<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
  <channel>
    <title>Nanowrimo &amp;mdash; Zettelwerk</title>
    <link>https://zettelwerk.writeas.com/tag:Nanowrimo</link>
    <description>Notizen eines Fiktionauten.</description>
    <pubDate>Mon, 27 Apr 2026 08:05:49 +0000</pubDate>
    <image>
      <url>https://i.snap.as/aM4jw2DK.jpg</url>
      <title>Nanowrimo &amp;mdash; Zettelwerk</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/tag:Nanowrimo</link>
    </image>
    <item>
      <title>077 Die Wörterzähler</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/077-die-woerterzaehler?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[\Geschrieben im Rahmen des [WritingMonth im November 2024\] &#xA;\[759 Wörter,  durchschnittliche Lesedauer von 5.30 Minuten\]&#xA;&#xA;Statt eines Vorworts&#xA;&#xA;Im Dezember 2022 wurde ich von National Novel Writing Month (NaNoWriMo) aufgefordert, ein Online-Feedback über meine Erfahrungen mit der Plattform abzugeben. Da wäre mir fast der Kragen geplatzt. Ich wollte in Ruhe gelassen werden. Zu viel Kakophonie in der Schreib- und Lesestube! Natürlich: Geld muss gesammelt werden, und das nicht zu knapp. Über 1,4 Mio. USD wurden 2022 als Spendenziel angegeben. Derartige Vorhaben brauchen natürlich Reichweite und unentwegte Aktivierung der User.&#xA;&#xA;Ich hatte mich auf der Plattform registriert, um meine Schreibroutine weiterzuentwickeln. Das war dort versprochen worden. Das Zählen der täglich geschriebenen Wörter, die Verfolgung eines Schreibzieles pro Monat, der Vergleich und die Kommunikation mit anderen Autor\innen sollten mir dabei helfen. Dies hat dann auch geklappt. Zusätzlich habe ich umfangreiches Textmaterial produziert. Der Wettbewerb war solidarisch, die Selbstvergewisserung über den Schreibfortschritt erhellend. Allein, mit der Vorgabe von 50.000 Wörtern pro Monat tatsächlich etwas Brauchbares schreiben zu können, ist natürlich eine naive Vorstellung. Doch darauf hatte ich ohnehin nicht gesetzt.&#xA;&#xA;Schon damals reifte in mir die Überzeugung, dass ich meinen Schreibfortschritt nicht mehr lange von dieser Plattform begleiten lassen wollte, zu grell, zu bunt, zu marktschreierisch und geldbesessen kam sie daher. Lärm tut wahrlich nicht gut, man braucht Ruhe, um als Fiktionaut in Schreibwelten eintauchen zu können. Trotzdem habe ich aus Gewohnheit auch im darauffolgenden Jahr NaNoWriMo genutzt, um an einem anderen Projekt zu arbeiten. In zwei Jahren kamen immerhin rund 75.000 Wörter zustande. Zudem wurde ich auch unter Jahr produktiver und schreib freudiger. Die Methode wirkt. Ich möchte diese Novemberübung nicht mehr missen.&#xA;&#xA;Trotzdem: Muss man sich einer lauten Plattform mit ihren unentwegt auftauchenden Schreibkursangeboten, Feedback- und Werbeschleifen ausliefern? Konnte man sich denn nicht auch in ein kleines dezentrales und stilles Forum zurückziehen und dasselbe tun: Seinem Schreibfortschritt gemeinsam mit Anderen huldigen? Vielleicht würde ja auch der Eintrag in ein Excel Sheet oder in den Kalender reichen.&#xA;&#xA;Dann kam es zu jenen Entwicklungen, die mich dazu veranlassten, mich endgültig von der Plattform zu trennen: dem Missbrauch von Jugendlichen durch den Moderator eines Chatrooms, die zögerliche und verlogene Aufklärung dieses Vorfalls durch die Verantwortlichen und zu guter Letzt die Diskriminierung von Behinderten bei der Bewerbung Künstlicher Intelligenz als Schreibassistenten. Ich zog den Stecker und löschte wie viele Andere meinen Account bei NaNoWriMo. Im Jahr 2024 sollte es anders werden.&#xA;&#xA;Wie andere Kritiker\innen suchte auch ich nach Alternativen. Diese gab es nun vermehrt. Etwa das Projekt von David S. Gale mit dem Namen Write Track Cloud. Ein sauber entwickelter Online Word-Count, der ohne jede Werbung auskommt. 2023 probierte ich die Anwendung eine Zeitlang aus, konnte mich aber wegen der doch recht umständlichen Features nie mit ihr anfreunden.&#xA;&#xA;Derzeit gibt es eine Vielzahl anderer Plattformen, die oft noch in den Kinderschuhen stecken und um die Gunst der ehemaligen NaNoWriMo - Nutzer\*innen buhlen. Eine genaue Analyse der Vor- und Nachteile dieser Anwendungen würde lohnen. Ich merke mir jedenfalls folgende Projekte vor: TrackBear, 4TheWords, MyWriteClub, Pacemaker, NoQu Official, Noivir und ShutUpandWrite.&#xA;&#xA;Nach langer Überlegung habe ich mich allerdings für eine Plattform entschieden, auf die ich durch meine Mastodon - Präsenz aufmerksam wurde. Sie heißt WritingMonth und wurde von Benjamin Hollon in aller Eile kurz vor dem Beginn des NaNoWriMo 2024 aufgesetzt. Die Nachfrage war überraschend groß. Für die Teilnahme im November 2024 haben sich 424 AutorInnen registriert. Das Gesamtziel liegt bei beeindruckenden 15 Millionen Wörtern. Auch für Dezember gibt es schon Einträge.&#xA;&#xA;Die kleine, fast karge Plattform ist zwar noch sehr weit von den selbstgewählten Zielen entfernt, hat mich aber sofort angesprochen. Mit dem Softwareentwickler kann man sich ungezwungen austauschen, Werbung fehlt völlig, die aufgeräumte Struktur und die Freiheit sich selbst Ziele zu setzen waren für mich ausschlaggebend. Kostenfrei ist die Plattform außerdem. Einziger Wermutstropfen: man hat noch keine Einsicht in die Fortschritte seiner Buddys und kann mit ihnen auf der Plattform noch nicht kommunizieren. Ich weiche dafür auf Mastodon aus.&#xA;&#xA;Und so befinde ich mich bereits mitten in einem neuen Writing Month mit einer sympathisch klaren und dezentralen Plattform. Ich werde sieben Erzählungen schreiben, jede einzelne wird in sieben Kapitel gegliedert. Wir folgen alten Menschen, ihren Wundern und den sieben Sinnen. Wer die unlektorierten Texte mitlesen will, kann dies gerne bis Jahresende auf meinem Zettelwerk tun.&#xA;&#xA;Möge der Writing Month gedeihen und meine neue Heimat werden in diesem Irrenhaus der freiwilligen Wörterzähler.&#xA;&#xA;---&#xA;&#xA;#writingmonth24 #alteleut #WriteTrack #Nanowrimo]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><em>[Geschrieben im Rahmen des <a href="https://writingmonth.org">WritingMonth</a> im November 2024]
[759 Wörter,  durchschnittliche Lesedauer von 5.30 Minuten]</em></p>

<p>Statt eines Vorworts</p>

<p>Im Dezember 2022 wurde ich von <a href="https://nanowrimo.org/">National Novel Writing Month</a> (<em>NaNoWriMo</em>) aufgefordert, ein Online-Feedback über meine Erfahrungen mit der Plattform abzugeben. Da wäre mir fast der Kragen geplatzt. Ich wollte in Ruhe gelassen werden. Zu viel Kakophonie in der Schreib- und Lesestube! Natürlich: Geld muss gesammelt werden, und das nicht zu knapp. Über 1,4 Mio. USD wurden 2022 als Spendenziel angegeben. Derartige Vorhaben brauchen natürlich Reichweite und unentwegte Aktivierung der User.</p>

<p>Ich hatte mich auf der Plattform registriert, um meine Schreibroutine weiterzuentwickeln. Das war dort versprochen worden. Das Zählen der täglich geschriebenen Wörter, die Verfolgung eines Schreibzieles pro Monat, der Vergleich und die Kommunikation mit anderen Autor*innen sollten mir dabei helfen. Dies hat dann auch geklappt. Zusätzlich habe ich umfangreiches Textmaterial produziert. Der Wettbewerb war solidarisch, die Selbstvergewisserung über den Schreibfortschritt erhellend. Allein, mit der Vorgabe von 50.000 Wörtern pro Monat tatsächlich etwas Brauchbares schreiben zu können, ist natürlich eine naive Vorstellung. Doch darauf hatte ich ohnehin nicht gesetzt.</p>

<p>Schon damals reifte in mir die Überzeugung, dass ich meinen Schreibfortschritt nicht mehr lange von dieser Plattform begleiten lassen wollte, zu grell, zu bunt, zu marktschreierisch und geldbesessen kam sie daher. Lärm tut wahrlich nicht gut, man braucht Ruhe, um als Fiktionaut in Schreibwelten eintauchen zu können. Trotzdem habe ich aus Gewohnheit auch im darauffolgenden Jahr NaNoWriMo genutzt, um an einem anderen Projekt zu arbeiten. In zwei Jahren kamen immerhin rund 75.000 Wörter zustande. Zudem wurde ich auch unter Jahr produktiver und schreib freudiger. Die Methode wirkt. Ich möchte diese Novemberübung nicht mehr missen.</p>

<p>Trotzdem: Muss man sich einer lauten Plattform mit ihren unentwegt auftauchenden Schreibkursangeboten, Feedback- und Werbeschleifen ausliefern? Konnte man sich denn nicht auch in ein kleines dezentrales und stilles Forum zurückziehen und dasselbe tun: Seinem Schreibfortschritt gemeinsam mit Anderen huldigen? Vielleicht würde ja auch der Eintrag in ein Excel Sheet oder in den Kalender reichen.</p>

<p>Dann kam es zu jenen Entwicklungen, die mich dazu veranlassten, mich endgültig von der Plattform zu trennen: dem Missbrauch von Jugendlichen durch den Moderator eines Chatrooms, die zögerliche und verlogene Aufklärung dieses Vorfalls durch die Verantwortlichen und zu guter Letzt die Diskriminierung von Behinderten bei der Bewerbung Künstlicher Intelligenz als Schreibassistenten. Ich zog den Stecker und löschte wie viele Andere meinen Account bei NaNoWriMo. Im Jahr 2024 sollte es anders werden.</p>

<p>Wie andere Kritiker*innen suchte auch ich nach Alternativen. Diese gab es nun vermehrt. Etwa das Projekt von David S. Gale mit dem Namen <a href="https://writetrack.cloud">Write Track Cloud</a>. Ein sauber entwickelter Online Word-Count, der ohne jede Werbung auskommt. 2023 probierte ich die Anwendung eine Zeitlang aus, konnte mich aber wegen der doch recht umständlichen Features nie mit ihr anfreunden.</p>

<p>Derzeit gibt es eine Vielzahl anderer Plattformen, die oft noch in den Kinderschuhen stecken und um die Gunst der ehemaligen NaNoWriMo – Nutzer*innen buhlen. Eine genaue Analyse der Vor- und Nachteile dieser Anwendungen würde lohnen. Ich merke mir jedenfalls folgende Projekte vor: TrackBear, 4TheWords, MyWriteClub, Pacemaker, NoQu Official, Noivir und ShutUpandWrite.</p>

