene Liebesmüh. Es zeugt vielmehr von unentwickeltem Ego und peinlicher Zeigefreudigkeit. Konzentrieren wir uns auf das Hier und Jetzt. Die Anderen werden uns zu entbehren wissen. Und wir dürfen stolz auf uns sein.&#xA;(5) Lernen wir die Funktionsweisen des Mediums. Will man seine Wertschätzung für einen Beitrag ausdrücken, reicht es nicht, zu liken oder ein Lesezeichen zu produzieren. Boosts sind sinnvoller. Das Fediverse funktioniert anders als zentrale Netzwerke und ohne auf seine Eigenheiten Rücksicht zu nehmen, geht es schwer. Feedback zu geben stört zwar den routinierten Durchwinkmodus, befördert aber das Gespräch. Deswegen sind wir hier. Lernen wir unser Zuhause kennen.&#xA;(6) Inklusivität ist zentral! Sie erfordert Extraarbeit, wird aber schon bald zu wertgeschätzter Gewohnheit. CaptionYourMedia, anstatt nur Medien Bilder oder hinzurotzen, heisst die Devise. Manche Menschen benutzen Lesegeräte und benötigen eine Bildunterschrift. Wenden wir uns an Alle. Feiert die Diversity. Und bitte gendert, wo geboten.&#xA;(7) Enthaltsamkeit üben. Postet regelmässig, aber schüttet die Timeline nicht mit Postings zu. Splittet Texte nicht in 500er Pakete auf und nummeriert sie, sondern lagert sie mit Verweis auf ein Blog aus. Die Lesbarkeit wird dadurch ungemein befördert.&#xA;(8) Bitte &#34;Bitte und Danke&#34; sagen. Das ist nicht uncool. &#34;Her mit der Schwarmintelligenz!&#34; ist andrerseits das selbstgefällige Credo von Menschen ohne Benehmen. Man darf um etwas bitten und sich dafür auch bedanken. Man hat eine gute Kinderstube.&#xA;(9) Small is beautiful Müssen wir dem Verwertungszwang des Kapitals folgen und immer grösser werden? Nein, müssen wir nicht. Aber besser werden, das wäre eine Idee!&#xA;&#xA;#Fediverse #MiniEssay]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nach fast einem halben Jahr auf Mastodon neun Einsichten aus meinem Blickwinkel:</strong></p>