<p>Nach langer Überlegung habe ich mich allerdings für eine Plattform entschieden, auf die ich durch meine Mastodon – Präsenz aufmerksam wurde. Sie heißt <a href="https://writingmonth.org/">WritingMonth</a> und wurde von <a href="https://benjaminhollon.com/">Benjamin Hollon</a> in aller Eile kurz vor dem Beginn des NaNoWriMo 2024 aufgesetzt. Die Nachfrage war überraschend groß. Für die Teilnahme im November 2024 haben sich 424 AutorInnen registriert. Das Gesamtziel liegt bei beeindruckenden 15 Millionen Wörtern. Auch für Dezember gibt es schon Einträge.</p>

<p>Die kleine, fast karge Plattform ist zwar noch sehr weit von den selbstgewählten Zielen entfernt, hat mich aber sofort angesprochen. Mit dem Softwareentwickler kann man sich ungezwungen austauschen, Werbung fehlt völlig, die aufgeräumte Struktur und die Freiheit sich selbst Ziele zu setzen waren für mich ausschlaggebend. Kostenfrei ist die Plattform außerdem. Einziger Wermutstropfen: man hat noch keine Einsicht in die Fortschritte seiner Buddys und kann mit ihnen auf der Plattform noch nicht kommunizieren. Ich weiche dafür auf Mastodon aus.</p>

<p>Und so befinde ich mich bereits mitten in einem neuen Writing Month mit einer sympathisch klaren und dezentralen Plattform. Ich werde sieben Erzählungen schreiben, jede einzelne wird in sieben Kapitel gegliedert. Wir folgen alten Menschen, ihren Wundern und den sieben Sinnen. Wer die unlektorierten Texte mitlesen will, kann dies gerne bis Jahresende auf meinem <a href="https://zettelwerk.writeas.com/writingmonth">Zettelwerk</a> tun.</p>

<p>Möge der Writing Month gedeihen und meine neue Heimat werden in diesem Irrenhaus der freiwilligen Wörterzähler.</p>

<hr/>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:writingmonth24" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">writingmonth24</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:alteleut" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">alteleut</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:WriteTrack" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">WriteTrack</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Nanowrimo</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/077-die-woerterzaehler</guid>
      <pubDate>Thu, 07 Nov 2024 06:20:07 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>074 Wieder das Schreiben?</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/073-wieder-das-schreiben?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Natürlich, immer wieder das Schreiben! Denn genauso wie ich immer wieder auf das Schreiben “vergesse”, um mich anderen kreativen Tätigkeiten hinzugeben, erinnere ich mich plötzlich an es und begebe mich wieder unter in seine fordernde Hegemonie mit seinen fruchtbaren Ritualen. Doch wenn ich so recht darüber nachdenke, habe ich doch im Grunde immer wieder das Gleiche getan: an bestimmten Phantasiewelten bzw. Lebensentwürfen weitergearbeitet, mit oder ohne Niederschrift. Jetzt ist die Lebenszeit gekommen, all das auszuformulieren, was sich in mir an Nicht-Zu-Ende-Gedachtem seit fast 70 Jahren angesammelt hat und der Konkretisierung bedarf. Das ist sicher!&#xA;&#xA;Wie Schwemmholz, Muscheln, Seegras, Sand, Plastik und mehr Allerlei an den Strand geworfen wird, um vom aufmerksamen Wanderer in eine Sammlung oder Collage aufgenommen zu werden, liegen die Denkfragmente meines Lebens an meinem Horizont. Einiges davon wird eben mit dem Schreiben bearbeitet, oder dann wie im Falle des Projekts “Mykorhizom” mit dem Zeichnen und Illustrieren. Später, im Verlauf des Jahres 2023 lief ich dann über zur Befüllung fremd- und dann selbstgesteuerter Virtueller Welten über. Es ist schwierig, hier den richtigen Weg zu finden. Denn die Programmiersprache habe ich nie lernen wollen.&#xA;&#xA;Dann, wie jetzt an dieser Stelle, blitzt der Gedanke ans Schreiben wieder mit aller Stärke auf: Will ich es wieder versuchen mit dem Schreibmonat November? Den nanowrimo 22 habe ich geschafft und war zufrieden mit seinem Resultat. Ich war der Überzeugung, hier viel gelernt zu haben, etwas vorangebracht zu haben an lebensfähigem Weltentwurf.  Also werde ich den Text “Allaine” hervorsuchen und weiterschreiben im ewigen Kreislauf des Suchens nach Möglichkeiten.&#xA;&#xA;#nanowrimo #Allaine #Gaming]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Natürlich, immer wieder das Schreiben! Denn genauso wie ich immer wieder auf das Schreiben “vergesse”, um mich anderen kreativen Tätigkeiten hinzugeben, erinnere ich mich plötzlich an es und begebe mich wieder unter in seine fordernde Hegemonie mit seinen fruchtbaren Ritualen. Doch wenn ich so recht darüber nachdenke, habe ich doch im Grunde immer wieder das Gleiche getan: an bestimmten Phantasiewelten bzw. Lebensentwürfen weitergearbeitet, mit oder ohne Niederschrift. Jetzt ist die Lebenszeit gekommen, all das auszuformulieren, was sich in mir an Nicht-Zu-Ende-Gedachtem seit fast 70 Jahren angesammelt hat und der Konkretisierung bedarf. Das ist sicher!</p>

<p>Wie Schwemmholz, Muscheln, Seegras, Sand, Plastik und mehr Allerlei an den Strand geworfen wird, um vom aufmerksamen Wanderer in eine Sammlung oder Collage aufgenommen zu werden, liegen die Denkfragmente meines Lebens an meinem Horizont. Einiges davon wird eben mit dem Schreiben bearbeitet, oder dann wie im Falle des Projekts “Mykorhizom” mit dem Zeichnen und Illustrieren. Später, im Verlauf des Jahres 2023 lief ich dann über zur Befüllung fremd- und dann selbstgesteuerter Virtueller Welten über. Es ist schwierig, hier den richtigen Weg zu finden. Denn die Programmiersprache habe ich nie lernen wollen.</p>

<p>Dann, wie jetzt an dieser Stelle, blitzt der Gedanke ans Schreiben wieder mit aller Stärke auf: Will ich es wieder versuchen mit dem Schreibmonat November? Den nanowrimo 22 habe ich geschafft und war zufrieden mit seinem Resultat. Ich war der Überzeugung, hier viel gelernt zu haben, etwas vorangebracht zu haben an lebensfähigem Weltentwurf.  Also werde ich den Text “Allaine” hervorsuchen und weiterschreiben im ewigen Kreislauf des Suchens nach Möglichkeiten.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Gaming" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Gaming</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/073-wieder-das-schreiben</guid>
      <pubDate>Wed, 18 Oct 2023 13:12:45 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>069 Die Wörterzähler</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/069-die-worterzahler?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Erst kürzlich wurde ich von nanowrimo aufgefordert, ein Online-Feedback über meine Schreiberfahrungen in der November-Challenge abzugeben. Dabei ist mir unangenehm aufgefallen, welch riesiges TamTam von den Betreiber:innen um NaNoWriMo veranstaltet wird. Um sich selbst dreht und wendet sich die Propaganda eines typisch us-amerikanischen Beteiligungskarussells, das sich als Selbstermächtigung von Autor:innen feiert. Und natürlich: Geld muss gesammelt werden, nicht zu knapp. Über 1.4 Mio. USD wurde als Spendenziel angegeben und bis dato über 1,2 Mio. erreicht. Vor allem die Firmensponsoren wollen Reichweite und Beteiligung. Das benötigt den ständigen Trommelwirbel, die Kakophonie unentwegten Lärms rund um den Mammon. Eine ungesunde Torte mit gewaltigen Mengen an Zuckerguss ist NaNoWriMo geworden, welche man sich zum Geburtstag schenkt. Igitt! Nicht mein Stil. &#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Doch ich will nicht weiter polemisch sein, die Verdienste der Platform klein reden und mich undankbar zeigen. Denn das eigentliche Ziel hat diese Form des Wettbewerbs bei mir erreicht. Ich bin dank der November Challenge in einen routinierten Schreibfluss gekommen und habe umfangreiches Textmaterial produziert. Der Wettbewerb mit anderen war wichtig, die Selbstvergewisserung über den Schreibfortschritt dabei sehr erhellend. Das Versprechen, mit diesen 50.000 Wörtern in einem Monat ein Buch zu produzieren allerdings, das ist eine doch sehr naive Zumutung gewesen. Mich aber hat dies nicht gestört, ich wusste dies ohnehin. &#xA;&#xA;Nichtsdestotrotz will ich auf dieser Plattform nicht mehr weiterarbeiten, zu grell, zu bunt, zu marktschreierisch kommt sie daher. Der dabei entstehende Lärm tut mir nicht gut, ich brauche Ruhe, um in meine Romanwelten zu versinken und sie auszugestalten. Dies steht nun in den kommenden Wochen an. Schon zu Beginn des November habe ich geschrieben, dass es ja gar nicht so schwer sein müsste, selbst ein gemeinsames Schreiben auf Mastodon mit selbstbestimmten Zielvorgaben zu organisieren. Als Arbeitstitel habe ich mir damals etwa vorgestellt: &#34;Monat der bunten Schreiberlinge (MOBUSCH)&#34; oder &#34;Masochisten für einen Monat (MAFUMO)&#34;. Mit einigem Brainstorming käme sicher ein guter Titel daher! Braucht es dann nur noch die betreute Plattform. Aber auch diese steht zur Verfügung.  &#xA;&#xA;In den kommenden Tagen und Wochen, die ich weiterhin mit meinem Roman &#34;Allaine&#34; und gelegentlichen MiniEssay|s verbringen werde, möchte ich weiterhin meinen Schreibfortschritt auf einer Platform eintragen. Ich weiss, dass eine derartige Vorgehensweise meine Schreibdisziplin nur fördern kann. Also suchte ich nach Alternativen und wurde fündig: das Projekt von David S. Gale mit dem Namen Write Track Cloud. Ein sauber aufgeräumter und beruhigender Online Word-Tracker, der ohne jede Werbung daherkommt, auch ohne &#34;Expert:innen&#34;, die einem in den eigenen Schreibprozess hineinreden wollen. Doch lassen wir Herrn Gale selbst zu Wort kommen. Ihn habe bei dieser Aktivität gestört, dass beim Herunterbrechen eines Schreibziels von beispielsweise 50.000 Wörtern pro Monat, bei NaNoWriMo jeder Tag gleich behandelt werde. Doch Schreibziele zu setzen, sei keine statistische Aufgabe (nach dem Schema: 50.000 Wörter:30 Tage=1.667 Wörter/Tag), sondern eine der Einschätzung, wie jeder einzelne Tag in etwa verlaufen könnte und welche Schreibziele deshalb erreicht werden sollen. Einmal schreibt mensch mehr, einmal weniger, und das aus unterschiedlichsten Gründen: persönlichen, privaten, beruflichen und sonstigen. Deshalb verwendet Gale die Möglichkeit der Gewichtungen von Tagen (weight). Die durchschnittliche Wörteranzahl eines Tages (=100%) kann angepasst werden: Tage zeichnen auch andere Prozentzahlen auf und man beendet diesen in der Gewissheit, sein persönliches Soll erreicht zu haben. Es muss nicht immer der &#34;Tagesschnitt&#34; sein.  Einmal mehr, einmal weniger, begleitet von einer klaren Übersicht über den eigenen Schreibfortschritt.  &#xA;&#xA;Angereichert ist write track mit zahlreichen Features, welche NaNoWriMo um nichts nachsteht, durch seine Klarheit und Eindeutigkeit sogar übertrifft. Das Instrument kann stand alone benutzt, die Länge und Intensität der Challenge dabei frei gewählt werden. Aber man kann diese Challenge auch mit &#34;Freunden teilen&#34;. Ebenso können Gruppen gebildet werden, um sich untereinander auszutauschen und hat damit die Möglichkeit, in seiner Sprache zu kommunizieren (die Plattform ist generell in englischer Sprache). Es gibt downloadbare Banners,  eine Kalenderübersicht und eine Editierfunktion für selbstkreierte Challenges. Insgesamt ein sehr gutes Instrument, das zumindest für mich keinen Wunsch offen lässt. Wer aber auf einen bunten, geschwätzigen und weithin bekannten Wort-Tracker reflektiert, der mag sich wieder NaNoWriMo zuwenden.  &#xA;&#xA; Also habe ich mich entschlossen, meine Texte zum Figurenkabinett meines Romans in einer von mir zurecht gebastelten Challange bis Ende Jänner 2023 fertigzustellen. Davon berichte ich regelmässig auf tinderness@Mastodon. Wer write track, so wie ich, für gut befindet und sich dort gerne in einer Gruppe versammeln will, der:die sei nach dem Einloggen auf der Plattform auf die Fediverse Writers verwiesen.&#xA;&#xA;#NaNoWriMo &#34;#Schreibarbeit #WriteTrack]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Erst kürzlich wurde ich von nanowrimo aufgefordert, ein Online-Feedback über meine Schreiberfahrungen in der November-Challenge abzugeben. Dabei ist mir unangenehm aufgefallen, welch riesiges TamTam von den Betreiber:innen um NaNoWriMo veranstaltet wird. Um sich selbst dreht und wendet sich die Propaganda eines typisch us-amerikanischen Beteiligungskarussells, das sich als Selbstermächtigung von Autor:innen feiert. Und natürlich: Geld muss gesammelt werden, nicht zu knapp. Über 1.4 Mio. USD wurde als Spendenziel angegeben und bis dato über 1,2 Mio. erreicht. Vor allem die Firmensponsoren wollen Reichweite und Beteiligung. Das benötigt den ständigen Trommelwirbel, die Kakophonie unentwegten Lärms rund um den Mammon. Eine ungesunde Torte mit gewaltigen Mengen an Zuckerguss ist NaNoWriMo geworden, welche man sich zum Geburtstag schenkt. Igitt! Nicht mein Stil.</p>