<p><strong>(1) Her mit dem Content!</strong> Dass uns auf Mastodon 500 Zeichen gewährt werden, ist gut. So kann man einen Gedanken zu Ende führen und hat argumentativen Spielraum. Einwortsätze sind meist kontraproduktiv, bedeutungsoffen und unkommunikativ. Insgesamt betrachtet, glaube ich, dass es dem Medium gut täte, mehr konkrete Inhalte zu produzieren, also das Denken, Schreiben und die Argumentation seiner NutzerInnen abzubilden. Wir brauchen eine Content-Offensive um den Diskurs zu intensivieren, nicht epidemischen catcontent.
<strong>(2) Lobpreiset die Instanz!</strong> Machen wir uns bewusst, dass die meisten Instanzen im Fediverse von Privatpersonen geführt werden: das kostet sie Zeit, Energie und Geld. Dass wir uns täglich online äussern können, verdanken wir dem guten Willen anderer. Verhalten wir uns deshalb manierlich, wie wir dies im Real Life tun. Dem Gastgeber spuckt man nicht in die Suppe, man bedankt sich für seine Mahlzeit und Gastfreundschaft. Und man liest und befolgt die Hausregeln.
<strong>(3) Das Profil der Community schärfen.</strong> Mehr themenspezifische Communities täten dem Fediverse gut. Und sie sollten auch gepflegt werden, von Instanzenbetreibern wie von ihren NutzerInnen. Wenn wir uns einer “lokalen” Community zugehörig fühlen, weil wir hier (meinetwegen) fachsimpeln können oder den Dialog über ein Thema intensivieren, überraschende Einsichten gewinnen etc. ist das gut für das Medium und verstärkt die gegenseitige Verbundenheit. Wald- und Wieseninstanzen, etwa nach dem Motto chat.social sind dysfunktional, denn sie bündeln Interessen nur selten und verkommen leicht zur Tratschbude.
<strong>(4) Gesundes Selbstbewusstsein pflegen!</strong> Ständig aufs Crossposting zu schielen, nur um den einen oder anderen Follower auf Twitter mit ins Boot zunehmen, ist vergebene Liebesmüh. Es zeugt vielmehr von unentwickeltem Ego und peinlicher Zeigefreudigkeit. Konzentrieren wir uns auf das Hier und Jetzt. Die Anderen werden uns zu entbehren wissen. Und wir dürfen stolz auf uns sein.
<strong>(5) Lernen wir die Funktionsweisen des Mediums.</strong> Will man seine Wertschätzung für einen Beitrag ausdrücken, reicht es nicht, zu liken oder ein Lesezeichen zu produzieren. Boosts sind sinnvoller. Das Fediverse funktioniert anders als zentrale Netzwerke und ohne auf seine Eigenheiten Rücksicht zu nehmen, geht es schwer. Feedback zu geben stört zwar den routinierten Durchwinkmodus, befördert aber das Gespräch. Deswegen sind wir hier. Lernen wir unser Zuhause kennen.
<strong>(6) Inklusivität ist zentral!</strong> Sie erfordert Extraarbeit, wird aber schon bald zu wertgeschätzter Gewohnheit. CaptionYourMedia, anstatt nur Medien Bilder oder hinzurotzen, heisst die Devise. Manche Menschen benutzen Lesegeräte und benötigen eine Bildunterschrift. Wenden wir uns an Alle. Feiert die Diversity. Und bitte gendert, wo geboten.
<strong>(7) Enthaltsamkeit üben</strong>. Postet regelmässig, aber schüttet die Timeline nicht mit Postings zu. Splittet Texte nicht in 500er Pakete auf und nummeriert sie, sondern lagert sie mit Verweis auf ein Blog aus. Die Lesbarkeit wird dadurch ungemein befördert.
<strong>(8) Bitte “Bitte und Danke” sagen.</strong> Das ist nicht uncool. “Her mit der Schwarmintelligenz!” ist andrerseits das selbstgefällige Credo von Menschen ohne Benehmen. Man darf um etwas bitten und sich dafür auch bedanken. Man hat eine gute Kinderstube.
<strong>(9) Small is beautiful</strong> Müssen wir dem Verwertungszwang des Kapitals folgen und immer grösser werden? Nein, müssen wir nicht. Aber besser werden, das wäre eine Idee!</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:MiniEssay" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">MiniEssay</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/a-better-place-in-fediverse</guid>
      <pubDate>Thu, 13 Oct 2022 20:36:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>020 Bedeutsamkeit in der Föderation: eine Publikumsbeschimpfung.</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/019-bedeutsamkeit-in-der-foderation-eine-publikumsbeschimpfung?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Wen die Aufgeblasenheit von BedeutsamkeitsträgerInnen im Fediverse stört, dem sei Social Media Abstinenz dringend angeraten. Denn dezentrale Netze schützen nicht vor der Unendlichkeit von Dummheit, die wie Zuckerwasser jede Ritze des Palavers durchdringt.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Manchmal widern mich Postings ungemein an. Das ist, so meine ich, ein ganz natürlicher Prozess. Er ist möglicherweise  der Tatsache geschuldet, dass ich schon viel zu lange erleben muss, wie sich Leute ungefragt in den Vordergrund drängen und dort posieren. Das wiederum ist eine Frage des Lebensalters und der damit verbundenen schlechten Erfahrungen.&#xA;&#xA;Pech gehabt: So sind die Leute im Panoptikum der Öffentlichkeit einfach. Sie sprechen so laut, dass uns die Ohren dröhnen. Sie bersten dabei vor Selbstliebe und Bewunderung ihrer kleinen Existenzen, tun dabei so, als hätte es vor ihnen noch nie jemand Interessanteren gegeben. Mit stolzgeschwellter Brust paradieren sie vor uns, wie sprichwörtliche Pfauen. Viel buntes Gefieder aber doch nur ein Vogel wie andere. Dumme Menschen sind es einfach, aber sehr enervé. Gegen sie ist kein Kraut gewachsen.&#xA;&#xA;Um der tiefsitzenden Abneigung und die eigenen Misanthropie auf die Spitze zu treiben, kann man Dummheit natürlich auch in Gruppenphänomene katalogisieren.&#xA;&#xA;Die Vernetzer. Sie geben vor, die Welt in ihren Händen zu halten. Ihr Fetisch ist die Kommunikation. Was kommuniziert wird, ist dabei nicht wichtig, jeden Stumpfsinn weben sie ein in ihr Tuch des überflächlichen Weltverständnisses. Sie geben vor, all das zu tun, was das gewöhnliche Fussvolk eigentlich mit jedem Posting leistet: Content Management. Content egal, Tun als Management verkleidet, über alles. Sie sind die Gschaftelhuber des Internet, reposten unentwegt. Überlegt Schweigen und Bedenken ist ihre Sache nicht.&#xA;Die Woken. Sie haben den politischen und gesellschaftlichen Verhaltenskodex so weit fermentiert, dass er vor Gesundheit zum Himmel stinkt. Ihre Moral ist wie Hochleistungssport: auf die Spitze getrieben aber dem Wesen nach gesundheitsgefährdend. Über alles Diverse wissen sie Bescheid. Ganz oben auf der Pyramide der gesellschaftlichen Verantwortungsträger präsidieren sie sich mit einer langen, langen Liste woker Themen und Spitzfindigkeiten. Ginge es nach ihnen, wäre die Welt schon lange verschlimmbessert.&#xA;Die sprachlich Versauten. Sagen wir es ungeschönt. Ihre Sprache ist versaut, ihre Ausdrucksfähigkeit im ewigen Jugendslanggestammel stecken geblieben. Wenn sie etwas loben, fallen ihnen nur Vokabel wie &#34;finde ich gut&#34;, &#34;ist cool&#34; oder &#34;geile Sache&#34; ein, die schreiben sie dann auch, meist mit Hashtag. Das ist, wie wenn man das Wort und mit Raute versähe. Das Problem dabei: ihnen ist nicht bewusst, wie beschränkt ihr Vokabular und damit ihre Welterfahrung ist. Ihr Mitleid ist ein dummes: es tut ihnen leid, dass man etwas nicht geil finden kann.&#xA;Die Überheblichen. Hie und da fällt ihnen Kluges ein, auch wenn manches davon gestohlen ist. Fragt man als Interessierter nach, ist man schon in die Falle geraten. Die Zeit für Belehrungen ist gekommen, von oben herab, mitleidig fast. Man hat den Eindruck, dass man falsch gefragt hat, doch umgekehrt. Wie einen Bissen Brot wird die Frage geschluckt und unverdaut aber arrogant zurückgespuckt. Pfui Deibel, sind diese Menschen ekelig.&#xA;Technofetischisten. Sie sind mir die Liebesten, den mit ihrer dem Programmiercode ähnlichen Sprache richten sie sich nur an sich selbst und ihresgleichen. Denen wollen sie gefallen im immer schärfer gewordenen Kampf um den besten Schmäh. \*Nerdiges Gehabe, ja, aber immerhin eines in einer fest verteidigten, hermetisch geschlossenen Blase. Die Worte schaden beim zufälligen Hineingeraten nicht, auch wenn sie einem nichts nützen. Männerdominiert, ja, aber auch Frauen dürfen sich da hineinarbeiten.&#xA;&#xA;Man möchte sich, angesichts dieses menschlichen Panoptikums und des damit für einen selbst verbundenen Leidensdrucks wie bei Heimito von Doderer einer der seltsamen Heilkuren des Psychologen Dr. Horn unterziehen. Sich dabei an der schmerzhaften Nasenzange vorführen lassen, damit die Wut, die uns aus den sozialen Medien überfällt, noch verstärkt wird. Solchermassen in unkontrollierbare Rage gebracht, kann sie von erfahrenen Psychologen behandelt und vielleicht gemildert werden.&#xA;&#xA;Doch auch einem anderen Problem entkommen wir durch die Beschreibung der Dummheit nicht. Dass wir, die wir die Dummheit der Anderen behaupten und beschreiben, uns unserer eigenen Fehlbarkeit elegant entschlagen. Darauf hat schon Robert Musil hingewiesen. Ich weiss allerdings, dass ich Andere mit meinen Gedanken nerve. Und das ist doch schon etwas auf dem Weg der Verbesserung des Metaverse.&#xA;&#xA;Fediverse]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wen die Aufgeblasenheit von BedeutsamkeitsträgerInnen im Fediverse stört, dem sei Social Media Abstinenz dringend angeraten. Denn dezentrale Netze schützen nicht vor der Unendlichkeit von Dummheit, die wie Zuckerwasser jede Ritze des Palavers durchdringt.</strong></p>