<p>Doch ich will nicht weiter polemisch sein, die Verdienste der Platform klein reden und mich undankbar zeigen. Denn das eigentliche Ziel hat diese Form des Wettbewerbs bei mir erreicht. Ich bin dank der November Challenge in einen routinierten Schreibfluss gekommen und habe umfangreiches Textmaterial produziert. Der Wettbewerb mit anderen war wichtig, die Selbstvergewisserung über den Schreibfortschritt dabei sehr erhellend. Das Versprechen, mit diesen 50.000 Wörtern in einem Monat ein Buch zu produzieren allerdings, das ist eine doch sehr naive Zumutung gewesen. Mich aber hat dies nicht gestört, ich wusste dies ohnehin.</p>

<p>Nichtsdestotrotz will ich auf dieser Plattform nicht mehr weiterarbeiten, zu grell, zu bunt, zu marktschreierisch kommt sie daher. Der dabei entstehende Lärm tut mir nicht gut, ich brauche Ruhe, um in meine Romanwelten zu versinken und sie auszugestalten. Dies steht nun in den kommenden Wochen an. Schon zu Beginn des November habe ich geschrieben, dass es ja gar nicht so schwer sein müsste, selbst ein gemeinsames Schreiben auf Mastodon mit selbstbestimmten Zielvorgaben zu organisieren. Als Arbeitstitel habe ich mir <a href="https://zettelwerk.writeas.com/054-mobusch-statt-nanowrimo-tag-1">damals</a> etwa vorgestellt: “Monat der bunten Schreiberlinge (MOBUSCH)” oder “Masochisten für einen Monat (MAFUMO)”. Mit einigem Brainstorming käme sicher ein guter Titel daher! Braucht es dann nur noch die betreute Plattform. Aber auch diese steht zur Verfügung.</p>

<p>In den kommenden Tagen und Wochen, die ich weiterhin mit meinem Roman “Allaine” und gelegentlichen MiniEssay|s verbringen werde, möchte ich weiterhin meinen Schreibfortschritt auf einer Platform eintragen. Ich weiss, dass eine derartige Vorgehensweise meine Schreibdisziplin nur fördern kann. Also suchte ich nach Alternativen und wurde fündig: das Projekt von David S. Gale mit dem Namen <a href="https://writetrack.cloud/">Write Track Cloud</a>. Ein sauber aufgeräumter und beruhigender Online Word-Tracker, der ohne jede Werbung daherkommt, auch ohne “Expert:innen”, die einem in den eigenen Schreibprozess hineinreden wollen. Doch lassen wir Herrn Gale selbst zu Wort kommen. Ihn habe bei dieser Aktivität gestört, dass beim Herunterbrechen eines Schreibziels von beispielsweise 50.000 Wörtern pro Monat, bei NaNoWriMo jeder Tag gleich behandelt werde. Doch Schreibziele zu setzen, sei keine statistische Aufgabe (nach dem Schema: 50.000 Wörter:30 Tage=1.667 Wörter/Tag), sondern eine der Einschätzung, wie jeder einzelne Tag in etwa verlaufen könnte und welche Schreibziele deshalb erreicht werden sollen. Einmal schreibt mensch mehr, einmal weniger, und das aus unterschiedlichsten Gründen: persönlichen, privaten, beruflichen und sonstigen. Deshalb verwendet Gale die Möglichkeit der Gewichtungen von Tagen (weight). Die durchschnittliche Wörteranzahl eines Tages (=100%) kann angepasst werden: Tage zeichnen auch andere Prozentzahlen auf und man beendet diesen in der Gewissheit, sein persönliches Soll erreicht zu haben. Es muss nicht immer der “Tagesschnitt” sein.  Einmal mehr, einmal weniger, begleitet von einer klaren Übersicht über den eigenen Schreibfortschritt.</p>

<p>Angereichert ist <strong>write track</strong> mit zahlreichen Features, welche NaNoWriMo um nichts nachsteht, durch seine Klarheit und Eindeutigkeit sogar übertrifft. Das Instrument kann stand alone benutzt, die Länge und Intensität der Challenge dabei frei gewählt werden. Aber man kann diese Challenge auch mit “Freunden teilen”. Ebenso können Gruppen gebildet werden, um sich untereinander auszutauschen und hat damit die Möglichkeit, in seiner Sprache zu kommunizieren (die Plattform ist generell in englischer Sprache). Es gibt downloadbare Banners,  eine Kalenderübersicht und eine Editierfunktion für selbstkreierte Challenges. Insgesamt ein sehr gutes Instrument, das zumindest für mich keinen Wunsch offen lässt. Wer aber auf einen bunten, geschwätzigen und weithin bekannten Wort-Tracker reflektiert, der mag sich wieder NaNoWriMo zuwenden.</p>

<p> Also habe ich mich entschlossen, meine Texte zum Figurenkabinett meines Romans in einer von mir zurecht gebastelten Challange bis Ende Jänner 2023 fertigzustellen. Davon berichte ich regelmässig auf <a href="https://literatur.social/@tinderness">tinderness@Mastodon</a>. Wer <strong>write track,</strong> so wie ich, für gut befindet und sich dort gerne in einer Gruppe versammeln will, der:die sei nach dem Einloggen auf der Plattform auf die Fediverse Writers verwiesen.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:NaNoWriMo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">NaNoWriMo</span></a> “<a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:WriteTrack" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">WriteTrack</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/069-die-worterzahler</guid>
      <pubDate>Fri, 09 Dec 2022 15:01:24 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>066 Durchhalten:Allmacht - NaNoWriMo22, Tag 25</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/durchhalten-allmacht-nanowrimo22-tag-25?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Durchhalten: ja, aber nicht mehr auf hohem Niveau, eher ein Arbeiten unter Kurzatmigkeit. Es stimmt, meine Leistungskurve auf NaNoWriMo hat sich anfangs weit über dem Meridian von Zeit und Wörteranzahl eingependelt, um sich in den letzten Tagen wieder auf den Durchschnitt zuzubewegen. 4200 Wörter werde ich noch schreiben müssen, in den letzten fünf Tagen des November, was heisst, dass ich mir nicht mehr viele &#34;freie&#34; Tage leisten kann.&#xA;&#xA;Mehrere Faktoren kommen bei meinem kleinen &#34;Erschöpfungszustand&#34; -No drama please! - zusammen:&#xA;&#xA;(1) Eine Reise nach Wien, die Teilnahme an der BuchWien, Arztbesuche und die vielen anderen, kleinen und grossen Ablenkungen, die einem die Zeit und die Konzentration fürs Schreiben zu rauben drohen;&#xA;&#xA;(2) Das ständige Schreiben bewirkt, dass ich mir die Musse für die Korrektur, für das Schmökern in alten Manuskriptstellen und für die Recherche interessanter Themen einfach fehlt. Die Storyline treibt mich voran, mit der  grossen Gefahr, den Überblick, den stringenten Faden, ja selbst die von mir kreierten Begriffe wie Namen nicht mehr parat zu haben. Da macht sich das Gefühl breit, in den &#34;leeren Raum der Fantasie&#34; hineinzuschreiben, ohne Mass und ohne Ziel.&#xA;&#xA;(3) Einige meiner &#34;Schreibbuddies&#34; haben zu unmässigen Wortsprints von durchschnittlich 4000 Wörtern angesetzt, Sprints, die mich eher belasten, als dass sie meine Schreibwilligkeit antreiben.&#xA;&#xA;(4) Ich lese wieder Bücher, den Grossinquisitor etwa (ein kleiner aber berühmter Auszug aus Dostojewskis Roman &#34;Die Brüder Karamasov&#34;), bzw. Stephen Hawkings &#34;Illustrierte Kurze Geschichte der Zeit&#34;. Beide Lektüren bringen stetig neue Ideen hervor, die mich entweder dazu drängen, mein Schreibprojekt zu ergänzen oder korrigieren zu wollen, oder in eine völlig andere Richtungen zerren.&#xA;&#xA;Ich könnte noch mehr Argumente anfügen, die mir und meinen Leser:innen beweisen sollen, dass es jetzt doch nur unter Schwierigkeiten vorangeht; die meine Befürchtungen untermauern, das Plansoll eben nicht erreichen zu können; die mich wütend werden lassen, weil ich an einem möglicherweise stumpfsinnigen und im Grunde antipoetischen Experiment teilgenommen habe.&#xA;&#xA;Aber andrerseits: was steht am Ende dieses Versuches? Auf jeden Fall ein umfangreiches, aber auch interessantes Textkonvolut, das qualitativ gut oder schlecht sein kann, aber immerhin Material genug bereitstellt, um sich daran abzuarbeiten. Ich weiss, ich wiederhole mich, habe schon an anderer Stelle darüber geschrieben!&#xA;&#xA;Ich erscheine wohl wie ein Tänzer, der seinen Tanz beschwört und ihm dadurch magische Geltung zu schaffen versucht. Die Wörter, die beim Vorwärtsschreiben oft so schnell aus mir hervorbrechen, weil sie sich den fliessenden Gedanken, der galoppierenden Fantasie anpassen wollen, aber so schnell nicht niedergeschrieben werden können. Tipp- und Rechtschreibfehler, unschöne Wiederholungen, stilistische Krämpfe - über alle wird fleissig hinweg geschrieben beim Tanz um den Heiligen Gral der Geschichten. Wörter, die sich meist mit aller Gewalt ihren Weg bahnen, über alle Widerstände hinweg. Wenn ich diese Erfahrung mache, fühlt sich alles nicht so mühsam an, sondern eher wie eine mutige Pflege meiner Phantastereien. Und so schwanke ich, einer bipolaren Anmutung folgend, zwischen Allmacht und Ohnmacht und höre letzten Endes doch nicht auf zu schreiben.&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #nanowrimo #buchwien]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Durchhalten: ja, aber nicht mehr auf hohem Niveau, eher ein Arbeiten unter Kurzatmigkeit. Es stimmt, meine Leistungskurve auf NaNoWriMo hat sich anfangs weit über dem Meridian von Zeit und Wörteranzahl eingependelt, um sich in den letzten Tagen wieder auf den Durchschnitt zuzubewegen. 4200 Wörter werde ich noch schreiben müssen, in den letzten fünf Tagen des November, was heisst, dass ich mir nicht mehr viele “freie” Tage leisten kann.</p>