<p>Manchmal widern mich Postings ungemein an. Das ist, so meine ich, ein ganz natürlicher Prozess. Er ist möglicherweise  der Tatsache geschuldet, dass ich schon viel zu lange erleben muss, wie sich Leute ungefragt in den Vordergrund drängen und dort posieren. Das wiederum ist eine Frage des Lebensalters und der damit verbundenen schlechten Erfahrungen.</p>

<p>Pech gehabt: So sind die Leute im Panoptikum der Öffentlichkeit einfach. Sie sprechen so laut, dass uns die Ohren dröhnen. Sie bersten dabei vor Selbstliebe und Bewunderung ihrer kleinen Existenzen, tun dabei so, als hätte es vor ihnen noch nie jemand Interessanteren gegeben. Mit stolzgeschwellter Brust paradieren sie vor uns, wie sprichwörtliche Pfauen. Viel buntes Gefieder aber doch nur ein Vogel wie andere. Dumme Menschen sind es einfach, aber sehr enervé. Gegen sie ist kein Kraut gewachsen.</p>

<p>Um der tiefsitzenden Abneigung und die eigenen Misanthropie auf die Spitze zu treiben, kann man Dummheit natürlich auch in Gruppenphänomene katalogisieren.</p>
<ul><li><strong>Die Vernetzer.</strong> Sie geben vor, die Welt in ihren Händen zu halten. Ihr Fetisch ist die Kommunikation. Was kommuniziert wird, ist dabei nicht wichtig, jeden Stumpfsinn weben sie ein in ihr Tuch des überflächlichen Weltverständnisses. Sie geben vor, all das zu tun, was das gewöhnliche Fussvolk eigentlich mit jedem Posting leistet: Content Management. Content egal, Tun als Management verkleidet, über alles. Sie sind die <em>Gschaftelhuber</em> des Internet, reposten unentwegt. Überlegt Schweigen und Bedenken ist ihre Sache nicht.</li>
<li><strong>Die Woken.</strong> Sie haben den politischen und gesellschaftlichen Verhaltenskodex so weit fermentiert, dass er vor Gesundheit zum Himmel stinkt. Ihre Moral ist wie Hochleistungssport: auf die Spitze getrieben aber dem Wesen nach gesundheitsgefährdend. Über alles Diverse wissen sie Bescheid. Ganz oben auf der Pyramide der gesellschaftlichen Verantwortungsträger präsidieren sie sich mit einer langen, langen Liste woker Themen und Spitzfindigkeiten. Ginge es nach ihnen, wäre die Welt schon lange verschlimmbessert.</li>
<li><strong>Die sprachlich Versauten.</strong> Sagen wir es ungeschönt. Ihre Sprache ist versaut, ihre Ausdrucksfähigkeit im ewigen Jugendslanggestammel stecken geblieben. Wenn sie etwas loben, fallen ihnen nur Vokabel wie “finde ich gut”, “ist cool” oder “geile Sache” ein, die schreiben sie dann auch, meist mit Hashtag. Das ist, wie wenn man das Wort <em>und</em> mit Raute versähe. Das Problem dabei: ihnen ist nicht bewusst, wie beschränkt ihr Vokabular und damit ihre Welterfahrung ist. Ihr Mitleid ist ein dummes: es tut ihnen leid, dass man etwas nicht <em>geil</em> finden kann.</li>
<li><strong>Die Überheblichen.</strong> Hie und da fällt ihnen Kluges ein, auch wenn manches davon gestohlen ist. Fragt man als Interessierter nach, ist man schon in die Falle geraten. Die Zeit für Belehrungen ist gekommen, von oben herab, mitleidig fast. Man hat den Eindruck, dass man falsch gefragt hat, doch umgekehrt. Wie einen Bissen Brot wird die Frage geschluckt und unverdaut aber arrogant zurückgespuckt. Pfui Deibel, sind diese Menschen ekelig.</li>
<li><strong>Technofetischisten.</strong> Sie sind mir die Liebesten, den mit ihrer dem Programmiercode ähnlichen Sprache richten sie sich nur an sich selbst und ihresgleichen. Denen wollen sie gefallen im immer schärfer gewordenen Kampf um den besten <em>Schmäh</em>. *Nerdiges Gehabe, ja, aber immerhin eines in einer fest verteidigten, hermetisch geschlossenen Blase. Die Worte schaden beim zufälligen Hineingeraten nicht, auch wenn sie einem nichts nützen. Männerdominiert, ja, aber auch Frauen dürfen sich da hineinarbeiten.</li></ul>

<p>Man möchte sich, angesichts dieses menschlichen Panoptikums und des damit für einen selbst verbundenen Leidensdrucks wie bei Heimito von Doderer einer der seltsamen Heilkuren des Psychologen Dr. Horn unterziehen. Sich dabei an der schmerzhaften Nasenzange vorführen lassen, damit die Wut, die uns aus den sozialen Medien überfällt, noch verstärkt wird. Solchermassen in unkontrollierbare Rage gebracht, kann sie von erfahrenen Psychologen behandelt und vielleicht gemildert werden.</p>