<p>Mehrere Faktoren kommen bei meinem kleinen “Erschöpfungszustand” -No drama please! – zusammen:</p>

<p>(1) Eine Reise nach Wien, die Teilnahme an der BuchWien, Arztbesuche und die vielen anderen, kleinen und grossen Ablenkungen, die einem die Zeit und die Konzentration fürs Schreiben zu rauben drohen;</p>

<p>(2) Das ständige Schreiben bewirkt, dass ich mir die Musse für die Korrektur, für das Schmökern in alten Manuskriptstellen und für die Recherche interessanter Themen einfach fehlt. Die Storyline treibt mich voran, mit der  grossen Gefahr, den Überblick, den stringenten Faden, ja selbst die von mir kreierten Begriffe wie Namen nicht mehr parat zu haben. Da macht sich das Gefühl breit, in den “leeren Raum der Fantasie” hineinzuschreiben, ohne Mass und ohne Ziel.</p>

<p>(3) Einige meiner “Schreibbuddies” haben zu unmässigen Wortsprints von durchschnittlich 4000 Wörtern angesetzt, Sprints, die mich eher belasten, als dass sie meine Schreibwilligkeit antreiben.</p>

<p>(4) Ich lese wieder Bücher, den Grossinquisitor etwa (ein kleiner aber berühmter Auszug aus Dostojewskis Roman “Die Brüder Karamasov”), bzw. Stephen Hawkings “Illustrierte Kurze Geschichte der Zeit”. Beide Lektüren bringen stetig neue Ideen hervor, die mich entweder dazu drängen, mein Schreibprojekt zu ergänzen oder korrigieren zu wollen, oder in eine völlig andere Richtungen zerren.</p>

<p>Ich könnte noch mehr Argumente anfügen, die mir und meinen Leser:innen beweisen sollen, dass es jetzt doch nur unter Schwierigkeiten vorangeht; die meine Befürchtungen untermauern, das Plansoll eben nicht erreichen zu können; die mich wütend werden lassen, weil ich an einem möglicherweise stumpfsinnigen und im Grunde antipoetischen Experiment teilgenommen habe.</p>

<p>Aber andrerseits: was steht am Ende dieses Versuches? Auf jeden Fall ein umfangreiches, aber auch interessantes Textkonvolut, das qualitativ gut oder schlecht sein kann, aber immerhin Material genug bereitstellt, um sich daran abzuarbeiten. Ich weiss, ich wiederhole mich, habe schon an anderer Stelle darüber geschrieben!</p>

<p>Ich erscheine wohl wie ein Tänzer, der seinen Tanz beschwört und ihm dadurch magische Geltung zu schaffen versucht. Die Wörter, die beim Vorwärtsschreiben oft so schnell aus mir hervorbrechen, weil sie sich den fliessenden Gedanken, der galoppierenden Fantasie anpassen wollen, aber so schnell nicht niedergeschrieben werden können. Tipp- und Rechtschreibfehler, unschöne Wiederholungen, stilistische Krämpfe – über alle wird fleissig hinweg geschrieben beim Tanz um den Heiligen Gral der Geschichten. Wörter, die sich meist mit aller Gewalt ihren Weg bahnen, über alle Widerstände hinweg. Wenn ich diese Erfahrung mache, fühlt sich alles nicht so mühsam an, sondern eher wie eine mutige Pflege meiner Phantastereien. Und so schwanke ich, einer bipolaren Anmutung folgend, zwischen Allmacht und Ohnmacht und höre letzten Endes doch nicht auf zu schreiben.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:buchwien" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">buchwien</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/durchhalten-allmacht-nanowrimo22-tag-25</guid>
      <pubDate>Sat, 26 Nov 2022 09:59:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>065 Artemis - NoNaWriMo22, Tag 15 und 16</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/065-artemis-nonawrimo22-tag-15-und-16?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Als ich das erste Bild von Raumschiff Orion sehe, das innerhalb der Artemis - Mission nunmehr schon über 80.000 Kilometer von der Erde Richtung Mond unterwegs ist, bin ich tief beeindruckt. Es ist überbelichtet, zeigt nur den hinteren Teil des Raumschiffs und sonst bloss den von Schlieren überzogenen, leicht bläulich anmutenden Weltraum.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;&#34;Deep Space! Artemis Generation! A Community on and around the Moon!&#34;, versucht uns die Pressesprecherin der NASA in der Übertragung noch zusätzlich zu begeistern. Aber ich bin schon begeistert und die Phrasen einer Vertreterin einer schwächelnden Weltmacht und einer von Misserfolgen und Rückschlägen gekennzeichneten Agency holen mich fast wieder zurück auf den Boden mühseligen Schreibens zurück. Denn mir geht es nicht um irgendwelche Nationen oder einen fragwürdigen Fortschritt. Ich bin gedanklich und schreibend einer Epoche auf der Spur, die man Post-Anthropozän nennt.&#xA;&#xA;Ich schreibe gerade an einem Stück Space-Fiction im Rahmen des NNaNoWriMo22 und beobachte den schon zweimal verschobenen Start der Artemis 1 Mission in einer Live-Übertragung. Ich beobachte Versatzstücke dessen, was ich mir seit Wochen vorzustellen und in Worte umzusetzen versuche, nun in der Realität: Ein Raumschiff auf seinem Weg durch das schweigende All. Das also ist die Belohnung für einen, der sich in eine Idee (besser gesagt: in eine Vielzahl von Ideen) hineinzuversetzen versucht; einen, der seinen Horizont durch Schreiben erweitert, der sich in Geschichten ergeht, ja mitunter auch verzettelt. Ihm wird ein klareres Bild vergönnt, von dem, was passieren soll, wie es aussieht und auch, wie es benannt werden soll.&#xA;&#xA;Dieses REALE (!) Raumschiff, im Bild krass überbelichtet, ist eine Bestätigung meiner Ideen und befeuert sie zur gleichen Zeit. Die Artemis Mission kommt mir gerade recht, in der Mitte des Monats, in dem ich mich verpflichtet habe, 65.000 Wörter zu schreiben. Fast die Hälfte ist geschafft: da kommt die Motivation durch eine Weltraumreise passend daher. Eine Weltraumreise, die propagandistisch schon fast abgeschrieben war. Eine Schreibprojekt, dass ich nur durch Zufall entdeckt habe. Ideen, die sonst nie aufgetaucht wären.&#xA;&#xA;In meinem Roman habe ich zwei Teams auf die Reise geschickt: eines nach Alpha Centauri, dem Auftrag, eine neue Zivilisation zu gründen, folgend und eines, Alpha Centauri verlassend, auf der Suche nach der Unendlichkeit, nach dem Verschwinden im Nichts. Ich muss mir die Reisen vorstellen können, die immer wieder in die Bewusstlosigkeit einer DiaPause führen. und schwer wieder aus ihr heraus. Ich muss das Unerklärliche, die Anomalie und den Mythos begreifbar machen anhand der Zukunftsgeschichte des Menschen. Ich muss ihn auch belehren, dass er:sie die Erinnerung braucht, um an eine Zukunft denken zu können.&#xA;&#xA;Und gerade jetzt fällt mir ein, dass ich die Phantasie ehren muss und ihr zum Lobe weiter mit dem täglichen Schreibpensum weitermachen sollte. Über Ende November hinaus, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Orion zur Erde zurückgekehrt, all den Staub des Weltalls auf ihrer Oberfläche verbrannt und im Wasser gelandet. Splash am 11. Dezember 2022!&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #ArtemisMission #Orion #nanowrimo, #Allaine]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Als ich das erste Bild von Raumschiff Orion sehe, das innerhalb der Artemis – Mission nunmehr schon über 80.000 Kilometer von der Erde Richtung Mond unterwegs ist, bin ich tief beeindruckt. Es ist überbelichtet, zeigt nur den hinteren Teil des Raumschiffs und sonst bloss den von Schlieren überzogenen, leicht bläulich anmutenden Weltraum.</p>



<p>“Deep Space! Artemis Generation! A Community on and around the Moon!”, versucht uns die Pressesprecherin der NASA in der Übertragung noch zusätzlich zu begeistern. Aber ich bin schon begeistert und die Phrasen einer Vertreterin einer schwächelnden Weltmacht und einer von Misserfolgen und Rückschlägen gekennzeichneten Agency holen mich fast wieder zurück auf den Boden mühseligen Schreibens zurück. Denn mir geht es nicht um irgendwelche Nationen oder einen fragwürdigen Fortschritt. Ich bin gedanklich und schreibend einer Epoche auf der Spur, die man Post-Anthropozän nennt.</p>

<p>Ich schreibe gerade an einem Stück Space-Fiction im Rahmen des NNaNoWriMo22 und beobachte den schon zweimal verschobenen Start der Artemis 1 Mission in einer Live-Übertragung. Ich beobachte Versatzstücke dessen, was ich mir seit Wochen vorzustellen und in Worte umzusetzen versuche, nun in der Realität: Ein Raumschiff auf seinem Weg durch das schweigende All. Das also ist die Belohnung für einen, der sich in eine Idee (besser gesagt: in eine Vielzahl von Ideen) hineinzuversetzen versucht; einen, der seinen Horizont durch Schreiben erweitert, der sich in Geschichten ergeht, ja mitunter auch verzettelt. Ihm wird ein klareres Bild vergönnt, von dem, was passieren soll, wie es aussieht und auch, wie es benannt werden soll.</p>

<p>Dieses REALE (!) Raumschiff, im Bild krass überbelichtet, ist eine Bestätigung meiner Ideen und befeuert sie zur gleichen Zeit. Die Artemis Mission kommt mir gerade recht, in der Mitte des Monats, in dem ich mich verpflichtet habe, 65.000 Wörter zu schreiben. Fast die Hälfte ist geschafft: da kommt die Motivation durch eine Weltraumreise passend daher. Eine Weltraumreise, die propagandistisch schon fast abgeschrieben war. Eine Schreibprojekt, dass ich nur durch Zufall entdeckt habe. Ideen, die sonst nie aufgetaucht wären.</p>