<p>Doch auch einem anderen Problem entkommen wir durch die Beschreibung der Dummheit nicht. Dass wir, die wir die Dummheit der Anderen behaupten und beschreiben, uns unserer eigenen Fehlbarkeit elegant entschlagen. Darauf hat schon Robert Musil hingewiesen. Ich weiss allerdings, dass ich Andere mit meinen Gedanken nerve. Und das ist doch schon etwas auf dem Weg der Verbesserung des Metaverse.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a></p>
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      <pubDate>Sun, 15 May 2022 23:47:01 +0000</pubDate>
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      <description>&lt;![CDATA[.A | #Ailantd #Allaine #AlteLeut #AnnetteDrosteHülshoff #ArtemisMission #Asyl &#xA;.B | #Bibel #Bodensee #GerdaBlees #RuthBlum #HazelBrugger #BuchWien #OctaviaEButler&#xA;.C | #CaptionYourMedia #Chtuluzän&#xA;.D | #Demiurg&#xA;.E | #Erinnerung #Ereignishorizont #AnnieErnaux #EU&#xA;.F | #Fediverse #Figurenkabinett #Fiktiokratie #Fiktionaut #Film #FondationBeyeler #MichelFoucault #Fundstücke #Fungi&#xA;.G | #Gaming #GeniusLoci #Grenzen #Grid&#xA;.I | #Inclusion #Ittingen&#xA;.J | #JavierTellez #Jura&#xA;.K | #Klettgau #Klimakatastrophe #Kunst #Landscaping&#xA;.L |  #Legenden #Literatur #Logseq&#xA;.M | #Mastodon #MikroLiteratur #MikroEssay#MiniEssay #PietMondrian #Mykorhizom&#xA;.N |  #Narrenschiff #Neuhier #nanowrimo #NMS #Netflix&#xA;.O |  #OpenSimulator #Orion&#xA;.P | #PoetrySlam #PostAnthropzän #Psychonaut&#xA;.R | #RomanprojektEarthseed&#xA;.S | #Schreibarbeit #SchwarzeLöcher #Scrivener #SigridUndstet #Software #Solarpunk #Sonne #Sonnenfinsternis #Eklipse&#xA;.T | #Tomasino #Trias #Twitter&#xA;.V | #VirtuelleWelt #Voyeurismus&#xA;.W | #WalktheDog #Weltraum #WriteTrack #WritingMonth24&#xA;.Z | #ZeppelinMuseum&#xA;&#xA; ]]&gt;</description>
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      <pubDate>Fri, 06 May 2022 07:41:29 +0000</pubDate>
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      <title>005 Eine Textsorte üben: Bildbeschreibungen</title>
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      <description>&lt;![CDATA[Das Fediverse hat mich wieder einmal darauf aufmerksam gemacht: Bilder, die man für seine Texte ins Internet stellt, sollten auf der Ebene ihrer Metadaten beschrieben werden. Die zentrale Frage lautet: Was ist eigentlich auf dem betreffenden Bild zu sehen?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Beginnen wir also mit einer Definition aus dem Blog Techsmith:&#xA;&#xA;  Alternativtexte (Alt-Texte) beschreiben ein digitales Bild, sodass ein Bildschirmleseprogramm oder andere Hilfstechnologien das Bild interpretieren können und behinderte Menschen es verstehen können.&#xA;&#xA;Eine nicht ganz so neue Textsorte also, die geübt werden sollte. Wir erinnern uns an die Schulzeit, wo die ungeliebten Bildbeschreibungen (engl.: image caption) unsere Konzentration und unsere Ausdrucksfähigkeit schulen sollte. Jetzt verwenden wir Bildbeschreibungen, um Bildschirmleseprogramme (engl.: screenreader) zu füttern.&#xA;&#xA;Eine gute Bildbeschreibung (engl. alternative text) anzufertigen, erfordert einerseits die Etikette im Fediverse und ist andrerseits auch ein Akt der Solidarität mit den sehschwachen Personen unseres Publikums. Zudem: Barrierefreiheit ist in Europa meist gesetzlich geregelt (siehe auch die EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit von Websites und mobilen Anwendungen. Nicht zuletzt: Personen, die für gewöhnlich ein Bildschirmleseprogramm benutzen, werden unsere Postings besser lesen können.&#xA;&#xA;Die dezentrale Plattform Mastodon macht es uns da besonders leicht, denn hier ist der Prozess der Bildbeschreibung in den Upload eines Bildes integriert. Nach dem Upload stellt es uns ein Bearbeitungsmenü zur Verfügung. Und wir können darüber hinaus in unserer Timeline auch noch einen Bot abonnieren, der uns daran erinnert, ob wir ein Bild beschrieben haben oder nicht (Beispiele: @OCRbot, @PleaseCaption@botsin.space).&#xA;&#xA;Dennoch stellt sich die Frage, wie denn die Bildbeschreibung überhaupt auszusehen haben. Hier einige Tips:&#xA;&#xA;Allgemeine Hinweise:&#xA;&#xA;1. Die einfachste Regel: Empathie und &#34;Zweiten Blick&#34; einnehmen Versuchen wir, uns einfach in die Situation einer sehschwachen Person hineinzuversetzen: nehmen wir die Haltung des Zweiten Blicks ein. Es klingt banal: das Zielpublikum der Sehschwachen sieht das Bild nicht, das wir als Sehende vor uns haben. Abstrahieren wir deshalb von unseren subjektiven Bildeindrücken und beschreiben es so neutral wie möglich. Die Frage stellt sich: Was muss unbedingt vermittelt werden? Die Betonung liegt dabei auf dem Wort Vermittlung und nicht auf Pflichtprogramm für Gutmenschen.&#xA;&#xA;2. Anwendungsbezogenheit. Nicht nur sehschwache Personen profitieren von einer präzisen Bildbeschreibung. Darüber hinaus sind zwei weitere Anwendungen zu nennen: (1) Kann ein Bild aus technischen Gründen nicht geladen werden, erscheint der Text anstelle des Bildes. (2) Suchmaschinen nutzen den Text, um dias Bild zu erfassen. Bilder zu beschreiben ist also nicht nur diversitätsgerecht, sondern hilft auch der maschinellen Lesbarkeit unserer digitalen Bilderproduktion.&#xA;&#xA;3. Präzision. Ziel ist es, das Bild so präzise wie möglich zu beschreiben. Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen: Was ist im Wesentlichen zu sehen? Wer (Person, Lebewesen, Gegenstand) ist zu sehen? Welches Ereignis ist zu sehen? Ist der Bildtyp oder die Perspektive von Relevanz? Der Text sollte nicht ausufern, sondern knapp genug sein, dass HörerInnen sofort verstehen, warum das Bild eingebunden wurde.&#xA;&#xA;4. Bilduntertitel. Dieser kann genutzt werden, um über den Metatext hinausgehende Informationen anzubieten. Sie sind gewissermassen eine Zwischenstufe zwischen der Bildbeschreibung im Metatext und dem eigentlichen Text des Gesamtartikels.&#xA;&#xA;5. Rein dekorative Bilder. Um zu entscheiden, ob wir eine Bildbeschreibung verfassen sollen oder nicht, müssen wir zwischen dem Informationsgehalt von Bildern unterscheiden. Menschen mit Bildschirmlesegarät sind oft froh, wenn redundante Informationen nicht ausgelesen werden. Deshalb werden reine Behübschungsbilder meist nicht beschrieben. Als Faustregel nennt Zweiter Blick die Beantwortung folgender Frage: &#34;Welchen Text würde ich einsetzen, wenn ich das Bild nicht verwenden könnte?&#34; Fällt Ihnen nach gründlicher Überlegung kein Text ein, dürfte es sich um ein rein dekoratives Bild handeln.&#xA;&#xA;6. Sonderformen. Aber da gibt es ja noch Symbolfotos, Grafiken, Icons und interaktives Zeugs und da wirds komplizierter. Um die Textlänge nicht über Gebühr zu strapazieren, verweise ich auf den Zweiten Blick. Dort wird alles genau erklärt.&#xA;&#xA;Die wichtigsten No Gos:&#xA;&#xA;1. Echos vermeiden. Bildschirmleseprogramme lesen ein Bild mit dem automatischen Hinweis aus, das nun ein Bild beschrieben wird. Wenn Sie also eine Bildbeschreibung beispielsweise mit der Phrase beginnen: \Das Bild zeigt ... \, so werden die HörerInnen mindestens zweimal das Wort Bild wie ein Echo hören.&#xA;&#xA;4. Rauschen vermeiden. Vermeiden sie in ihren Postings Emojis oder Abkürzungen soweit wie möglich. Diese können technisch nicht hörgerecht ausgelesen werden: die Ausgabe des Geräts beginnt zu &#34;stottern&#34;.&#xA;&#xA;5. Abgebildete Texte. Da diese Texte vom Bildschirmleseprogramm nicht ausgelesen werden, müssen sie, insbesondere wenn sie für die Symbolik des Bildes wichtig sind, in der Bildbeschreibung genannt werden.&#xA;&#xA;6. Verlinkte Bilder. Haben Sie ein Bild verlinkt, so muss der Text der Bildbeschreibung auch diesen Link enthalten.&#xA;&#xA;Recherche:&#xA;&#xA;Zweiter Blick: Deutsch, sehr informativ, sehr ausführlich, beantwortet auch diffizilere Fragen etwa nach Icons, Grafiken etc.&#xA;&#xA;Tech Smith: Alternativtexte  Deutsch, mittelmässig informativ, zielt auf Werbung für die App Snagit.&#xA;&#xA;Netzpolitik: Mit Bildbeschreibungen Barrieren überwinden: Deutsch, spannender Podcast!&#xA;&#xA;#CaptionYourMedia #Mastodon #Fediverse #Inclusion]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das <em>Fediverse</em> hat mich wieder einmal darauf aufmerksam gemacht: Bilder, die man für seine Texte ins Internet stellt, sollten auf der Ebene ihrer Metadaten beschrieben werden. Die zentrale Frage lautet: Was ist eigentlich auf dem betreffenden Bild zu sehen?</strong></p>