<p>In meinem Roman habe ich zwei Teams auf die Reise geschickt: eines nach Alpha Centauri, dem Auftrag, eine neue Zivilisation zu gründen, folgend und eines, Alpha Centauri verlassend, auf der Suche nach der Unendlichkeit, nach dem Verschwinden im Nichts. Ich muss mir die Reisen vorstellen können, die immer wieder in die Bewusstlosigkeit einer DiaPause führen. und schwer wieder aus ihr heraus. Ich muss das Unerklärliche, die Anomalie und den Mythos begreifbar machen anhand der Zukunftsgeschichte des Menschen. Ich muss ihn auch belehren, dass er:sie die Erinnerung braucht, um an eine Zukunft denken zu können.</p>

<p>Und gerade jetzt fällt mir ein, dass ich die Phantasie ehren muss und ihr zum Lobe weiter mit dem täglichen Schreibpensum weitermachen sollte. Über Ende November hinaus, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Orion zur Erde zurückgekehrt, all den Staub des Weltalls auf ihrer Oberfläche verbrannt und im Wasser gelandet. Splash am 11. Dezember 2022!</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:ArtemisMission" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ArtemisMission</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Orion" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Orion</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a>, <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/065-artemis-nonawrimo22-tag-15-und-16</guid>
      <pubDate>Wed, 16 Nov 2022 18:36:43 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>064 Ereignishorizont - NaNoWriMo22, Tag 13 und 14</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/064-ereignishorizont-nanowrimo-tag-13-und-14?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Plötzlich habe ich im Denken und Empfinden eine Grenze überschritten: beim Thema Informationsparadoxon. Wie wäre es tatsächlich, nicht mehr auf die Erinnerung vertrauen zu können?&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Ja natürlich, ich weiss schon, dass man:frau immer ein bisschen skeptisch sein sollte in bezug darauf, was man erinnert, was man vergisst und was man plötzlich wieder erinnert. Man darf dies nicht eins zu eins in die sgn. Wahrheit einer Maschine übersetzen. Wovor ich aber tatsächlich Angst habe, ist es, wenn die in mir gespeicherten Erinnerungen/Informationen tatsächlich zufällig wären und nichts mehr mit dem zu tun haben, was mir in meinem Leben wichtig war und wichtig ist. Wie wäre es, keine Erinnerung zu haben und damit auch keine Vergangenheit? In einer völligen Anamnese sich zu befinden oder in zufällig generierten Erinnerungen, die nichts mehr mit dem eigenen Leben zu tun haben.&#xA;&#xA;Ein Film auf Netflix über Schwarze Löcher wirft dieses Thema auf. Wenn wir uns also nicht sicher sein können, ob Informationen in dieser Welt verloren gehen (wie die Quantenphysik behauptet), dann können wir uns auch nicht sicher sein, ob unsere Erinnerungen vollständig sind und unsere Vergangenheit valide ist. Unsere ganze Existenz ist damit in Frage gestellt. Die Schwarzen Löcher, die alles verschlucken, was sich über ihren Ereignishorizont gewagt hat, weigern sich möglicherweise hartnäckig, den bis dahin gültigen physikalischen Gesetzen zu entsprechen. Das macht manche Wissenschafter verrückt, und verunsichert Menschen mit wenig Phantasie zutiefst. Uns SciFi-Autor:innen sollte dieser Sachverhalt aber nicht nur zu denken, sondern auch zu schreiben geben. Der Gedanke könnte durchaus bereichernd sein, ihn in eine Geschichte zu kleiden durchaus spannend.&#xA;&#xA;Ein wenig versuche ich das im Romanprojekt Allaine. Bei der Stasis (=dem Tiefschlaf), die ich der Mannschaft eines Raumschiffs &#34;verordnet&#34; habe, weil es den 4.367 Lichtjahre langen Weg von der Erde nach Alpha Centauri zurücklegen muss, werden 140 Lebensjahre im Tiefschlaf verschluckt So lange dauert nämlich der Flug des Raumschiffs zum Zielort. Zwei Fragen tun sich auf: Wie &#34;füllt&#34; man einen Erinnerungshorizont  von Menschen, die sich auf eine derartige Reise begeben haben? Man kann diese doch nicht ohne Erinnerung lassen, nach so vielen Jahren der Leere! Und was passiert in der Stase mit dem Erinnerungsvermögen, welche Störungen erfährt es durch eine lange Ruhezeit: ja welche Störungen erfährt der gesamte Körper, die Psyche, das soziale Verhalten? Kann denn Erinnerung sich am Leben erhalten, ohne ständig genährt und bereichert zu werden? Welchen Traum darf man dem Schlafenden zutrauen?&#xA;&#xA;Diese Fragen interessieren mich sehr. In meinem Roman stelle ich auch die Fragen: Was bringt man diesen Menschen bei, die als Pioniere eine eigene &#34;Heldengeschichte&#34; aufweisen müssen, schon im Interesse des Mythos der Errichtung einer neuen Zivilisation ? Was lernen sie an ideologischen Versatzstücken angesichts jener Vergangenheit, die sie nicht bewusst erinnern können und die, künstlich implementiert, nun zu ihrer Erinnerung wird? Wer schreibt den Heldenmythos eines im Weltraum dahintreibenden Schiffes? Denn es braucht ihn unbedingt, angesichts der Leere eines stummen Nichts, in dem man dahintreibt und auch angesichts der Leere eines noch nie von Menschen besiedelten Planeten.&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #nanowrimo #Erinnerung #Ereignishorizont #Netflix #SchwarzeLöcher #Film #Allaine #Weltraum]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Plötzlich habe ich im Denken und Empfinden eine Grenze überschritten: beim Thema Informationsparadoxon. Wie wäre es tatsächlich, nicht mehr auf die Erinnerung vertrauen zu können?</p>



<p>Ja natürlich, ich weiss schon, dass man:frau immer ein bisschen skeptisch sein sollte in bezug darauf, was man erinnert, was man vergisst und was man plötzlich wieder erinnert. Man darf dies nicht eins zu eins in die sgn. Wahrheit einer Maschine übersetzen. Wovor ich aber tatsächlich Angst habe, ist es, wenn die in mir gespeicherten Erinnerungen/Informationen tatsächlich zufällig wären und nichts mehr mit dem zu tun haben, was mir in meinem Leben wichtig war und wichtig ist. Wie wäre es, keine Erinnerung zu haben und damit auch keine Vergangenheit? In einer völligen Anamnese sich zu befinden oder in zufällig generierten Erinnerungen, die nichts mehr mit dem eigenen Leben zu tun haben.</p>

<p>Ein Film auf Netflix über Schwarze Löcher wirft dieses Thema auf. Wenn wir uns also nicht sicher sein können, ob Informationen in dieser Welt verloren gehen (wie die Quantenphysik behauptet), dann können wir uns auch nicht sicher sein, ob unsere Erinnerungen vollständig sind und unsere Vergangenheit valide ist. Unsere ganze Existenz ist damit in Frage gestellt. Die Schwarzen Löcher, die alles verschlucken, was sich über ihren Ereignishorizont gewagt hat, weigern sich möglicherweise hartnäckig, den bis dahin gültigen physikalischen Gesetzen zu entsprechen. Das macht manche Wissenschafter verrückt, und verunsichert Menschen mit wenig Phantasie zutiefst. Uns SciFi-Autor:innen sollte dieser Sachverhalt aber nicht nur zu denken, sondern auch zu schreiben geben. Der Gedanke könnte durchaus bereichernd sein, ihn in eine Geschichte zu kleiden durchaus spannend.</p>

<p>Ein wenig versuche ich das im Romanprojekt Allaine. Bei der Stasis (=dem Tiefschlaf), die ich der Mannschaft eines Raumschiffs “verordnet” habe, weil es den 4.367 Lichtjahre langen Weg von der Erde nach Alpha Centauri zurücklegen muss, werden 140 Lebensjahre im Tiefschlaf verschluckt So lange dauert nämlich der Flug des Raumschiffs zum Zielort. Zwei Fragen tun sich auf: Wie “füllt” man einen Erinnerungshorizont  von Menschen, die sich auf eine derartige Reise begeben haben? Man kann diese doch nicht ohne Erinnerung lassen, nach so vielen Jahren der Leere! Und was passiert in der Stase mit dem Erinnerungsvermögen, welche Störungen erfährt es durch eine lange Ruhezeit: ja welche Störungen erfährt der gesamte Körper, die Psyche, das soziale Verhalten? Kann denn Erinnerung sich am Leben erhalten, ohne ständig genährt und bereichert zu werden? Welchen Traum darf man dem Schlafenden zutrauen?</p>