<p>Beginnen wir also mit einer Definition aus dem Blog <a href="https://www.techsmith.de/blog/alternativtext/">Techsmith:</a></p>

<blockquote><p>Alternativtexte (Alt-Texte) beschreiben ein digitales Bild, sodass ein Bildschirmleseprogramm oder andere Hilfstechnologien das Bild interpretieren können und behinderte Menschen es verstehen können.</p></blockquote>

<p>Eine nicht ganz so neue Textsorte also, die geübt werden sollte. Wir erinnern uns an die Schulzeit, wo die ungeliebten Bildbeschreibungen (engl.: <em>image caption</em>) unsere Konzentration und unsere Ausdrucksfähigkeit schulen sollte. Jetzt verwenden wir Bildbeschreibungen, um Bildschirmleseprogramme (engl.: <em>screenreader</em>) zu füttern.</p>

<p>Eine gute Bildbeschreibung (engl. <em>alternative text</em>) anzufertigen, erfordert einerseits die Etikette im <em>Fediverse</em> und ist andrerseits auch ein Akt der Solidarität mit den sehschwachen Personen unseres Publikums. Zudem: Barrierefreiheit ist in Europa meist gesetzlich geregelt (siehe auch die <a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/LSU/?uri=CELEX%3A32016L2102">EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit von Websites und mobilen Anwendungen</a>. Nicht zuletzt: Personen, die für gewöhnlich ein Bildschirmleseprogramm benutzen, werden unsere Postings besser lesen können.</p>

<p>Die dezentrale Plattform <em>Mastodon</em> macht es uns da besonders leicht, denn hier ist der Prozess der Bildbeschreibung in den Upload eines Bildes integriert. Nach dem Upload stellt es uns ein Bearbeitungsmenü zur Verfügung. Und wir können darüber hinaus in unserer Timeline auch noch einen Bot abonnieren, der uns daran erinnert, ob wir ein Bild beschrieben haben oder nicht (Beispiele: @OCRbot, <a href="/@/PleaseCaption@botsin.space" class="u-url mention">@<span>PleaseCaption@botsin.space</span></a>).</p>

<p>Dennoch stellt sich die Frage, wie denn die Bildbeschreibung überhaupt auszusehen haben. Hier einige Tips:</p>

<h3 id="allgemeine-hinweise" id="allgemeine-hinweise">Allgemeine Hinweise:</h3>

<p><strong>1. Die einfachste Regel: Empathie und “Zweiten Blick” einnehmen</strong> Versuchen wir, uns einfach in die Situation einer sehschwachen Person hineinzuversetzen: nehmen wir die Haltung des <em>Zweiten Blicks</em> ein. Es klingt banal: das Zielpublikum der Sehschwachen sieht das Bild nicht, das wir als Sehende vor uns haben. Abstrahieren wir deshalb von unseren subjektiven Bildeindrücken und beschreiben es so neutral wie möglich. Die Frage stellt sich: Was muss <strong>unbedingt</strong> vermittelt werden? Die Betonung liegt dabei auf dem Wort <em>Vermittlung</em> und nicht auf <em>Pflichtprogramm für Gutmenschen</em>.</p>

<p><strong>2. Anwendungsbezogenheit.</strong> Nicht nur sehschwache Personen profitieren von einer präzisen Bildbeschreibung. Darüber hinaus sind zwei weitere Anwendungen zu nennen: (1) Kann ein Bild aus technischen Gründen nicht geladen werden, erscheint der Text anstelle des Bildes. (2) Suchmaschinen nutzen den Text, um dias Bild zu erfassen. Bilder zu beschreiben ist also nicht nur diversitätsgerecht, sondern hilft auch der maschinellen Lesbarkeit unserer digitalen Bilderproduktion.</p>

<p><strong>3. Präzision.</strong> Ziel ist es, das Bild so präzise wie möglich zu beschreiben. Stellen Sie sich deshalb folgende Fragen: <em>Was ist im Wesentlichen zu sehen? Wer (Person, Lebewesen, Gegenstand) ist zu sehen? Welches Ereignis ist zu sehen? Ist der Bildtyp oder die Perspektive von Relevanz?</em> Der Text sollte nicht ausufern, sondern knapp genug sein, dass HörerInnen sofort verstehen, warum das Bild eingebunden wurde.</p>

<p><strong>4. Bilduntertitel.</strong> Dieser kann genutzt werden, um über den Metatext hinausgehende Informationen anzubieten. Sie sind gewissermassen eine Zwischenstufe zwischen der Bildbeschreibung im Metatext und dem eigentlichen Text des Gesamtartikels.</p>

<p><strong>5. Rein dekorative Bilder.</strong> Um zu entscheiden, ob wir eine Bildbeschreibung verfassen sollen oder nicht, müssen wir zwischen dem Informationsgehalt von Bildern unterscheiden. Menschen mit Bildschirmlesegarät sind oft froh, wenn redundante Informationen nicht ausgelesen werden. Deshalb werden reine Behübschungsbilder meist nicht beschrieben. Als Faustregel nennt <a href="https://www.zweiterblick.at/index.php?site=img#bedeutung">Zweiter Blick</a> die Beantwortung folgender Frage: <em>“Welchen Text würde ich einsetzen, wenn ich das Bild nicht verwenden könnte?” Fällt Ihnen nach gründlicher Überlegung kein Text ein, dürfte es sich um ein rein dekoratives Bild handeln.</em></p>

<p><strong>6. Sonderformen.</strong> Aber da gibt es ja noch Symbolfotos, Grafiken, Icons und interaktives Zeugs und da wirds komplizierter. Um die Textlänge nicht über Gebühr zu strapazieren, verweise ich auf den <a href="https://www.zweiterblick.at/index.php?site=img#bedeutung">Zweiten Blick.</a> Dort wird alles genau erklärt.</p>

<h3 id="die-wichtigsten-no-gos" id="die-wichtigsten-no-gos">Die wichtigsten No Gos:</h3>

<p><strong>1. Echos vermeiden.</strong> Bildschirmleseprogramme lesen ein Bild mit dem automatischen Hinweis aus, das nun ein Bild beschrieben wird. Wenn Sie also eine Bildbeschreibung beispielsweise mit der Phrase beginnen: *Das Bild zeigt ... *, so werden die HörerInnen mindestens zweimal das Wort <em>Bild</em> wie ein Echo hören.</p>

<p><strong>4. Rauschen vermeiden.</strong> Vermeiden sie in ihren Postings Emojis oder Abkürzungen soweit wie möglich. Diese können technisch nicht hörgerecht ausgelesen werden: die Ausgabe des Geräts beginnt zu “stottern”.</p>

<p><strong>5. Abgebildete Texte.</strong> Da diese Texte vom Bildschirmleseprogramm nicht ausgelesen werden, müssen sie, insbesondere wenn sie für die Symbolik des Bildes wichtig sind, in der Bildbeschreibung genannt werden.</p>

<p><strong>6. Verlinkte Bilder.</strong> Haben Sie ein Bild verlinkt, so muss der Text der Bildbeschreibung auch diesen Link enthalten.</p>

<h3 id="recherche" id="recherche">Recherche:</h3>
<ol><li><p><a href="https://www.zweiterblick.at/index.php?site=img#bedeutung">Zweiter Blick:</a> Deutsch, sehr informativ, sehr ausführlich, beantwortet auch diffizilere Fragen etwa nach Icons, Grafiken etc.</p></li>

<li><p><a href="https://www.techsmith.de/blog/alternativtext/">Tech Smith: Alternativtexte </a> Deutsch, mittelmässig informativ, zielt auf Werbung für die App Snagit.</p></li>

<li><p><a href="https://netzpolitik.org/2021/npp-241-blind-im-netz-mit-bildbeschreibungen-barrieren-ueberwinden/">Netzpolitik: Mit Bildbeschreibungen Barrieren überwinden:</a> Deutsch, spannender Podcast!</p></li></ol>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:CaptionYourMedia" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">CaptionYourMedia</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Mastodon" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Mastodon</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Fediverse" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Fediverse</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Inclusion" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Inclusion</span></a></p>
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      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/005-eine-textsorte-uben-bildbeschreibungen</guid>
      <pubDate>Thu, 05 May 2022 08:04:46 +0000</pubDate>
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