<p>Diese Fragen interessieren mich sehr. In meinem Roman stelle ich auch die Fragen: Was bringt man diesen Menschen bei, die als Pioniere eine eigene “Heldengeschichte” aufweisen müssen, schon im Interesse des Mythos der Errichtung einer neuen Zivilisation ? Was lernen sie an ideologischen Versatzstücken angesichts jener Vergangenheit, die sie nicht bewusst erinnern können und die, künstlich implementiert, nun zu ihrer Erinnerung wird? Wer schreibt den Heldenmythos eines im Weltraum dahintreibenden Schiffes? Denn es braucht ihn unbedingt, angesichts der Leere eines stummen Nichts, in dem man dahintreibt und auch angesichts der Leere eines noch nie von Menschen besiedelten Planeten.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Erinnerung" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Erinnerung</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Ereignishorizont" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Ereignishorizont</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Netflix" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Netflix</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:SchwarzeL%C3%B6cher" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">SchwarzeLöcher</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Film" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Film</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Weltraum" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Weltraum</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/064-ereignishorizont-nanowrimo-tag-13-und-14</guid>
      <pubDate>Mon, 14 Nov 2022 19:53:19 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>063 Arbeitstakt - NaNoWriMo22, Tag 11 und 12</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/arbeiten-nanowrimo22-tag-11-und-12?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Stolz (aber hoffentlich nicht arrogant) habe ich heute meinen Fortschritt beim Nanowrimo22 auf Mastadon verkündet: 12 Tage, 28.000 Wörter, 41 Szenen und drei Erzählstränge. Da ist nun schon einiges Material vorhanden und ich bin sehr froh darüber. &#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Ich werde also, setzt man voraus, dass ich mich weiterhin so produktiv sein kann, die in Aussicht genommenen 50.000 Wörter weit überschreiten und damit schon ein gutes Stück Weg in der Genese meines Romans vorangekommen sein. Nicht, dass er damit zu Ende gekommen wäre: da gibt es noch viel zu schildern, sicherlich werde ich mit 100.000 bis 150.000 Wörter rechnen müssen. Aber das macht mir wenig Sorgen, denn nun bin ich richtig in Fahrt gekommen. Die Phantasie blüht, auch wenn ich mir die eine oder andere Anleihe aus diversen Kontexten nehmen muss.&#xA;&#xA;Die Herausforderung wird sein, diesem Wust an Schriftlichkeit die benötigte Struktur beizubringen.&#xA;&#xA;(1) Zeiten, Begriffe, Namen und Orte zu überprüfen und in eine richtige Matrix zu bringen. Anders ausgedrückt: das logische Rückgrat des Romans sicherzustellen! Dazu braucht es eine ausgefeilte und konsequent stimmige Timeline, eine eindeutige Begrifflichkeit (Daher sollte ich ein ein Begriffsverzeichnis anlegen!), eine sinnvolle Namensgebung und Örtlichkeiten, die zueinander in Beziehung stehen. Schliesslich befinden sich die Held:innen ständig auf Reisen, was für die Übersichtlichkeit der Erzählebenen eine gewisse Herausforderung darstellt.&#xA;&#xA;(2) Über Vieles habe ich flott hinweg geschrieben, was aber noch gründlicher Recherche bedürfte. Ich wollte mich mit dem Faktencheck nicht aufhalten, weil mir die Worte einfach so elegant und schnell in die Tastatur geflossen sind. Denn eines führt in einem solchen Fall zum Anderen: Dann gilt es dies und das auszubessern und zu ergänzen, was wiederum Auswirkungen auf andere Stellen des Romans haben könnte. Mich damit aufzuhalten und mir die gute Schreibstimmung zu verbauen, das wollte ich nicht riskieren.&#xA;&#xA;(3) Stil, Stil und noch einmal Stil. Beim Schreiben ist mir bewusst geworden, wie sehr ich zwischen verschiedenen Stilen schwanke: einmal auktorialer Erzähler, dann ein ironischer Einschub, dort wieder eine philosophische Bemerkung. Jetzt könnte man natürlich auch zu seinen erzählerischen Stimmungsschwankungen stehen, aber dennoch sollte doch eine gewisse Konsistenz gewahrt bleiben. Manchmal reitet mich beim Erzählen einfach der Teufel! Das aber ist wenig hilfreich für die Qualitätssicherung eines Romans.&#xA;&#xA;(4) Über die notwendigen grammatikalischen, orthographischen und stilistischen Korrekturen, die nach dieser Übung im assoziativen Schreiben notwendig werden, will ich mich hier gar nicht näher verbreitern. Die liegen ohnehin auf der Hand.&#xA;&#xA;(5) Schliesslich muss auch noch die erste Beurteilung fallen, ob es sich bei diesem Roman um etwas handelt, das lohnt, veröffentlicht zu werden. Was wurde gesagt, was nicht ohnehin schon gesagt wurde? Ist das Buch interessant, vielleicht sogar spannend zu lesen? Wo müssen daher Texte hinein, welche Texte müssen blutenden Herzens gestrichen werden?&#xA;&#xA;(6) Und zu guter Letzt: Wie nach der Eingabe meiner Texte auf Logseq weiter verfahren? Ich bin während der letzten Tage zur Auffassung gekommen, das die von mir in dieser Software erarbeitete Struktur in einer Recherche- und Nachdenkphase sehr hilfreich war und ich auch in einer bereinigten Logseq - Version eine wunderbare Schreibumgebung zur Verfügung hatte. Aber nun, wo immer mehr an Text zusammenkommt, denke ich auch über Scrivener nach und wie sich diese Software gut bei der Abarbeitung der Punkte (1) bis (5) einsetzen liesse.&#xA;&#xA;Viele offene Fragen also bis zur Fertigstellung einer ersten Fassung von &#34;Allaine&#34;. Aber zuerst heisst es weiter Texte produzieren!&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #Nanowrimo #Allaine #Logseq #Scrivener]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Stolz (aber hoffentlich nicht arrogant) habe ich heute meinen Fortschritt beim Nanowrimo22 auf Mastadon verkündet: 12 Tage, 28.000 Wörter, 41 Szenen und drei Erzählstränge. Da ist nun schon einiges Material vorhanden und ich bin sehr froh darüber.</p>



<p>Ich werde also, setzt man voraus, dass ich mich weiterhin so produktiv sein kann, die in Aussicht genommenen 50.000 Wörter weit überschreiten und damit schon ein gutes Stück Weg in der Genese meines Romans vorangekommen sein. Nicht, dass er damit zu Ende gekommen wäre: da gibt es noch viel zu schildern, sicherlich werde ich mit 100.000 bis 150.000 Wörter rechnen müssen. Aber das macht mir wenig Sorgen, denn nun bin ich richtig in Fahrt gekommen. Die Phantasie blüht, auch wenn ich mir die eine oder andere Anleihe aus diversen Kontexten nehmen muss.</p>

<p>Die Herausforderung wird sein, diesem Wust an Schriftlichkeit die benötigte Struktur beizubringen.</p>

<p>(1) Zeiten, Begriffe, Namen und Orte zu überprüfen und in eine richtige Matrix zu bringen. Anders ausgedrückt: das logische Rückgrat des Romans sicherzustellen! Dazu braucht es eine ausgefeilte und konsequent stimmige Timeline, eine eindeutige Begrifflichkeit (Daher sollte ich ein ein Begriffsverzeichnis anlegen!), eine sinnvolle Namensgebung und Örtlichkeiten, die zueinander in Beziehung stehen. Schliesslich befinden sich die Held:innen ständig auf Reisen, was für die Übersichtlichkeit der Erzählebenen eine gewisse Herausforderung darstellt.</p>

<p>(2) Über Vieles habe ich flott hinweg geschrieben, was aber noch gründlicher Recherche bedürfte. Ich wollte mich mit dem Faktencheck nicht aufhalten, weil mir die Worte einfach so elegant und schnell in die Tastatur geflossen sind. Denn eines führt in einem solchen Fall zum Anderen: Dann gilt es dies und das auszubessern und zu ergänzen, was wiederum Auswirkungen auf andere Stellen des Romans haben könnte. Mich damit aufzuhalten und mir die gute Schreibstimmung zu verbauen, das wollte ich nicht riskieren.</p>

<p>(3) Stil, Stil und noch einmal Stil. Beim Schreiben ist mir bewusst geworden, wie sehr ich zwischen verschiedenen Stilen schwanke: einmal auktorialer Erzähler, dann ein ironischer Einschub, dort wieder eine philosophische Bemerkung. Jetzt könnte man natürlich auch zu seinen erzählerischen Stimmungsschwankungen stehen, aber dennoch sollte doch eine gewisse Konsistenz gewahrt bleiben. Manchmal reitet mich beim Erzählen einfach der Teufel! Das aber ist wenig hilfreich für die Qualitätssicherung eines Romans.</p>

<p>(4) Über die notwendigen grammatikalischen, orthographischen und stilistischen Korrekturen, die nach dieser Übung im assoziativen Schreiben notwendig werden, will ich mich hier gar nicht näher verbreitern. Die liegen ohnehin auf der Hand.</p>

<p>(5) Schliesslich muss auch noch die erste Beurteilung fallen, ob es sich bei diesem Roman um etwas handelt, das lohnt, veröffentlicht zu werden. Was wurde gesagt, was nicht ohnehin schon gesagt wurde? Ist das Buch interessant, vielleicht sogar spannend zu lesen? Wo müssen daher Texte hinein, welche Texte müssen blutenden Herzens gestrichen werden?</p>

<p>(6) Und zu guter Letzt: Wie nach der Eingabe meiner Texte auf Logseq weiter verfahren? Ich bin während der letzten Tage zur Auffassung gekommen, das die von mir in dieser Software erarbeitete Struktur in einer Recherche- und Nachdenkphase sehr hilfreich war und ich auch in einer bereinigten Logseq – Version eine wunderbare Schreibumgebung zur Verfügung hatte. Aber nun, wo immer mehr an Text zusammenkommt, denke ich auch über Scrivener nach und wie sich diese Software gut bei der Abarbeitung der Punkte (1) bis (5) einsetzen liesse.</p>

<p>Viele offene Fragen also bis zur Fertigstellung einer ersten Fassung von “Allaine”. Aber zuerst heisst es weiter Texte produzieren!</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Logseq" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Logseq</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Scrivener" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Scrivener</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/arbeiten-nanowrimo22-tag-11-und-12</guid>
      <pubDate>Sat, 12 Nov 2022 20:10:10 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>062 Romanbeginn - NaNoWriMo, Tag 10</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/romanbeginn?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Ich denke, dass jeder, der sich seine Buddy Liste auf NaNoWriMo ansieht, von Neugier geplagt ist. Wir wissen zwar, wie wir in der Zeit liegen, wissen, wieviele Wörter Andere geschrieben haben, wissen auch, was das für unseren weiteren Schreibfortschritt bedeutet. Aber wir hätten doch so gerne gewusst, was die Anderen schreiben, in welcher Güte, in welchem Stil, mit welcher Dynamik und Eleganz, und vor allem: mit welcher Handlung!&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Niemand aber öffnet seine Türen und lässt uns sein entstehendes Werk beschnuppern. Nein, da sind wir heikel, da müssen wir nochmals drüber gehen, da muss ausserdem das Lektorat den Rotstift angespitzt haben. Das muss gewisse Weihen absolviert haben. Vorher ist da nix.&#xA;&#xA;Wir wollen heute mit diesem Tabu brechen und unseren Roman öffnen, der da direkt neben den vielen Zettelwerk mit den Notizen liegt. Ein Stück Beginn soll es sein, ein wenig neugierig will es machen, ohne sich zu weit hervorzuwagen. Aber zu guter Letzt werden da ohnehin die Leute sein, die kritisieren, rezensieren, schlichtweg: es besser wissen. Für diese aber ist es nicht gedacht!&#xA;&#xA;Der Roman setzt ein in einer nicht allzu fernen Zukunft auf der Erde. Nur wenige Jahre vor dem Einsetzen der Handlung hat das erste Raumschiff nach Alpha Centauri die Erde verlassen. Die Erde ist ohnehin dem Untergang geweiht. Längst hat das Post-Anthropozän begonnen. All unsere Aufmerksamkeit ist bald schon auf die Überlebenden in einem fernen Sternensystem gerichtet.&#xA;&#xA;Allaine. Jenseits der Grenze. Roman. 2022&#xA;&#xA;Es begann damit, dass sich niemand mehr an die Stille von Wäldern erinnern konnte, jene Stille, die in den Ohren schmerzt und die das sanfte Schlagen der Wellen am Strand zu Musik verwandelt. Es war die Stille der in sich gekehrten Waldbewohner, die leise mit dem Hintergrund verschmolzen. Keine Erzählungen gab es mehr darüber und keine Erinnerung daran.&#xA;&#xA;Nun war überall das Geräusch der Emanation zu hören, jenes sanfte Surren, mit dem die Bewohner von Geburt an vertraut waren. Das elektromagnetische Feld und seine Spannung waren zu einer neuartigen Luftbewegung geworden, eine Art Standby Geräusch, das alles und jeden miteinander verband. Es floß aus dem System  hochkomplexer Produktionsanlagen, die an sicheren Orten errichtet worden waren. Über ein weit gespanntes Netzwerk durchzog die Emanation das Gemeinwesen wie früher ein Pilzmyzel den Boden. In seinem Rauschen glitt das Leben dahin, ohne Vergangenheit, ohne Zukunft, ohne nennenswerten Widerspruch. Die Emanation wuchs aus sich selbst, sie war ewig. Sie versetzte ihre Subjekte in eine Art Trance, ließ sie die Dinge rings um sich wie hinter einer Nebelwand verschwinden. Auch weil nichts anderes übrig blieb: allmählich hatte man begonnen, der Emanation zu vertrauen und nichts mehr blieb, was von ihr nicht bestätigt wurde. So verging mit der Zeit die Alte Welt. Die Neue Welt war geboren und Zufriedenheit herrschte bei allen.&#xA;&#xA;Nach und nach war alles war gut geworden. Kriege, Pandemien, Verfolgung und Tod waren keine Ereignisse mehr, vor denen man sich fürchten musste. Auch die Angst vor der Zukunft und die ihr auch innwohnende Hoffnung schien vergessen. Die Klimakatastrophen hatten sich überlebt, das Post Anthropozän war angebrochen. Man vergaß die Vergangenheit, ebenso wie das Glück, die Trauer und die Freude. Jeder war sein eigener Gott und jedes Heim ein Tempel der Vollkommenheit.  Das es Anderes gab, das wußten nur wenige. Davon wollen wir erzählen.&#xA;&#xA;#Allaine #Schreibarbeit #nanowrimo]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Ich denke, dass jeder, der sich seine Buddy Liste auf NaNoWriMo ansieht, von Neugier geplagt ist. Wir wissen zwar, wie wir in der Zeit liegen, wissen, wieviele Wörter Andere geschrieben haben, wissen auch, was das für unseren weiteren Schreibfortschritt bedeutet. Aber wir hätten doch so gerne gewusst, was die Anderen schreiben, in welcher Güte, in welchem Stil, mit welcher Dynamik und Eleganz, und vor allem: mit welcher Handlung!</p>



<p>Niemand aber öffnet seine Türen und lässt uns sein entstehendes Werk beschnuppern. Nein, da sind wir heikel, da müssen wir nochmals drüber gehen, da muss ausserdem das Lektorat den Rotstift angespitzt haben. Das muss gewisse Weihen absolviert haben. Vorher ist da nix.</p>

<p>Wir wollen heute mit diesem Tabu brechen und unseren Roman öffnen, der da direkt neben den vielen Zettelwerk mit den Notizen liegt. Ein Stück Beginn soll es sein, ein wenig neugierig will es machen, ohne sich zu weit hervorzuwagen. Aber zu guter Letzt werden da ohnehin die Leute sein, die kritisieren, rezensieren, schlichtweg: es besser wissen. Für diese aber ist es nicht gedacht!</p>

<p>Der Roman setzt ein in einer nicht allzu fernen Zukunft auf der Erde. Nur wenige Jahre vor dem Einsetzen der Handlung hat das erste Raumschiff nach Alpha Centauri die Erde verlassen. Die Erde ist ohnehin dem Untergang geweiht. Längst hat das Post-Anthropozän begonnen. All unsere Aufmerksamkeit ist bald schon auf die Überlebenden in einem fernen Sternensystem gerichtet.</p>

<p><strong>Allaine. Jenseits der Grenze. Roman. 2022</strong></p>

<p>Es begann damit, dass sich niemand mehr an die Stille von Wäldern erinnern konnte, jene Stille, die in den Ohren schmerzt und die das sanfte Schlagen der Wellen am Strand zu Musik verwandelt. Es war die Stille der in sich gekehrten Waldbewohner, die leise mit dem Hintergrund verschmolzen. Keine Erzählungen gab es mehr darüber und keine Erinnerung daran.</p>

<p>Nun war überall das Geräusch der Emanation zu hören, jenes sanfte Surren, mit dem die Bewohner von Geburt an vertraut waren. Das elektromagnetische Feld und seine Spannung waren zu einer neuartigen Luftbewegung geworden, eine Art Standby Geräusch, das alles und jeden miteinander verband. Es floß aus dem System  hochkomplexer Produktionsanlagen, die an sicheren Orten errichtet worden waren. Über ein weit gespanntes Netzwerk durchzog die Emanation das Gemeinwesen wie früher ein Pilzmyzel den Boden. In seinem Rauschen glitt das Leben dahin, ohne Vergangenheit, ohne Zukunft, ohne nennenswerten Widerspruch. Die Emanation wuchs aus sich selbst, sie war ewig. Sie versetzte ihre Subjekte in eine Art Trance, ließ sie die Dinge rings um sich wie hinter einer Nebelwand verschwinden. Auch weil nichts anderes übrig blieb: allmählich hatte man begonnen, der Emanation zu vertrauen und nichts mehr blieb, was von ihr nicht bestätigt wurde. So verging mit der Zeit die Alte Welt. Die Neue Welt war geboren und Zufriedenheit herrschte bei allen.</p>

<p>Nach und nach war alles war gut geworden. Kriege, Pandemien, Verfolgung und Tod waren keine Ereignisse mehr, vor denen man sich fürchten musste. Auch die Angst vor der Zukunft und die ihr auch innwohnende Hoffnung schien vergessen. Die Klimakatastrophen hatten sich überlebt, das Post Anthropozän war angebrochen. Man vergaß die Vergangenheit, ebenso wie das Glück, die Trauer und die Freude. Jeder war sein eigener Gott und jedes Heim ein Tempel der Vollkommenheit.  Das es Anderes gab, das wußten nur wenige. Davon wollen wir erzählen.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Allaine" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Allaine</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/romanbeginn</guid>
      <pubDate>Thu, 10 Nov 2022 14:42:37 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>061 Schreibanregungen - NaNoWriMo, Tage 8 und 9</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/061-schreibanregungen-nanowrimo-tage-8-und-9?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Nachdem ich mir gestern einen Schreibunterbruch geleistet habe, (besser: wegen innerer Schreibverweigerung schlichtweg leisten musste), hat sich meine Aufmerksamkeit naturgemäss auf jene Momente gelenkt, in denen die innere Batterie leer zu laufen droht, die Ideen erlahmen und die Lust am Schreiben versiegt. Plappern ist dann vielleicht möglich, aber will man das auf NaNoWriMo als Schreiben an einem Roman ausgeben? So sucht man nach Abwechslung und ergeht sich in Pausengesprächen.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Manches hilft tatsächlich, die Batterien wieder aufzuladen. Podcast hören zum Beispiel. Tomasino hat eine sehr bereichernde Podcast - Reihe unter dem Titel &#34;Solarpunk Prompts&#34; ins Leben gerufen. Seit einigen Tagen beschäftigt er sich darin mit Schreibanlässen, die für die Verfasser von Solarpunk von besonderer Wichtigkeit sein können. Und er sucht jene fiktiven Orte auf, die man sich gerne aneignen möchte für einen Roman oder für eine Erzählung, sinnvollerweise auch dann, wenn man nicht ein unbedingter Befürworter dieses Genres ist. Bislang sind Anregungen zu folgenden Themen erschienen: &#34;Refugee Camps, Canteens, Hackerspaces, Experts&#34;, um nur einige zu nennen. Es sind wunderbare Miniaturen, die er als Möglichkeiten von Schreibarbeit in (zugegeben) ausreichend euphemistischer Wortwahl anpreist. Für mich sind das sehr anregende Orte, die ich sicherlich im weiteren Verlauf meines Romans als Knotenpunkte der Handlung aufsuchen und beschreiben werde.&#xA;&#xA;Um ein wenig die eigene Vorstellungskraft zu beleben, empfiehlt es sich auch,  mastadon.art aufzusuchen und sich dort visuelle Anregungen für sein Schreibabenteuer zu holen. So bin ich durch einen glücklichen Zufall auf die Künstlerin Ailantd gestossen, die mir mit ihren grandiosen Zeichnungen aus dem Weltraum ein ganzes Universum visueller Bedeutungen eröffnet hat. Besondere Lust bereitet es mir, ihre gezeichneten Schiffsmodelle zu beschreiben, ihre Heldinnen in Sprache zu übersetzen oder die präsentierten Landschaften in ein verbales Ambiente zu verwandeln. So sehr trifft sie den Nerv meiner Welten, dass ich sie am Liebsten als Illustratorin meines Romanes sehen möchte. Ein Buch herauszugeben, so wie es vereinzelt früher üblich war: die Phantasie durch Bilder anzureizen und so den Worten einen gewissen Rahmen zu geben.&#xA;&#xA;Und dann sind auch noch alte ScFi - Serien, die mir Ideen für Allaine liefern. Die leider viel zu kurz geratene Serie &#34;Raumschiff Orion&#34; zum Beispiel, die in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts mit seinem aufmüpfigen Kapitän (Dietmar Schönherr!) und den Studioaufnahmen in Schwarz-Weiss Furore machten  Und dann auch noch die vive Kommissarin einer Weltraumbehörde einführte: Wie grandios anregend!&#xA;&#xA;So nehmen sie Gestalt an, die Situationen meines Romans, die ich ohne Gewissensbisse aus den beschriebenen Vorlagen entnommen habe: Caraktere, Orte und Stimmungen. Alles gestohlen, alles abgekupfert, nichts originär aus dem Fantasieland des aus sich selbst schöpfenden Autors. Die Schreibsperre ist durch unerlaubte und unfaire Mittel überwunden worden.&#xA;&#xA;Aber so darf man nicht denken, gewiss nicht. Denn &#34;All Is Fair In Love&#34;, vor allem wenn es dabei um die Liebe zur Schriftstellerei geht.&#xA;&#xA;#Screibarbeit #nanowrimo #RaumschiffOrion #solarpunk #tomasino #ailandt]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem ich mir gestern einen Schreibunterbruch geleistet habe, (besser: wegen innerer Schreibverweigerung schlichtweg leisten musste), hat sich meine Aufmerksamkeit naturgemäss auf jene Momente gelenkt, in denen die innere Batterie leer zu laufen droht, die Ideen erlahmen und die Lust am Schreiben versiegt. Plappern ist dann vielleicht möglich, aber will man das auf NaNoWriMo als Schreiben an einem Roman ausgeben? So sucht man nach Abwechslung und ergeht sich in Pausengesprächen.</p>



<p>Manches hilft tatsächlich, die Batterien wieder aufzuladen. Podcast hören zum Beispiel. <a href="https://tilde.zone/@tomasino">Tomasino</a> hat eine sehr bereichernde Podcast – Reihe unter dem Titel “Solarpunk Prompts” ins Leben gerufen. Seit einigen Tagen beschäftigt er sich darin mit Schreibanlässen, die für die Verfasser von Solarpunk von besonderer Wichtigkeit sein können. Und er sucht jene fiktiven Orte auf, die man sich gerne aneignen möchte für einen Roman oder für eine Erzählung, sinnvollerweise auch dann, wenn man nicht ein unbedingter Befürworter dieses Genres ist. Bislang sind Anregungen zu folgenden Themen erschienen: “Refugee Camps, Canteens, Hackerspaces, Experts”, um nur einige zu nennen. Es sind wunderbare Miniaturen, die er als Möglichkeiten von Schreibarbeit in (zugegeben) ausreichend euphemistischer Wortwahl anpreist. Für mich sind das sehr anregende Orte, die ich sicherlich im weiteren Verlauf meines Romans als Knotenpunkte der Handlung aufsuchen und beschreiben werde.</p>

<p>Um ein wenig die eigene Vorstellungskraft zu beleben, empfiehlt es sich auch,  mastadon.art aufzusuchen und sich dort visuelle Anregungen für sein Schreibabenteuer zu holen. So bin ich durch einen glücklichen Zufall auf die Künstlerin <a href="https://mastodon.art/@Ailantd">Ailantd</a> gestossen, die mir mit ihren grandiosen Zeichnungen aus dem Weltraum ein ganzes Universum visueller Bedeutungen eröffnet hat. Besondere Lust bereitet es mir, ihre gezeichneten Schiffsmodelle zu beschreiben, ihre Heldinnen in Sprache zu übersetzen oder die präsentierten Landschaften in ein verbales Ambiente zu verwandeln. So sehr trifft sie den Nerv meiner Welten, dass ich sie am Liebsten als Illustratorin meines Romanes sehen möchte. Ein Buch herauszugeben, so wie es vereinzelt früher üblich war: die Phantasie durch Bilder anzureizen und so den Worten einen gewissen Rahmen zu geben.</p>

<p>Und dann sind auch noch alte ScFi – Serien, die mir Ideen für Allaine liefern. Die leider viel zu kurz geratene Serie “Raumschiff Orion” zum Beispiel, die in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts mit seinem aufmüpfigen Kapitän (Dietmar Schönherr!) und den Studioaufnahmen in Schwarz-Weiss Furore machten  Und dann auch noch die vive Kommissarin einer Weltraumbehörde einführte: Wie grandios anregend!</p>

<p>So nehmen sie Gestalt an, die Situationen meines Romans, die ich ohne Gewissensbisse aus den beschriebenen Vorlagen entnommen habe: Caraktere, Orte und Stimmungen. Alles gestohlen, alles abgekupfert, nichts originär aus dem Fantasieland des aus sich selbst schöpfenden Autors. Die Schreibsperre ist durch unerlaubte und unfaire Mittel überwunden worden.</p>

<p>Aber so darf man nicht denken, gewiss nicht. Denn “All Is Fair In Love”, vor allem wenn es dabei um die Liebe zur Schriftstellerei geht.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Screibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Screibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:RaumschiffOrion" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">RaumschiffOrion</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:solarpunk" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">solarpunk</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:tomasino" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">tomasino</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:ailandt" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">ailandt</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/061-schreibanregungen-nanowrimo-tage-8-und-9</guid>
      <pubDate>Wed, 09 Nov 2022 21:14:39 +0000</pubDate>
    </item>
    <item>
      <title>060 Schreibabenteuer - NaNoWriMo, Tag 7</title>
      <link>https://zettelwerk.writeas.com/060-schreibabenteuer-nanowrimo-tag-7?pk_campaign=rss-feed</link>
      <description>&lt;![CDATA[Jedem das Seine und jeder ihre Gründe, warum er:sie sich auf die Reise mit nanowrimo begeben hat. Ich will hier ein wenig über meine Motivation schreiben, am 7. Tag des Wettbewerbs, nach einer Woche Abenteuer.&#xA;&#xA;!--more--&#xA;&#xA;Teil einer Gruppe zu sein, die sich aktiv in einen Schreibprozess involviert, kann inspirierend sein, und zugegeben, das war der Grund, warum auch ich begonnen habe, an einem Schreibprojekt zu werkeln. Das ist es auch, womit nanowrimo sich selbst bewirbt: Nie mehr einsam beim Schreiben! Nun, es ist nett, sich mit seinen Buddies auszutauschen, wie es einem gerade geht: Schreibblockade hin, Alltagsstress her, Schreibdiarrhö im besten Fall. Ehrgeiz und Solidarität, Wettbewerb und Unterstützung. Nur sollte man sich nicht von derartigen Versprechen in die Irre führen lassen. Schreiben ist immer ein einsames Geschäft gewesen und wird es auch in Zukunft, trotz aller Sozialer Medien sein. Die für das Schreiben nötige Konzentration erfordert das Alleine sein und seine Einfälle, Unsicherheit und Dummheiten will man ungern mit anderen teilen. Schliesslich ist der Text ist Teil des Buches, für dessen Lektüre später einmal Menschen bezahlen sollen. Scham, Kalkül und die Einsamkeit des Denkens stehen einem Gruppenerlebnis entgegen.&#xA;&#xA;Was mich persönlich beim Schreiben brennen lässt, sind die Bilder, die im Prozess entstehen, die ich geniesse, die mich weitertreiben von Szene zu Szene, von Ort zu Ort, von Person zu Person. Der Moment, wenn die Gedanken einfach auf das Papier fliessen, ohne dass ich nachdenken müsste, wie die Dinge weitergehen sollen, ist einfach überwältigend. Es scheint als würde ich eine realen Szene beobachten und diese mit einer &#34;Schreibkamera&#34; filmen: ohne Regie, ohne Schnitt, ohne Beleuchtung. So entstehen für mich Texte, Essays, Romane und sogar Haikus.&#xA;&#xA;Das alles braucht Zeit: zwischen zwei anderen Tätigkeiten schnell 200 Wörter zu schreiben: so kann Schreibfluss nur schwer entstehen, so kommt kaum Stimmung auf, schon gar keine Hingabe. Das ist genau der Punkt, wo nanowrimo hilfreich werden kann: wenn man die vorgegebenen (oder auch selbstgesetzten) Limits ernst nimmt. Wo durch die Aufgabe, eine bestimmte Anzahl von Wörtern pro Tag, pro Woche, pro Monat erreichen zu wollen, so etwas wie Schreibstimmung entsteht, die Welten wachsen lässt. 50.000 Wörter pro Monat oder 1667 pro Tag erscheinen mir da nur als unterste Grenze, ab der solche Gedankenwelten entstehen können. Wir kennen das von Berichten vieler Schriftsteller, auch grosser Literaten, dass diese einen regelmässigen Stundenplan sich eingerichtet haben, um Berufung und Alltag von einander abzugrenzen. Und vor allem: Raum für seine Phantasie zu schaffen.&#xA;&#xA;Das einfache Drauflos-Schreiben, das sich in Szenen Stürzen, ohne sich um Stil, Rechtschreibung und Stringenz besonders zu kümmern, das ist notwendig. Den Film erleben und in die Tasten fliessen lassen, eine conditio sine qua non.&#xA;&#xA;Das klingt so gar nicht strukturiert, so gar nicht nach Plotting, so gar nicht nach Timeline und Rechercharbeit. Das klingt nach den Schwingen blühender Phantasie, die die Gefilde des Schreibens durchmisst. Das positioniert sich auch gegen die angepriesenen Methoden der vielen Schreibsoftwares und Coaches, die uns Autor:innen zu einem strukturierten und geplanten Schreibvorgang verhelfen sollen. Na und?&#xA;&#xA;Die Ernüchterung folgt ohnehin auf dem Fuss: wenn man nach einem solchen Flow, der einem zu zehntausend zwanzigtausend Wörter an Material verholfen hat, den Schnitt machen muss und die ernüchternde Arbeit des Kürzens, Verbesserns, Arrangierens und Strukturierens bevorsteht. Aber Material sollte man dafür schon haben und das Vergnügen am Schreiben auch.&#xA;&#xA;#Schreibarbeit #nanowrimo]]&gt;</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p>Jedem das Seine und jeder ihre Gründe, warum er:sie sich auf die Reise mit nanowrimo begeben hat. Ich will hier ein wenig über meine Motivation schreiben, am 7. Tag des Wettbewerbs, nach einer Woche Abenteuer.</p>



<p>Teil einer Gruppe zu sein, die sich aktiv in einen Schreibprozess involviert, kann inspirierend sein, und zugegeben, das war der Grund, warum auch ich begonnen habe, an einem Schreibprojekt zu werkeln. Das ist es auch, womit nanowrimo sich selbst bewirbt: Nie mehr einsam beim Schreiben! Nun, es ist nett, sich mit seinen Buddies auszutauschen, wie es einem gerade geht: Schreibblockade hin, Alltagsstress her, Schreibdiarrhö im besten Fall. Ehrgeiz und Solidarität, Wettbewerb und Unterstützung. Nur sollte man sich nicht von derartigen Versprechen in die Irre führen lassen. Schreiben ist immer ein einsames Geschäft gewesen und wird es auch in Zukunft, trotz aller Sozialer Medien sein. Die für das Schreiben nötige Konzentration erfordert das Alleine sein und seine Einfälle, Unsicherheit und Dummheiten will man ungern mit anderen teilen. Schliesslich ist der Text ist Teil des Buches, für dessen Lektüre später einmal Menschen bezahlen sollen. Scham, Kalkül und die Einsamkeit des Denkens stehen einem Gruppenerlebnis entgegen.</p>

<p>Was mich persönlich beim Schreiben brennen lässt, sind die Bilder, die im Prozess entstehen, die ich geniesse, die mich weitertreiben von Szene zu Szene, von Ort zu Ort, von Person zu Person. Der Moment, wenn die Gedanken einfach auf das Papier fliessen, ohne dass ich nachdenken müsste, wie die Dinge weitergehen sollen, ist einfach überwältigend. Es scheint als würde ich eine realen Szene beobachten und diese mit einer “Schreibkamera” filmen: ohne Regie, ohne Schnitt, ohne Beleuchtung. So entstehen für mich Texte, Essays, Romane und sogar Haikus.</p>

<p>Das alles braucht Zeit: zwischen zwei anderen Tätigkeiten schnell 200 Wörter zu schreiben: so kann Schreibfluss nur schwer entstehen, so kommt kaum Stimmung auf, schon gar keine Hingabe. Das ist genau der Punkt, wo nanowrimo hilfreich werden kann: wenn man die vorgegebenen (oder auch selbstgesetzten) Limits ernst nimmt. Wo durch die Aufgabe, eine bestimmte Anzahl von Wörtern pro Tag, pro Woche, pro Monat erreichen zu wollen, so etwas wie Schreibstimmung entsteht, die Welten wachsen lässt. 50.000 Wörter pro Monat oder 1667 pro Tag erscheinen mir da nur als unterste Grenze, ab der solche Gedankenwelten entstehen können. Wir kennen das von Berichten vieler Schriftsteller, auch grosser Literaten, dass diese einen regelmässigen Stundenplan sich eingerichtet haben, um Berufung und Alltag von einander abzugrenzen. Und vor allem: Raum für seine Phantasie zu schaffen.</p>

<p>Das einfache Drauflos-Schreiben, das sich in Szenen Stürzen, ohne sich um Stil, Rechtschreibung und Stringenz besonders zu kümmern, das ist notwendig. Den Film erleben und in die Tasten fliessen lassen, eine conditio sine qua non.</p>

<p>Das klingt so gar nicht strukturiert, so gar nicht nach Plotting, so gar nicht nach Timeline und Rechercharbeit. Das klingt nach den Schwingen blühender Phantasie, die die Gefilde des Schreibens durchmisst. Das positioniert sich auch gegen die angepriesenen Methoden der vielen Schreibsoftwares und Coaches, die uns Autor:innen zu einem strukturierten und geplanten Schreibvorgang verhelfen sollen. Na und?</p>

<p>Die Ernüchterung folgt ohnehin auf dem Fuss: wenn man nach einem solchen Flow, der einem zu zehntausend zwanzigtausend Wörter an Material verholfen hat, den Schnitt machen muss und die ernüchternde Arbeit des Kürzens, Verbesserns, Arrangierens und Strukturierens bevorsteht. Aber Material sollte man dafür schon haben und das Vergnügen am Schreiben auch.</p>

<p><a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:Schreibarbeit" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">Schreibarbeit</span></a> <a href="https://zettelwerk.writeas.com/tag:nanowrimo" class="hashtag"><span>#</span><span class="p-category">nanowrimo</span></a></p>
]]></content:encoded>
      <guid>https://zettelwerk.writeas.com/060-schreibabenteuer-nanowrimo-tag-7</guid>
      <pubDate>Mon, 07 Nov 2022 20:47:55 +0000</pubDate>
    </item>
  </channel>
</rss>